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Samstag, 26. August 2017

Rezension: Passagier 23 - Sebastian Fitzek

"Passagier 23" von Sebastian Fitzek stand schon länger ungelesenen in meinem Regal, obwohl ich ein großer Fan des Autors bin. Dementsprechend neugierig war ich dann, ob der Psychothriller mit seinen bisherigen Erfolgswerken wie "Der Seelenbrecher" oder "Der Augensammler" mithalten kann. Im Vorfeld hatte ich überwiegend positive Stimmen vernommen, ob ich mich diesen anschließen kann, erfahrt ihr in meiner ausführlichen Rezension zum Buch, welches derzeit übrigens auch für RTL verfilmt wird. 2018 soll es den Film dann auf dem Kölner Sender zu sehen geben und ich werde auch hier sicherlich einschalten. 

Allgemeine Informationen:


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Titel: Passagier 23
Autor: Sebastian Fitzek
Verlag: Droemer Knaur
Erscheinungsjahr: 2014
Seitenanzahl: 432
Genre: Thriller / Krimi
ISBN: 978-3-426-19919-0
Preise: 19,99 € (Hardcover), 9,99 € (Taschenbuch / E-Book)


Worum geht es in "Passagier 23":

Jährlich verschwinden 20 Menschen auf Kreuzfahrtreisen spurlos und bisher ist niemand davon wieder aufgetaucht...

Anders verhält es sich jedoch bei der jungen Anouk, die plötzlich wiederauftaucht und die Reederei der Sultan of the seas vor ein großes Problem stellt, denn die möchte negative Schlagzeilen unbedingt vermeiden. Deshalb kontaktiert Thrillerautorin Gerlinde den Polizeipsychologen Martin Schwarz, damit der Fall nicht vertuscht wird. Dieser hat vor einigen Jahren selbst Frau und Sohn auf einer Kreuzfahrt verloren. Angeblich begingen die beiden Selbstmord, doch der Ermittler zweifelt daran - verlor jedoch mit seiner Klage vor Gericht. Nun ist mit Anouk nicht nur eine vermisste Person wiederaufgetaucht, sondern in der Hand hält diese auch den Teddy seines Sohnes. Obwohl Schwarz nie wieder ein Kreuzfahrtschiff betreten wollte, findet er sich bald auf der Sultan wieder. 




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Meine Meinung: ein solider Thriller mit aktuellem Thema, der zum Nachdenken anregt, aber kleine Schwächen aufweist:


"Passagier 23" ist sicherlich nicht der Beste Thriller von Erfolgsautor Sebastian Fitzek, aber er macht mit diesem Werk erneut unglaublich viel richtig, sodass ich das Buch gegen Ende kaum noch aus der Hand legen konnte. Das lag zum einen daran, dass sich die Spannung relativ schnell aufbaut, indem der Leser nicht nur unglaublich viele unterschiedliche Puzzleteile präsentiert bekommt (fast schon zu viele), auf die ich mir nur schwer einen Reim machen konnte, sondern auch daran dass die Handlung schnell voranschreitet. Was das Tempo anbelangt, trifft Fitzek nach wie vor meinen Geschmack, auch wenn ich einige Wendungen dann doch vorhergesehen hatte - mein größter Kritikpunkt am Thriller. Zwar gelingt es Sebastian Fitzek stellenweise den Leser in die Irre zu führen, aber ein paar der Auflösungen waren für mich keine Überraschung mehr was ich schade fand. Hier hätte ich mir einfach mehr Kreativität gewünscht.

Dennoch weiß das Thema des Thrillers zu überzeugen und ist im Moment aktueller denn je. Kreuzfahrtreisen boomen und auch immer mehr meiner Freunde entscheiden sich für diese Art der Fortbewegung. In diesem Jahr haben circa zwei Millionen Deutsche für eine Kreuzfahrt gebucht, was im Bau immer größerer, umfangreicherer Schiffe resultiert. So ein Boom hat natürlich nicht nur positive Seiten, sondern auch negative, die Fitzek in "Passagier 23" thematisiert. Neben Selbstmorden geht er auch auf die schlechten Arbeitsbedingungen und die Umweltbelastungen der Schiffe ein - zwar nur ganz kurz, aber die Kritik ist da. Stellt sich also die Frage, ob man nun Angst haben muss eine Kreuzfahrtreise zu bestreiten? Natürlich handelt es sich bei Fitzeks Thriller um ein fiktionales Werk, was man nicht vergessen sollte. Ja, es gibt Selbstmorde und Unfälle auf Kreuzfahrtschiffen, aber die Zahlen fallen sehr niedrig aus. Die Seite Cruise Junkies hat es sich beispielsweise zur Aufgabe gemacht festzuhalten, wie viele Opfer es jedes Jahr auf hoher See gibt und schlüsselt diese Jahren und Reedereien auf. Ihre Daten stammen dabei von Berichten aus aller Welt. Dort könnt ihr euch einen Überblick verschaffen, offizielle Statistiken gibt es nicht. Grund zur Panik ist nicht gegeben. Trotzdem stimmt Fitzeks Thriller nachdenklich über Kreuzfahrten und führt dem Leser Gefahren und Nachteile vor Augen, die einem so vielleicht noch nicht bewusst waren. Damit passt das Werk natürlich auch perfekt in die Sommerzeit und klingt für mich auch jetzt noch nach. Die Kulisse selbst war für einen Thriller natürlich perfekt gewählt, denn auf einem Schiff gibt es keinen Ausweg und das spürt der Leser auch, was am Ende in eine beklemmende Atmosphäre mündete, die erheblich zur Spannung beigetragen hat. Natürlich ist dieser Kniff nicht unbedingt neu, da schon viele Autoren auf einsame Inseln oder abgeschottete Anwesen zurückgegriffen haben, aber das ganze funktioniert immer noch verdammt gut.

Was die Figuren anbelangt, finde ich es schön das Fitzek mit Diesel Bezug auf "Amokspiel" genommen hat, womit er eine Verbindung zu seinen anderen Werken herstellt. Fitzek kreiert so sein ganz eigenes Universum, in dem seine Bücher angesiedelt sind. Jedoch könnt ihr "Passagier 23" auch ohne Vorkenntnisse lesen. Für eingefleischte Fans ist das aber eine nette Spielerei, die ich immer toll finde. Mit Martin Schwarz wärmt Fitzek für mich auch einige Krimiklischees auf, in dem er ihm eine tragische Vergangenheit verpasst, aufgrund derer ihm alles egal ist und er im Job kein Risiko scheut, doch trotzdem hat seine Figur bei mir Sympathie geweckt, was vor allem an der persönlichen Verbindung zum Fall lag. Heimlicher Fanliebling ist für mich jedoch Gerlinde, denn mit ihr hat Fitzek eine exzentrische Persönlichkeit geschaffen, die stellenweise leicht verrückt, verschroben und skurril wirkt, aber dabei immer mit ihrem Humor überzeugt. Auch der Kapitän hat sich irgendwann in mein Herz geschlichen. Der Rest der Figuren bleibt dann leider etwas blass.

Das Ende wirkte dann etwas zu voreilig, da hätte ich mir doch noch ein paar Infos mehr gewünscht. Auch der eine oder andere Twist mehr wäre schön gewesen, aber alles in allem ist es ein solider Thriller, der zu überzeugen weiß und nie an Spannung verliert. Ich konnte "Passagier 23" trotz seiner Schwächen, den vielen Pots und der etwas nachlässigen Figurenkonzeption, nicht aus der Hand legen und habe mich gut unterhalten gefühlt. Dies liegt aber sicherlich auch am aktuellen Thema, das nun mal perfekt in die Sommermonate passt und mich dann doch zum Nachdenken gebracht hat.

Fazit: "Passagier 23" ist ein solider Thriller mit Schwächen, der jedoch trotzdem mit einer rasanten Storyline zu überzeugen weiß und somit ein typischer "Page-Turner" ist. Fans von Fitzek kommen definitiv auf ihre Kosten.

* Lust auf weitere Rezensionen zu "Passagier 23"? Dann schaut doch mal bei Jana vorbei, denn sie hat mich damals auch neugierig auf das Buch gemacht.


Wer von euch hat das Buch schon gelesen?
Wen konnte ich neugierig machen?
Und wer wird bzw. hat schon eine Kreuzfahrt gemacht?

Kommentare :

  1. Hallo meine Liebe!

    Ich habe auch schon einige Bücher von Fitzek gelesen und um Passagier 23 schleiche ich auch schon eine ganze Weile herum und war zweimal kurz davor, es zu kaufen. Du hast mich jetzt noch neugirieger gemacht. Du schreibst zwar auch, dass es nicht sein bestes Buch ist und dass es hier und da schwächen aufweist, trotzdem werde ich es mir wohl demnächst zulegen. :-)

    Liebe Grüße!
    Anna :-)
    https://wwwannablogde.blogspot.de

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    1. Kann das Buch aber trotzdem empfehlen, denn die Handlung ist wie gewohnt spannend und man kann es nicht mehr aus der Hand legen. Zudem ist auch die aktuelle Thematik sehr interessant. Wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß beim lesen und bin gespannt auf deine Meinung.

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  2. Hach... das ist wohl echt der Thriller, den ich am dringensten lesen möchte, obwohl ich kein Fan des Genres bin. Leider war es entliehen, als ich es vor zwei Wochen in der Bücherei gesucht habe... und jetzt habe ich noch drei andere Bücher vorher hier, die gelesen werden wollen.

    Sagst du mir Bescheid, wenn der Film ausgestrahlt wird? Dann landet er ja hoffentlich eine Weile in einer Mediathek, damit ich ihn auch sehen kann ;)

    Was die Handlung betrifft, würde ich an Stelle des Ermittlers einen Selbstmord auch bezweifeln - ist ja komisch, wenn zwei verwandte Personen sich gleichzeitig ermorden. Selbstmorde sind ja sonst doch eher selten und Einzelfälle.

    Der Boom von Kreuzfahrten ist bisher an mir irgendwie vorbeigegangen, weil meine Freunde eben alle noch studieren und jetzt eh erst langsam von zu Hause ausziehen - da denken wir noch nicht an so teure Urlaube ;) Und meine Familie mütterlicherseits verreist auch entweder nicht oder via Flieger... Und mein Vater ist nur im Winter unterwegs, wo sich Kreuzfahrten eher nicht so anbieten.
    Dass Selbstmorde, Unfälle und miese Arbeitsbedingungen in diese Branche ein großes Thema sind, wusste ich nicht so wirklich... vor allem das mit den Arbeitsbedingungen überrascht mich.
    Und was da Klima angeht, heißt es ja beim Essen immer, dass ein Schiff besser als ein Flieger ist... warum gilt das für Urlaube nicht? Passen da einfach nicht genug Menschen auf den Raum des Schiffs?
    Naja, toll jedenfalls, dass Fitzek das thematisiert - ich mag kritisch beleuchtende Romane!

    Also mir scheint es so, als seien da schon einige Personen gut ausgearbeitet... wenn der Rest blass bleibt, ist mir das manchmal lieber, weil ich sonst von Infos erschlagen werde und alles durcheinander bringe ;)

    So insgesamt bin ich also nach wie vor der Meinung, dass ich das Buch lesen will!

    Liebe Grüße

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    1. Das freut mich zu hören, bin dann gespannt was du zu dem Buch sagst und ich drücke dir natürlich die Däumchen, dass es das nächste Mal nicht entliehen ist. Fitzek hat ja echt ne große Fanbase. Welche drei Bücher hast du denn gerade noch zu Hause?

      Ja klar mache ich gerne ;). Bei der Mediathek müsstest du dann mal schauen, ob es dort auch die Filme gibt, weil der läuft dann ja auf Rtl. Ich weiß zwar, dass man da Serien nachschauen kann die dort laufen - kostenfrei aber auch nur innerhalb von sieben Tagen nach Ausstrahlung.

      Bei mir im Freundeskreis haben das in der Tat schon welche gemacht, die dann auch recht begeistert waren. Ich finde es zwar nicht uninteressant, aber das mit den schlechten Arbeitsbedingungen ist halt echt ein Manko und geht gar nicht. Vor allem wenn man bedenkt wie viel Umsatz die Redeereien machen. Das ist schon ein Unding und man fördert das ja mit jeder Reise die man macht.
      Was Urlaube anbelangt: Kreuzfahrten dauern halt einfach länger als fliegen, deshalb greifen viele auf Flugzeug zurück. Nehmen wir mal Amerika: Mit einem Schiff dauert das schon bis man dort ist, während man mit dem Flieger wesentlich weniger braucht und somit auch weniger Urlaubstage aufwenden muss. Kreuzfahrt lohnt sich eher wenn man mehrere Orte gleichzeitig sehen möchte und nicht ganz so lange unterwegs ist.

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  3. Tatsächlich alles so spannend, wie alle sagen? Sollte ich vielleicht doch auch mal lesen.

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  4. Ich bin ja ein absoluter Fan von Thriller und bin mir sicher, dass ich dieses Buch auch zukünftig lesen werde!
    Liebe Grüße und habe noch einen schönen Tag

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    1. Wünsche dir dann auch viel Spaß beim Lesen und hoffe, dass dir das Buch genauso gut gefällt wie mir.

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  5. Haha, ich dachte beim ersten Lesen, dass nicht das Buch, sondern deine Rezension für RTL verfilmt wird, und hab mich schon gefreut, dass du ins Fernsehen kommst... schlau, Heloise, echt schlau xD Das Buch setze ich trotzdem mal auf meine Leseliste =)
    Love, Héloise
    Et Omnia Vanitas

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    1. Hihi das wäre ja mal eine Ehre, aber so bekannt ist mein Blog leider nicht :P. Aber es freut mich natürlich das ich dich neugierig auf den Thriller machen konnte. Hoffe, dass er dir dann genauso gut gefällt.

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  6. Bis jetzt habe ich noch nie einen Thriller von Fitzek gelesen, aber ich glaub diese Thematik könnte mich echt überzeugen! Danke fürs Vorstellen :)
    Liebe Grüße
    Sarah

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    1. Das freut mich zu hören. Kann dir seine Bücher übrigens generell empfehlen. Er ist echt ein toller Autor dessen Werke immer absolute Page-Turner sind und mit einem spannenden Twist zum Ende aufwarten.

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  7. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Der Einblick in die Kreuzfahrt Welt hat mich total fasziniert. Hihi, Amokspiel habe ich auch vor laengerer Zeit gelesen, aber die Verbindung zu dem Buch ist mir gar nicht aufgefallen beim Lesen! Dein Blog ist uebrigens richtig toll.

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    1. Das freut mich zu hören, dass dir das Buch auch so gut gefallen hat und ich dich dann auch noch auf die Verbindung aufmerksam machen konnte. Fitzek macht das ja jetzt immer öfter mal und ich finde das echt gut.

      Dankeschön auch für dein liebes Kompliment.

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  8. Hallo! Wo findest du Zeit, um so viel zu lesen? Lese diese Rezensinen bei dir immer..

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Ich freue mich wirklich über jedes einzelne Kommentar von euch und versuche auch immer auf euren Blogs zu antworten. Dankeschön <3