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Dienstag, 23. Februar 2021

Kolumne: Romance-Tropes in Serien, Filmen und Büchern, die ich nicht mag!

 

Romance-Tropes negativ, Romane-Tropes, Tropes Serien, Buchtropes, Serienjunkie

 

 

Ihr habt es wahrscheinlich schon selbst gemerkt, aktuell ist es etwas still auf meinem Blog und auch das beantworten der Kommentare dauert länger, was daran liegt das ich privat fleißig an meiner Masterthesis schreibe und die hat einfach Vorrang. Mein Plan ist es jeden Sonntag einen neuen Beitrag online zu stellen, was diesmal aufgrund privater Verpflichtungen leider nicht geklappt hat, sodass ich etwas länger gebraucht habe, um den zweiten Beitrag zu "Romance-Tropes", vereinfacht gesagt wiederkehrende Plotmuster oder Archetypen, fertigzustellen. Während ich vor knapp einer Woche über meine liebsten Romance-Tropes geschrieben habe, soll es heute um diejenigen gehen, die mir weniger gut gefallen. Natürlich gibt es da draußen noch viele weitere Romane-Tropes, denn die Anzahl ist gewaltig und unübersichtlich, was zeigt, wie vielfältig Geschichten trotz bekannter, familiärer Muster sein können, zumal natürlich jedes Trope auch aus vorhersehbaren Mustern ausbrechen und kreativ interpretiert werden kann. Dann kann es nämlich passieren, dass mir selbst die Tropes, die mich sonst eher nerven und abschrecken, gefallen können. Am Ende ist es somit immer eine Frage, wie etwas in eine Geschichte integriert und von Autor*innen interpretiert und umgesetzt wird. Deshalb kann ich nicht ausschließen, dass mir nicht auch Werke begegnen werden, wo ich mit den folgenden Tropes gut leben kann oder noch positiv überrascht werde. Zumal ich eine Serie oder ein Buch jetzt sowieso selten wegen einem Trope abbreche, wenn für mich der Rest passt. Auch "Vampire Diaries" führe ich in diesem Beitrag wieder oft als Beispiel an, trotzdem zählt die Serie zu meinen absoluten Lieblingen, weil der Hauptplot nach wie vor rasant und überraschend genug ist, um mich bei der Stange zu halten und auch die Schauspieler*innen miteinander funktionieren und harmonieren. Über besagte Tropes rege ich mich dann zwar immer mal kurz auf, dem Seh- oder Leseerlebnis tut das in den meisten Fällen aber nicht schaden. 



In diesem Sinne möchte ich euch nun Romance-Tropes vorstellen, die ich nicht mag. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, denn es gibt noch viele weitere Romance-Tropes, die in der Popkultur bedient werden. Auch spiegelt er meinen persönlichen Geschmack wider, einige der Tropes die ich nicht gut finde, werden andere wiederum mögen und das ist in Ordnung. Trotzdem bin ich gespannt im Anschluss eure Meinung zu hören.

 

 

 

Romance-Tropes, die ich nicht mag:


 

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1. Not-Like-Other-Girls:

 

Das "Not-Like-Other-Girls"-Trope begegnet einem leider überwiegend in Werken, die an Jugendliche gerichtet sind, was das Trope für mich besonders schwierig macht. Persönlich bin ich kein Fan davon, weil es sich um ein idealisiertes, nicht erreichbares Ideal handelt, dem junge Mädchen, aber auch Frauen in der Realität niemals gerecht werden können. Das Trope äußert sich immer in der Form, dass die Liebesinteresse etwas ganz Besonderes ist, sie ist schlauer, natürlicher, schlagfertiger als andere Mädchen und das ohne sich anstrengen zu müssen. Das äußert sich oft dahingehend, dass die weibliche Hauptfigur zwar kein Make-Up trägt, ihre Haare nicht stylt und auch nicht modebewusst ist, aber da sie von Natur aus schon wunderschön aussieht, braucht sie dies ja gar nicht. Oft ist die weibliche Hauptfigur überhaupt nicht interessiert an all den Dramen um sie herum und natürlich isst sie Burger anstatt Salat, aber hey 90-60-90 Maße hat sie trotzdem. Sie ist sie für jeden Spaß zu haben, egal ob ihre Klamotten dabei dreckig werden. Sie ist eben nicht wie die anderen und sie ist sich ihrer eigenen Schönheit/Attraktivität nicht bewusst, denn was gäbe es Schlimmeres als selbstbewusst Mädchen? Versteht mich nicht falsch: Es ist okay sich nicht zu schminken oder mit den Dingen, die oft als "typisch weiblich" (wobei ich schon das kompletten Schwachsinn finde) nichts anfangen zu können. Mein Problem ist eher, dass es sich um ein idealisiertes Bild von jungen Mädchen handelt, dem diesem nicht gerecht werden können und als Botschaft hängen bleibt: Man ist nur etwas wert, wenn man besonders ist und das sei man nur, wenn man eben nicht weiblich konnotierte Eigenschaften besitze oder Hobbies verfolge. Das Trope empfinde ich aber auch deshalb als schwierig, weil damit alles Abweichende herabgewertet und der Wettbewerbs-Gedanken unterstrichen wird und das in einer Zeit, wo Mädchen und Frauen sich unterstützen sollten. Darüber hinaus werden veraltete Stereotype transportiert, die in den Anforderungen an das "besondere Mädchen" zum Ausdruck kommen. Genervt bin ich davon aber vor allem, weil es signalisiert, dass man immer perfekt aussieht und glaubt mir, das ist nicht realistisch. Es gibt den perfekten Menschen nicht, nicht optisch, aber auch nicht charakterlich jeder hat positive und negative Eigenschaften und macht Fehler, nur das "not-like-other-girl" eben nicht, denn das ist tatsächlich perfekt. Das heißt übrigens nicht, dass es nicht zum Verliebt-Sein dazu gehört, den anderen auf ein Podest zu heben, immerhin sprühen die Funken, aber zur Veranschaulichung sollte man vielleicht in Jugendbüchern, Filmen oder Serien, wo das Trope tatsächlich mehrheitlich vorkommt, nicht auf diese Art der Darstellung zurückgreifen. 

Übrigens gibt es das Trope auch in männlicher Form, wenn die Rede davon ist, dass ein Junge nicht wie die anderen Jungen ist. Persönlich ist mir dies aber ehrlich gesagt bisher noch nicht begegnet, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass ich viele der neueren Jugendromane noch ungelesen im Regal stehen habe. Ihr dürft mir also gerne in den Kommentaren verraten, ob ihr auch schon mal das "not-like-other-guys"-Trope in Büchern gefunden habt.

 

 

Beispiele für das Trope:

 

  • Tris aus "Die Bestimmung" ist ein klassisches "Not-like-other-Girls", ich kann mich noch gut daran erinnern, dass bei ihr zu Beginn betont wird, wie anders sie im Vergleich zu den anderen ist und dass sie sich ja ihrer eigenen Schönheit nicht bewusst ist. 
  • Bella Swan von "Twilight" ist wohl das Paradebeispiel für "Not-Like-other-Girls" und nur einer der vielen Gründe, wieso ich die Buchreihe im Verlauf von Band 2 abgebrochen habe. 
  • Bei Erebos, welches ich vergangenes Jahr gelesen hatte, wurde die weibliche Liebesintereses auch als klassisches "Not-Like-Other-Girls" verkauft, was mich tatsächlich etwas genervt hat. Das Buch fand ich aber trotzdem super, denn die Prämisse sowie die Beschreibung des Spieles "Erebos" haben damit ja nichts zu tun. 
  • Auch Elena von "The Vampire Diaries" hat starke "Not-like-other-Girls"-Vibes, die vor allem durch Caroline zum Ausdruck gebracht werden, die tatsächlich in der ersten Staffel überwiegend negativ dargestellt wird, das klasssiche Mean Girl, das nicht mit der perfekten Elena mithalten kann. Das ist mir einfach eine zu krasse Schwarz/Weiß-Zeichnung und ich bin froh, dass sich dies gegen Ende der ersten Staffel ändert.

 

 

 

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2. Damsel-in-Distress-Trope:

 

Das "Damsel-in-Distress"-Trope ist tatsächlich eines, bei dem ich finde das wir es 2021 hinter uns lassen sollten, denn es ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Angewendet wurde es übrigens schon in der Antike, denn die griechischen Mythen sind voller hilfloser und vor allem schöner Frauen, die es deshalb wert sind von einem Mann gerettet zu werden. Bis heute werden überwiegend weibliche Figuren in dieser Form dargestellt, wobei es natürlich auch Serien gibt, die das Trope umkehren. Heute gibt es in der Tat einige männliche Figuren, die als hilflos dargestellt werden und stets von einer Frau gerettet werden müssen. Ein prominentes Beispiel wäre für mich Landon von "Legacies", was ein Grund dafür ist, wieso mich seine Figur nervt. Das Trope tut damit keinem der beiden Geschlechter gut. Mehrheitlich fallen mir aber als Beispiel Frauencharaktere ein, die so in die Storyline integriert werden und konstant aus brenzligen Situationen von männlichen Figuren gerettet werden müssen. Ich weiß, ich bin schon auf "Vampire Diaries" eingegangen, aber niemand verkörpert das Trope besser als Elena Gilbert, die in den ersten drei vielleicht sogar 4 Staffeln immer wieder von Stefan oder Damon gerettet werden musste. Das "Damsel-in-Distress" war scheinbar ziemlich beliebt bei den Autor*innen, denn Elena wurde in regelmäßigen Abständen von Feinden entführt, bedroht oder fand sich in irgendeiner anderen hilflosen Lage wieder und war darauf angewiesen von ihren Prinzen in weißer Rüstung daraus befreit zu werden. Ganz im Sinne des Tropes wird hier ein wiederkehrendes Muster deutlich und genau darauf kommt es an. Es ist in Ordnung einmal auf eine solche Handlung zu setzen und ich verstehe auch, wieso sich hier auf Elena eingeschossen wurde, weil sie eben menschlich ist und somit neben Matt eine der wenigen Figuren, die nicht übernatürlich ist, aber das Motiv zieht sich wiederkehrend durch die erste Serienhälfte und entlockte mir am Ende nur noch genervte Blicke, weil es auch nichts für ihre Charakterzeichnung tut. Es hat immerhin einen Grund, wieso die meisten Elena als Figur nervig finden. An dieser Stelle muss ich jedoch betonen: Dass mehr und mehr aus dem Trope ausgebrochen wird und hier eine positive Entwicklung sichtbar ist, es gibt viele Serien, die auf Frauencharaktere setzen, die sich selbst zu helfen wissen und nicht auf die männliche Rettung angewiesen sind, wenn das aber dann wie im Falle von "Legacies" dazu führt, dass einfach nur das Geschlechterverhältnis umgekehrt wird, ist auch das keine moderne Repräsentation und der falsche Weg. Serien, die es besser machen sind "Chilling Adventures of Sabrina", "Charmed" (Reboot), "Fate: The Winx Saga" oder "Motherland: Fort Salem".



Weitere Beispiele:

 

  • Liz in "The Blacklist", denn zumindest zu Beginn muss sie ziemlich oft von Reddington gerettet werden, der bis heute ja ihr Retter ist. Natürlich soll damit unterstrichen werden, dass er sich um Liz sorgt und eventuell ihr Vater sein könnte, aber trotzdem ist halt irgendwann die Luft raus, wenn sich Motiv ständig wiederholt. 
  • Auch in meiner absoluten Lieblingsserie "Supernatural" wird das Trope bedient, denn hier sind es meist weibliche Figuren, die von den Winchesters gerettet werden müssen. Gerade zu Beginn fällt das doch auf, verbessert sich aber zumindest im Verlauf der Serie, wenn einige weibliche Nebenfiguren hinzustoßen, die ganz gut alleine klarkommen, wobei das Trope an sich natürlich bei den Fällen der Woche nicht wegfällt. Das Trope wird aber auch mit den Brüdern selbst bedient, denn auffällig oft muss Dean Sam im Verlauf der Serie retten. Wobei das Trope da für mich ganz gut funktioniert, weil es immer wieder emotionale Momente produziert. Da werde ich dann doch schwach.
  • In "Akte X" muss Mulder hingegen ständig Scully retten. 
  • Bei Castle wird das Trope umgekehrt, sodass es hier die männliche Hauptfigur ist, die immer gerettet werden muss. Wie gesagt, ich finde das genauso nervig, wie bei Frauenfiguren. 
  • Auch Bella von "Twilight" passt exakt auf die Beschreibung der "Damsel-in-Distress" und ist auch hierfür ein Paradebeispiel.
  • Vor allem in Comicverfilmungen sind die Liebesinteresse häufig klassische "Damsel-in-Distress", die dann vom Superhelden gerettet werden müssen, wie z.B. Natalie Portmans Figur in "Thor", die aus diesem Grund nicht im dritten Teil mitspielte oder bei DC Lois Lane in "Man of Steel", aber auch in der Serie "Smallville" trifft dies auf den Charakter Lois Lane zu.
  • Doch auch Elizabeth von "Fluch der Karibik" ist die klassische Damsel-in-Distress, die schon zu Beginn des Filmes von Jack Sparrow gerettet werden muss. Auch hier bleibt es nicht bei einmal, immer wieder findet sie sich hilflos in gefährlichen Situationen wieder. 




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3. Forbidden-Lovers-Tropes bzw. Star-crossed-Lovers:


Das Schlüsselwerk für "Forbidden-Lovers" ist Shakespeares "Romeo & Julia", zwei junge Menschen, die aufgrund der Fehde ihrer Familien nicht Zusammensein können und nur einen tragischen Ausweg für ihre Lage sehen: Sich gemeinsam das Leben zu nehmen. Mit Romantik hat das natürlich nichts zu tun, das möchte ich an dieser Stelle noch einmal betonen. Selbstmord ist keine Lösung. "Romeo & Julia" ist natürlich ein extremes Beispiel für das Trope, es gibt natürlich noch andere Gründe, wieso zwei Verliebte kein Paar werden können: Standesunterschiede, gesetzliche Regelungen, gesellschaftliche Normen oder in einer gesteigerten Variante im Form des "Star-Crossed-Lovers" das Schicksal. "Forbidden Lovers" ist das einzige Trope auf dieser Liste, dass ich eigentlich mag, dass aber in modernem Setting für mich logisch nur in einer Form funktioniert, ansonsten aber nicht aufgeht. Sinn macht es einerseits in historischen Serien, Filmen und Büchern, denn lange Zeit waren Beziehungen über Stände hinweg unmöglich. Zuletzt hat auch "Bridgerton" mit dem Element gespielt und ich mochte die Beziehung zwischen Anthony und der Opernsängerin Siena. Andererseits funktioniert das Trope bei homosexuellen Beziehungen, die lange Zeit unter Strafe standen, was in einigen Ländern leider bis heute der Fall ist, hier wäre dann auch eine Geschichte, die in der Moderne angesiedelt ist, möglich. Abseits dessen sehe ich es aber nur als lästiges Hindernis, um noch länger hinauszuzögern, dass zwei Paare zusammenkommen, so als könnte man keine spannenden Storylines mehr produzieren, sobald ein von den Autor*innen vorhergesehenes Paar sich findet. Ich meine, man könnte ja auch mal die Höhen und Tiefen ergründen, die eine Beziehung mit sich bringt, aber was weiß ich schon. "Gossip Girl" hat dies mit Chuck und Blair gemacht, wobei ich das Pairing generell fragwürdig finde, aber das hat andere Gründe. Hier wurde das Pairing hinausgezögert, indem Blair sich plötzlich eingeredet hat, dass das Schicksal nicht möchte, dass Chuck und sie zusammen sind. Eine blödere Storyline habe ich selten in einer Teenie-Serie gesehen und bis heute legt dieser Handlungsstrang die Messlatte extrem hoch. Wozu das ganze? Damit sich Blair und Chuck erst in der sechsten Staffel zusammenreißen und ein Paar werden. 

 

 

 

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4. Student-Teacher-Relationship:

 

Bin ich eigentlich die einzige, die ein Problem mit Beziehungen von Schülern und Lehrern in Serien, Filmen oder Büchern hat? Sowohl bei Aria und Erza in "PLL", als auch bei Archie und Mrs. Grundy "Riverdale", haben mir die Szenen jeweils schon beim Zuschauen wehgetan. Während "Riverdale" sich dann aber zum Glück recht schnell von dem Plot verabschiedet hat, wird das ganze bei "Pretty Little Liars" verharmlost, indem Aria und Ezra ihr happily ever after erhalten und im Serienfinale heiraten. Bei mir schlagen da alle Alarmglocken, denn ihr wird eine problematische Beziehung, die durch ein asymmetrisches Machtgefälle gekennzeichnet ist und zudem zwischen einem Erwachsenen und einer Teenagerin stattfindet, romantisiert und als unproblematisch dargestellt. Mit Blick auf die Zielgruppe mehr als fragwürdig, da die Beziehung niemals als falsch deklariert oder reflektiert wird. Selbst Arias Eltern haben relativ flott keine Probleme damit. Das Trope funktioniert tatsächlich nur, wenn man es zur Aufklärung einsetzt und klar herausgearbeitet, wieso solche Beziehungen problematisch sind. Ansonsten ist es in meinen Augen aber ein No Go! Zumal im Falle von Aria und Ezra noch hinzukommt, dass er von Anfang an über ihr Alter Bescheid wusste, sich also wissentlich mit einer Minderjährigen eingelassen hat, diese für ein Buchprojekt sogar gestalkt hat. Letzteres empfinde ich ebenfalls als problematisch und auch das ist ein Trope, das ich in Jugendserien, Filmen oder Büchern nicht mehr sehen möchte. Jemandem nachzustellen ist nicht romantisch, sondern gruselig und sorgt dafür, dass ich als Frau Angst bekomme. Glaubt mir, so erobert ihr niemanden, den ihr gerne kennenlernen möchtet oder mögt.

 

 

 

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Das letzte wäre dann noch, dass ich absolut kein Fan von davon bin, wenn das schlechte Verhalten von Figuren mit inneren Dämonen aufgrund einer tragischen Kindheit/Jugend entschuldigt werden. Ich weiß nicht, wie man das Trope nennt, aber es findet sich in vielen Jugendbüchern oder New Adult Romanen sowie natürlich auch in Filmen/Serien. Als Beispiele fallen mir "Paper Princess", "50 Shades of Grey" oder "After" ein, die alle männliche Hauptfiguren haben, die die Protagonistin schlecht behandeln und regelmäßig Grenzen überschreiten, dieses Verhalten aber konstant entschuldigt wird. Natürlich ist das ganze am Ende Fiktion und kann dazu beitragen, dass darüber diskutiert wird, persönlich mag ich diese Art männlichen Protagonisten nicht und tue mir damit schwer, was ein Grund dafür ist, wieso ich selten Liebes- oder New-Adult-Romane lese. Bei "Paper Princess" war die männliche Hauptfigur auch mein Hauptkritikpunkt und letzlich der Grund, wieso ich die Reihe nie beendet habe. Auf der anderen Seite ist es genauso problematisch, wenn das toxische Verhalten weiblicher Charaktere gegenüber männlichen Protagonisten heruntergespielt wird, nur weil die Verursacherin eine Frau ist. Um welches Geschlecht es sich handelt, spielt keine Rolle, es gelten die gleichen Regeln für beide Geschlechter, weshalb ich auch eine Szene in "Bridgerton" als absolutes No-Go empfinde und diese nicht als "empowering Moment" für Daphne wahrnehme, sondern als sexuellen Missbrauch. Dass darüber kaum diskutiert wird, liegt daran, weil der Missbrauch von einer Frau ausgeht, aber das macht es nicht in Ordnung, weniger schlimm oder unproblematisch. Ganz im Gegenteil. In unserer Podcastfolge zu Bridgerton haben Conny, Tami, Nadine und ich darüber auch ausführlich diskutiert. 



Welche Tropes könnt ihr nicht mehr sehen?
Habt ihr weitere Beispiele für mich?



11 Kommentare :

  1. Ich habe mich mit dem Thema noch gar nicht so bekannt, aber mir kommen alle von dir beschriebenen Tropes bekannt vor und muss sagen, dass ich diese auch nicht sonderlich toll finde. Teilweise fielen mir sogar die gleichen Filme ein, die du ein wenig später im Verlauf des Textes erwähnt hast :D
    Ich finde es auch mehr als fragwürdig mit einer Schüler-Lehrer-Beziehung in Filmen, vor allem dass es eben nicht kritisch beleuchtet wird.

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    1. Dankeschön für dein liebes Kommentar und freut mich, dass wir da die gleiche Meinung haben und ich vor allem beim Trope Schüler-Lehrer nicht allein dastehe. Fand das immer so komisch, dass das bei "Pretty Little Liars" niemand hinterfragt hat und alle Ezra und Aria so gehypt haben. Und das ging mir schon als Jugendliche so, ich war meine ich 16 oder so als ich mit Pretty Little Liars angefangen habe und schon da war es ein absolutes No Go für mich.

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  2. Oh ja, das sind echt die absoluten Klischees, die du hier perfekt auf den Punkt und zusammen gefasst hast! Die sind echt mit ein Grund, warum ich dieverse Bücher (wie viele Trilogien brauchen wir noch...) und Serien gar nicht mehr erst anfasse. Sie machen mich mittlerweile einfach wahnsinnig. ^^

    Mir ging es bei Tris damals auch so...
    Ich mochte Twilight noch ganz gern (da kann man halt auch über einiges diskutieren, aber das hab ich halt trotzdem gern gelesen), aber spätestens nach dem dritten Buch mit ähnlichen Hauptdarstellerinnen fand ich es echt langsam anstrengend...

    Was Bridgerton angeht, muss ich einfach sagen, dass ich da sämtliche Sex Szenen an sich nicht gut finde... also ja, besagte Szene ist problematisch, aber ich fand's halt auch super schwierig, dass mit Daphne keiner vernünftig redet. Ich finde da quasi alles ab der Hochzeitsnacht nicht ganz okay. XD

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    1. Dankeschön für dein liebes Kommentar Christine,
      also per se habe ich ja nichts gegen Reihen bzw. Trilogien, aber was mich auch etwas nervt, dass es gefühlt fast nur noch Reihen und kaum alleinstehende Bücher gibt. Das nervt mich ja auch bei Thriller total, weil man dort scheinbar nicht imstande ist auf den Klappentext anzugeben, ob das Buch zu einer Reihe gehört oder nicht. Unfassbar oft habe ich dann schon Band 3 von Thriller-Reihe XY gelesen und war darüber echt genervt. Zumal ich auch nicht von jedem Ermittler-Duo unfassbar viele Bände brauche. Aber gut genug gerantet :D.

      Ich bin ja froh, das ich bei Fantasy-Trilogien viele der gehypten Reihen noch nicht gelesen habe, sprich aktuell gehen für mich die Muster noch in Ordnung, aber klar, dass sich da irgendwann eine Übersättigung einstellt, einfach weil die Abwechslung fehlt.

      Zu "Bridgerton": Bei der Szene stimmen wir ja überein. Generell hat die Serie für mich aber auch an Qualität verloren, als Daphne und Simon dann ein Paar wurden. Mich hat echt genervt, dass sie nicht kommuniziert haben, damit hätte man die Konflikte in einer Episode gelöst gehapt. Hatte ja auch eigentlich damit gerechnet, dass die tatsächlich erst im Finale ein Paar werden und man diese Fake-Beziehung etwas länger betreibt.

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  3. Hi Nicole,
    interessantes Thema, dass du hier aufbringst, weil du viele Dinge, hier einfach mal bewusst gemacht werden. Mich nervt das "Not-Like-Other-Girls"-Ding auch, weil trotzdem sind die natürlich auch immer attraktiv....also irgendwie ein Klischee, das keins sein will. Dieses "Damsel-in-Distress" ist ja auch häufig in Disney-Filmen (nicht in allen) ein Thema. Dazu fällt mir ein: Als ich letztens bei Disney+ kurz mal "Timon und Pumba" reingeschaut habe, kam sogar eine Triggerwarnung, in der darauf hingewiesen wird, dass es Stereotpyen/rassistische Konnotationen hervorrufen kann, die heutzutage nicht mehr angebracht sind. Das fand ich schon interessant.
    Liebe Grüße!

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    1. Dankeschön für dein liebes Kommentar Vanessa,
      bei "Not-like-Other-Girls" musste ich auch an Krimis denken, also da findet sich sowas ähnliches in den Büchern wieder. Ich lese das Genre ja gerne, aber irgendwann ist mir dann aufgefallen, wie oft manche Autoren die Optik der weiblichen Hauptfigur betonen, die natürlich unfassbar schön ist und wie ein Topmodel aussieht. Ich glaube das war vor allem bei Simon Beckett bei der David-Hunter-Reihe einmal richtig schlimm, wo ich mir dann nur noch genervt dachte, ich weiß wie toll die Figur aussieht, man muss mich daran nicht ständig erinnern. Finde ich gerade hier echt nervend, weil es ja null zum Plot beiträgt und eher in das Stereotyp spielt, dass nur hübsche Frauen Erfolg haben.

      Das mit Disney+ habe ich auch schon gehört, bei Kindern kann man wohl auch als Elternteil entscheiden, ob die Filme überhaupt im Kinder-Profil angezeigt werden. Finde das eigentlich nicht schlecht, weil man sich so hoffentlich damit auseinandersetzt.

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  4. Oh danke für den Beitrag XD ich glaube "Not-Like-Other-Girls" ist für mich immer noch das schlimmste. Das kann ja gut klappen, bspw. im Kontext von Sailor Moon, wo die Titelfigur erstmal auch ganz viele Eigenschaften hat, die nichts mit der auserkorenen, Retterin zutun haben usw. Aber ansonsten ist das Trope echt ein einziger Krampf ... . Ich weiß ja nicht, ob du FanFictions liest, aber das ist auch ein Hort von Tropes. ^^

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    1. Dankeschön für dein liebes Kompliment,
      Ja ab und an lese ich Fanfictions und weiß was du meinst, da findet man tatsächlich sehr viele Tropes wieder :D. Wobei ab und an tatsächlich auch Perlen darunter sind, also manche Fanfictions zu Serien würden sich auch gut für eien Episode oder einen Staffelhandlungsstrang anbieten :D. Manche Fans haben da echt geniale Ideen. Aber ja: Man findet auch viel gewöhnungsbedürftiges. Muss da gerade an das SPN-Fandom und so manche Fanfiction dazu denken, wo es mir dann echt graust in Bezug auf bestimmte Paarkominationen oder bestimmte Inhalte.

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  5. Liebe Nicole, ein schöner Beitrag und wirklich tolle Figuren! Musste auch oft den Kopf nicken, muss nur zugeben, dass ich ja schon eine Schwäche für Forbidden Lovestorys habe ;D Ja in der Realität passen sie nicht mehr ganz, aber so zwischen Vampir und Mensch und halt in historischen Settings, in Downton Abby habe ich da auch mein Lieblingspärchen. Und das mit Elena war auch ein Grund warum ich lange nicht mit ihr warm geworden bin und bei Supernatural ist es mir wie du weißt ja auch aufgefallen. Das "nicht wie die andere zu sein" bedient auch wieder Misogynie und schmerzt mir mittlerweile, wir Frauen erleben so viel Sexismus, da sollten wir es nicht auch noch unter einander betreiben. Und das mit der dunklen Vergangenheit mag ich auch nicht, darüber haben wir ja auch schon viel gequatscht, finde aber, dass es da auch einige gute YA Bücher, die das Trope nicht bedienen oder wie in New Chapter mit dem Trope des Bad Boys spielerisch umgehen, was ich mag.

    Alles Liebe

    Nadine

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    1. Dankeschön für dein liebes Kommentar Nadine,
      wie gesagt es ist immer eine Frage, wie das umgesetzt wird. Das mit den inneren Dämonen, dem Bad Boy, kann funktionieren, wenn man damit eben reflektiert umgeht oder klar kennzeichnen, wenn Grenzen überschritten werden und es so eher einen aufklärischen Charkater hat, bei dem den Zuschauern etwas mitgeteilt, die zum Nachdenken und hinterfragen ihres eigenen Verhaltens angeregt werden. Ich denke am Ende kann jedes Trope positiv oder negativ sein, je nach Umsetzung. Viele schaffen es ja tatsächlich ausgelutschte Tropes auf innovative Weise einzusetzen, auch das kommt vor.

      Zu Lehrer-Schüler: Da schließe ich mich an.

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  6. Ach ja, was ich vergessen habe: Schüler und Lehrer Beziehungen finde ich furchtbar. Kann das Trope nicht verstehen. Eventuell werde ich ja später Lehrerin und mir kraust es immer, wenn ich das Trope sehe. Fand in der Schule auch nie einen Lehrer attraktiv und verstehe nicht wo dieses Trope her kommt, warscheinlich weil es was verbotenes ist. Aber es geht halt einfach gar nicht. Als Pädagoge hast du ne Verantwortung. Du bist die Autoritätsfigur im Raum, also nop sowas geht für mich gar nicht.

    Liebe Grüße
    Nadine

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