Viele von euch hatten sich ja gewünscht, dass ich ein bisschen über die ersten Monate meines Uni Lebens und auch über die Inhalte meines Studiengangs berichte. Daraus möchte ich nun eine kleine Reihe basteln, in der ich euch erstmal etwas über die ersten Monate in diesem ganz neuen Leben berichte. Auf meinen Studiengang werde ich erst nach dem Ende des 1.Semesters näher eingehen, da ich dann einen besseren Überblick habe und tiefer in den Themen drinnen bin. Im Moment ist das meiste bei uns Theorie und Grundlagen - nun mal das, was man am Anfang immer macht. Heute geht es also erst einmal um die Zeit bevor mein Studium überhaupt los ging, denn schon da gibt es ein paar Herausforderungen für einen Erstsemester.
Der lange Weg zur Entscheidung...:

Bevor ich überhaupt an das Thema studieren denken konnte, musste zuerst eine wichtige Entscheidung gefällt werden, die über den Rest meines Lebens bestimmt. Eine solche Entscheidung zu treffen ist immer eine kleine Herausforderung, doch sie begegnet uns im Leben immer wieder und für mich ist es nicht die Erste dieser Art. Schon nach dem Abschluss an der Realschule musste ich wählen zwischen: Ausbildung oder Fachabitur und hatte mich für Ersteres entschieden. Ich weiß noch, dass ich damals keine Ahnung hatte was ich später wirklich machen wollte. Mich kreuz und quer ohne roten Faden beworben und letzendlich einfach das angenommen hatte, was ich angeboten bekam.
So landete ich dann in einer Ausbildung die mir nicht wirklich Spaß machte, welche ich aber trotz allem als Beste beendete und die mir half herauszufinden was ich wirklich im Leben wollte. Somit hatte ich zwar festgestellt, dass mein damaliger Ausbildungsberuf nichts für mich war, aber einfach einiges über meine Stärken und Schwächen gelernt, bin erwachsener geworden und habe gelernt auch die Konsequenzen meines Handelns zu tragen. Dankbar bin ich immer noch für meinen Ausbilder, der für mich wirklich ein Mentor war und sich damals auch mit mir über meinen weiteren Lebensweg unterhalten hatte. Er war die treibende Kraft, dass ich mich endlich traute mich gegen meine Eltern durch zu setzten und die Entscheidung zu fällen mein Abitur nachzuholen. Meine Eltern unterstützen mich zwar heute komplett, stehen immer hinter mir und sind einfach für mich da, aber damals wünschten sie sich einfach das ich nicht weiter die Schuldbank drücken, sondern einen festen Job annehmen würde. Aber das war nun mal nicht meine Vorstellung von meiner Zukunft und somit habe ich unter einigen Diskussionen und viel Durchsetzungsvermögen meine eigene Entscheidung getroffen und sie am Ende überzeugt.
Über den zweiten Bildungsweg (bei Interesse kann ich darüber gerne einmal berichten) habe ich dann also erst mein Fachabitur und dann mein fachgebundenes Abitur nachgeholt und stand erneut vor der Entscheidung wie mein Leben weitergehen soll. Doch heute hatte ich schon ein Ziel vor Augen, was ich damals nicht hatte. Für mich steht einfach fest, dass ich später gerne etwas in den Medien machen möchte. Ich weiß das sagen viele, aber mir macht das Schreiben, Arbeiten an Projekten und diese Abwechslung einfach sehr viel Spaß. Schon während meiner Ausbildung war Projektmanangement, das Mitwirken bei Veranstaltungen und Vorträge zu halten, dass was mir am meisten Spaß machte und das beruflich natürlich einzubringen wäre super. Also suchte ich nach Studiengänge in diese Richtung und wurde dann erstmal von sehr hohen NC's erschlagen. Mein Abitur ist keinesfalls ein schlechtes, aber mit 2,5 und 2,8 fallen da trotzdem schon ein paar Studiengänge weg. Deshalb musste ich einfach etwas breiter schauen und habe dann "Politicial and Social Studies" entdeckt. In den Wochen vor dem Studienbeginn habe ich mich einfach mehr und mehr auf diesen Studiengang eingelassen, mich darüber informiert und gemerkt, wie viele Türen mir später damit offen stehen. Als dann doch noch die Zusage für Medienmanagement kam, lehnte ich sie ab, weil ich glücklich war, mit dem was ich nun studiere. Da mein Studiengang kein NC hatte, war ich hier auch sicher angenommen und erhielt bald meine Zusage + Studentenausweiß.
... und was danach alles kommt:
Mit diesen beiden Dingen konnte mein Uni Leben also los gehen, jedoch gibt es dann noch einiges zu tun, was für einen Erstsemester nicht immer unbedingt leicht ist. Da müssen Karten und Konten aktiviert werden und dazu kommt das erstellen des Stundenplans. Eigentlich wollte ich diesen ganz entspannt nach meinem Erstsemester Tag erstellen und hätte mich eine Freundin nicht darauf hingewiesen, wäre ich dann schon zu spät dran gewesen. Zwar ist ein Besuch der Vorlesungen ohne vorherige Anmeldung möglich, doch gibt es auch immer wieder Tutorien zu allen Studienfächern, in denen die Anzahl auf 20-30 Studenten begrenzt ist und für die man sich anmelden muss. Dafür gibt es meist 3 verschiedene Phasen. Zwei Losverfahren, wo man durch Glück einen Platz bekommt und anschließend die sogenannte "Windhund Phase", bei der man ab einen bestimmten Zeitpunkt nach Eingang zugelassen wird. Da heißt es dann: wer zuerst kommt, der malt. Hätte ich also bis nach dem Ersti Tag gewartet, wäre auch die "Windhund Phase" schon lange vorbei gewesen und Plätze hätte man nur schwer ergattern können. Da man zu diesen Phasen vorab auch keine Info bekommen hat, hatten viele Erstsemester dann genau das Problem noch schauen zu müssen, wo sie rein kommen.
Vor dem erstellen des Stundenplans selbst hatte ich erst mal etwas Angst, weil ich wirklich dachte, dass ich mit dem System vielleicht gar nicht klar komme und dazu nirgendwo einen Platz ergattere. War aber dann im Nachgang komplett unbegründet. Nach etwas Suchen spielte sich das mit dem Stundenplan sofort ein, das erstellen war ganz leicht und nichts überschneidet sich bei mir. Auch in alle Tutorien kam ich wie geplant durch ein Los rein und hatte da wirklich Glück und somit ist alles nicht so schlimm, wie man vorher denkt. Auch wenn ihr nun zu denen gehört, die vielleicht die Anmeldungsphasen verpasst haben: Vor allem bei Erstsemestern wird dann noch geschaut, in welche Tutorien ihr rein könnt und dazu könnt ihr euch nach der Vorlesung in eine Liste eintragen. Jeder hat dann noch einen Platz bekommen ,aber wenn ihr früh dran seit, könnt ihr euch natürlich den Stundenplan so zusammen stellen wie ihr ihn gerne hättet. Genau das liebe ich an der Uni sehr. Diese Freiheit die man hat, das man sich alles selbst legen kann, selbst entscheidet was für einen wirklich wichtig ist und keiner mehr kontrolliert ob du die Hausaufgaben gemacht hast. Man kann sich seine Zeit selber einteilen und ich arbeite einfach lieber eigenständig, da ich das so von meiner Ausbildung kenne und da war das Schulsystem für mich wirklich dann wieder ganz ungewohnt. Man gibt dann wieder seine Eigenständigkeit auf und bekommt von den Lehrern alles vorgesagt, trifft keine eigenen Entscheidungen und muss auch nicht wirklich über Dinge nachdenken. Der Start ins Studentenleben war also bei mir gar nicht so schlimm wie gedacht. Vor allem da ich einfach Freunde hatte, die schon studieren und mir viel geholfen haben. Danke noch mal an die liebe A. die für mich die Karte aktiviert und mich auch über die Akademischen 15 Minuten informiert hat. Für alle die sich darunter nichts vorstellen können: Geht eine Vorlesung oder Übung von 8 - 10 Uhr, dann beginnt sie erst um 8:15 und endet um 9:45 Uhr. Beim Planen des Stundenplans ist dies vor allem dann wichtig, wenn ihr zwischen zwei Orten pendeln müsstet.
Auch neue Kontakte habe ich sofort geschlossen, denn die Uni ist einfach ganz anders als die Schule. Die Menschen sind reifer, erwachsener und man wird so akzeptiert wie man ist. Generell kommt man sehr schnell mit ganz vielen Leuten in Kontakt, da man immer wieder neue Gesichter in den Tutorien sieht und dort auch mit ganz unterschiedlichen Leuten zusammenarbeitet. Ich hatte am Anfang auch die unbegründete Angst niemanden kennen zu lernen ,aber wie schon gesagt: sie war unbegründet. Ich habe wirklich tolle, neue Menschen kennengelernt mit denen ich mich immer zu den Vorlesungen treffe und mit einigen auch ein paar Tutorien zusammen habe. Der Umgang ist einfach erwachsener und es ist wirklich eine ganz andere Welt. Ihr verlasst das Klassenzimmer mit all den Grüppchen und arbeitet dann mit vielen verschiedenen Leuten mal zusammen. Wer also offen auf andere zugeht und neue Kontakte knüpfen möchte, der schafft dies an der Uni auch. Dazu gibt es natürlich auch viele Gelgenheiten. Die ersten Wochen sind geprägt durch gemeinsame Kneipen Touren und auch viele Ersti Feiern. Das zieht sich natürlich durch alle Semester, aber sowas ist wirklich eine weitere tolle Gelegenheit um Leute kennen zu leren. Dazu gibt es zumindest an unserem Studienstandort auch viele Angebote wie die Theaturgruppe, Musikvereine oder Sportgruppen, wo man auch mitmachen kann.
Wie war für euch der Start ins Uni Leben?
Was möchtet ihr in der Zukunft machen?
Steht ihr vielleicht im nächsten Jahr vor genau dieser Entscheidung?