Das erste Film- und Serien-Halbjahr ist vorbei. 2023 bekommt die Serienblase erste Risse. Anstatt einer zunehmenden Anzahl an qualitativ hochwertigen Produktionen, ist die Qualität von Filmen und Serien gesunken. Nicht besser macht es die Situation, dass immer mehr Nischenserien mit Cliffhanger abgesetzt werden, die Anzahl an Episoden und Staffeln weiter abnimmt und zunehmend Serien und Film-Content bei schlechter Performance im Nirwana verschwinden und von den Plattformen entfernt werden, teils noch bevor einzelne Staffeln in Deutschland ausgestrahlt wurden, wie jüngst geschehen mit Staffel 2 von "Single Drunk Female". Da komme ich mir als deutscher Serienfan schon verarscht vor und wie ein Fan zweiter Klasse.
Das alles sorgt dafür, dass es in Hollywood derzeit brodelt und die Autoren streiken. Ein Streik, der richtungsweisend und für Veränderungen sorgen könnte. Doch Unmut macht sich nicht nur bei den Autoren, sondern auch bei Konsumenten breit, die die Entwicklungen auf dem Film- und Serienmarkt immer kritsicher beäugen. Die Blase dürfte irgendwann platzen, wahrscheinlich eher früher denn später, denn mit dem hauseigenen Streamingdienst viel Geld zu scheffeln, ist für die Produktionsstudios gehörig nach hinten losgegangen. So meldete bereits Warner Bros. rote Zahlen und schränkte die Produktionskosten ein, danach folgte der Mauskonzern Disney und auch Netflix versucht durch das Unterbinden von Account Sharing und immer höherer Abokosten verzweifelt Geld in die Kassen zu spülen.
Bei mir selbst hat sich auch eine gewisse Serien- und Filmmüdigkeit eingeschlichen, die zwar nicht darin resultiert, dass ich jetzt gar keine Serien/Filme mehr schaue, sondern ich merke einfach, dass die Euphorie dabei oft fehlt. Es gibt nur noch wenige Serien bei denen ich tatsächlich gespannt auf die nächste Folge bin und dieser entgegenfiebere. Die Produktionen kann ich an einer Hand abzählen. Bei Filmen habe ich tatsächlich extrem viel Mittelmaß oder langweiliges gesehen, sodass ich mit Ach und Krach drei Titel zusammenbekommen habe. Ins Kino zieht es mich schon länger nicht mehr, sodass ich in diesem Jahr noch gar keinen Film dort gesehen habe. Das wird sich wohl erst ändern, wenn die Vorgeschichte zu "Die Tribute von Panem" erscheint, wobei das Buch ja auch ziemlich umstritten war. Aber da ich die Reihe angefangen habe, möchte ich sie nun auch zu Ende bringen. Meine Hoffnung ist, dass sich die Anzahl der Streamer wieder verkleinert, die Produktionsstudios dann wieder Inhalte lizenzieren und dadurch die Masse an Content auch wieder etwas geringer wird, sodass mehr Serien die Chance haben erfolgreich zu sein.