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Montag, 30. Dezember 2019

Jahresrückblick: Neue Serien 2019 - Meine Highlights, das Mittelfeld und die Flops!

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Ein weiteres Serienjahr liegt hinter uns und 2019 hat uns viele Serien-Neustarts beschert. Dank Netflix, Amazon Prime und Sky dürfen sich Serienjunkies mittlerweile an einem stetigen Fluss an Neuerscheinungen erfreuen. Jeder Monat bringt irgendeine neue Produktion, die hoffentlich neue Abonnenten ködert. Dementsprechend umfangreich ist auch mein Jahresrückblick, denn ich habe in einige Serienneustarts reingeschaut und möchte natürlich meine persönlichen Highlights, das Mittelfeld und die Flops genauer beleuchten. Damit der Beitrag nicht noch länger wird, gibt es diesmal zwei Serien-Rückblicke: Zum einen die neuen Serien 2019, zum anderen Serien Fortsetzungen. Trotz vieler neuer Serien, war aber dann doch überraschend viel dabei, dass mich begeistern konnte. Auffallend: Es sind vor allem Mini-Serien, die mich im vergangenen Jahr umgehauen haben. Flops hatte ich nicht viele, aber vielleicht bin ich den Serien, die bei so manchem Zuschauer für Frust gesorgt haben, einfach nur gut aus dem Weg gegangen? So oder so: 2019 war für mich kein schlechtes Serienjahr und ich bin gespannt, ob 2020 das toppen kann, immerhin bringt schon der Januar einige neue Serien auf die ich mich schon freue. In den nächsten Tagen geht es beispielsweise schon los mit "Das Boot" und "Dracula", zwei Serien auf die ich schon sehr gespannt bin. Mal schauen, ob da schon ein frühes Serien-Highlight für 2020 dabei ist.





Jahresrückblick: Neue Serien 2019:

 


Jahresrückblick 2019: Meine Serien-Highlights:


Alle Serien-Highlights des ersten Halbjahres findet ihr in meinem Beitrag "Film- und Serien-Higlights so far". Am meisten überzeugt hat mich hier Ava DuVernay's "When They See Us", das mir noch jetzt im Kopf herumspuckt. Selten hat mich eine Serie so traurig, gebrochen und ungläubig zurückgelassen, wie diese. "When They See Us" lässt einen anlässlich der Ungerechtigkeiten am System zweifeln und gerade das macht es so wichtig, dass diese Geschichte erzählt wird. Das wir daraus lernen und etwas verändern. Denn das einzige Verbrechen der Jugendlichen war ihre Hautfarbe. Und wir wissen alle, dass das keine Einzelfälle sind. Rassismus im amerikanischen Justiz- und Polizeisystem ist weit verbreitet und auch hierzulande wird dies wieder salonfähig. Eine erschreckende Entwicklung. 


Serien von Sky:


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Urheberrecht: Sky / HBO


Erst kürzlich habe ich "Chernobyl" beendet, eine Serie, über die ich in meinem Bekannten- und Freundeskreis bisher nur Gutes vernommen habe. Dementsprechend neugierig war ich, sodass ich überaus glücklich war, als ich die DVD anlässlich meines Geburtstages in den Händen halten durfte. Dass die Partnerschaft zwischen Sky und HBO ein lohnenswertes Geschäft ist, beweist auch diese Serie, denn "Chernobyl" wird als eine der besten Serien des Jahres gehandelt. Zu Recht. Die Bilder über das Unglück im Atomkraftwerk, die anschließende Aufklärung und all die Opfer, die am Ende der Preis für die Lügen waren, bleiben im Kopf. Sie erschüttert, schockiert und ist nicht so leicht zu verdauen. Es ist keine Wohlfühl-Serie. Es ist eine Serie, die vor Augen führt, was Lügen anrichten, wie schnell diese zur Gewohnheit werden, bald wichtiger als die Wahrheit sind und bis heute anhalten. Doch "Chernobyl" zeigt auch, wie viele Menschen ihr Leben gelassen haben, um Millionen andere zu schützen. Helden, die mir bis dato unbekannt waren. Wie ein System versucht die Stimmen derjenigen zu unterdrücken, die die Wahrheit erzählen und mit welchen Methoden sie eingeschüchtert wurden. Der Umgang der Regierung mit der Katastrophe macht fassungslos, anstatt die Menschen aufzuklaren, wird die Wahrheit vertuscht und so mit Menschenlieben gespielt. Keine Szene macht dies deutlicher, als gleich zu Beginn, wenn die Menschen auf der Brücke im Ort stehen und dabei zu sehen, wie Tschernobyl brennt und im Aschenregen tanzen - mit tödlichen Folgen, denn die Brücke ist heute als "Brücke des Todes" bekannt. "Chernobyl" gelingt eine authentische Darstellung der Ereignisse, aber auch der Sets und Kostüme, die die 80er Jahre in der Sowjetunion perfekt widerspiegeln. Eine Detailtreue die nicht überrascht, wenn man liest, dass die Produzenten rund um Craig Mazin 2,5 Jahre recherchiert haben, um die Geschichte bis ins kleinste Detail treu wiederzugeben. Sie haben wissenschaftliche Artikel und Bücher von Augenzeugen gelesen, haben sich mit ehemaligen Bewohnern der Stadt Prypjat gesprochen sowie Wissenschaftlern, die sich auf dem Gebiet der Atomphysik auskennen.


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Die Cinematography ist wirklich erstaunlich, wobei die Serie sich generell auf hohem Niveau bewegt, auch was die Schauspieler anbelangt. Sicherlich kann man hier kritisieren, dass viele der Dialoge nicht auf Russisch, sondern auf Englisch sind, aber man muss auch bedenken, dass es sich nun mal um eine internationale Koproduktion handelt, sodass Schauspieler aus vielen Ländern daran mitgewirkt haben. Schonungslos ehrlich ist man jedoch auch bei der Darstellung der Folgen, die die Strahlenkrankheit am Ende bei denjenigen anrichtet, die sofort am Unfallort waren. Als Zuschauer ist dies unfassbar schwer mit anzusehen und ja, auch wenn ich natürlich weiß, dass es sich um einen grauenvollen, schmerzhaften Tod handelt, ist es doch noch einmal etwas anderes dies in solch drastischer Form vor sich zu sehen. "Chernobyl" ist deshalb vielleicht auch nicht für jeden geeignet, doch trotzdem erzählt die Serie eine Geschichte über die viel zu Lange geschwiegen wurde. Doch wie genau haben die Produzenten die Realität getroffen? Laut Augenzeugen und ehemaligen Bewohnern sind alle wichtigen Details und Vorgänge korrekt dargestellt. Natürlich gibt es hier und da kleine Änderungen, die beziehen sich aber nicht auf die Katastrophe sowie dem, was danach folgte. Wer gerne mehr wissen möchte, was geändert wurde und aus welchem Grund: Die Produzenten haben eigens dafür einen Podcast ins Leben gerufen, der sich mit ihren Entscheidungen befasst. Es schockiert, wie versucht wurde die Katastrophe herunterzuspielen und wie wenig die Bewohner und die Welt über die wahren Ereignisse aufgeklärt wurden. 




Serien von Amazon Prime:


Urheberrecht: Amazon Prime
Zu was Fantasy fähig ist, hat hingegen Amazon Prime's "Carnival Row" bewiesen - eine Serie, die sich aufgrund des Genres unweigerlich dem Vergleich mit "Game of Thrones" stellen musste. Und wisst ihr was? Ich bin dem schon jetzt überdrüssig, denn auch wenn eine Serie im gleichen Genre angesiedelt ist, möchte sie vielleicht gar nicht das nächste "GoT" sein, muss sie in meinen Augen auch gar nicht. Bei "Carnival Row" brauchte ich etwas, bis ich in die Serie und deren Welt hineingefunden habe, was aber in meinen Augen ganz normal ist. Immerhin wird versucht eine reichhaltige Geschichte in nur wenige Folgen zu packen und uns begegnen viele unterschiedliche Charaktere. Was dann aber doch ausschlaggebend dafür ist, dass "Carnival Row" zu einem Highlight von 2019 wurde, sind die Parallelen zu unserer aktuellen politischen Situation: die leider wieder erstarkten Phänomene des Rechtsextremismus, Rassismus und der Fremdenfeindlichkeit. Auch "Carnival Row" zieht mit seiner Storyline einen Gegensatz zwischen wir und denen, in diesem Fall Menschen vs. übernatürliche Wesen, der von politischen Akteuren gezielt genutzt wird, die daraus Kapital schlagen und den Hass fördern. Denn bei der Stadt Carnival Row handelt es sich um einen Ort, der scheinbar wie ein sicherer Hafen für die mystischen Wesen wirkt, die vor Krieg flehen und dort nach Schutz trachten. Doch die Menschen der Stadt fühlen sich zunehmend bedroht von den Feen oder Zentauren, sodass eine brutale Mordserie nicht lange auf sich warten lässt. Mit der Aufklärung wird der Polizist Philo betraut, der sein eigenes Geheimnis hütet. Dieses droht aufzufliegen, als Vignette plötzlich in der Stadt ankommt. Genossen habe ich neben der aktuellen Relevanz auch die Ränkespielen und Intrigen sowie das Schauspiel von Cara Delevigne und Orlando Bloom, die eine überraschend gute Chemie miteinander haben. Lediglich die generische Krimihandlung hätte es für mich nicht gebraucht, da deren Ende auch nicht wirklich überraschend ausgefallen ist. Trotzdem: Die letzte Szene der Serie macht erneut die Relevanz von "Carnival Row" deutlich, denn die mahnt gerade zu davor, was passiert, wenn die Geschichte sich wiederholt. 



Urheberrecht: Amazon Prime
Doch der Streamingdienst hat bei mir auch mit "The Boys" ins Schwarze getroffen. Ehrlich gesagt hatte ich keine Ahnung, was mich erwarten würde. Gereizt hatte mich die Produktion vor allem aufgrund ihres Showrunners: Eric Kripke. Der hat mit "Supernatural" nämlich meine absolute Lieblingsserie erschaffen und auch mit "Timeless" einen Geschmack getroffen. "The Boys" reiht sich da nun perfekt ein, was vor allem aufgrund der ungewohnten Interpretation der Superhelden-Thematik geschuldet ist. "The Boys" ist frisch, voller dunkler Humor und Seitenhiebe auf Marvel und DC. Das ganze spielt in einer Welt, wo Superhelden von der Menschheit gefeiert werden. Doch anders als ihre Kollegen aus den bekannten Franchise geht es den Mitglieder von "The Seven" nicht darum die Menschen zu retten, sondern sie wurden mit der Zeit korrumpiert. Sie wollen als Idole angebetet und gefeiert werden, sind wandelnde Geldmaschine, die vor allem an einem interessiert sind: Image-Pflege. Ihr Alltag besteht aus geplanten Rettungsmission, Reden zu wichtigen Anlässen und dem Besuch von Empfängen. Lediglich das neueste Mitglied Starlight möchte anderen noch helfen. Es sollte nicht überraschen, dass sich bald eine Gruppe formiert, die gegen die Superhelden ins Feld ziehen, wobei auch die Gegenspieler The Boys keine Helden sind. Generell ist "The Boys" brutal, die Sprache derbe und auch das muss man mögen. Trotzdem war ich überrascht, wie viele aktuelle Bezüge sich finden lassen und wie gut vor allem auch das Thema Feminismus durch Starlights Figur aufgegriffen wird. Einzig vom Finale hatte ich mehr erwartet, denn das hat sich eher wie ein Mid-Season-Finale angefühlt, da auch die Wendung nicht allzu schockierend ist. Trotzdem ist "The Boys" eine meiner Lieblingsserien geworden, was nicht nur an der frischen und bitterbösen Umsetzung liegt, sondern auch an den genialen Schauspielern. Anthony Starr beschert mich jetzt noch Alpträume und Chace Crawford durfte als Ekel mal eine neue Seite von sich zeigen. 




Serien von Netflix:


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Urheberrecht: Netflix


Netflix hat hingegen mit "The Society" bei mir gepunktet. Es hat etwas gedauert, bis ich in die Jugend-Msteryserie reingeschaut habe, dann hat sie mein Herz aber im Sturm erobert, auch oder gerade weil sie so politisch ist. Im Mittelpunkt steht eine Gruppe Jugendlicher, die nach einem abgebrochenen Schulausflug ihre Heimatstadt verlassen vorfindet. Alle Erwachsenen sind wie vom Erdboden verschluckt. Die Schüler fragen sich nicht nur, was mit ihnen und den restlichen Einwohnern passiert ist, sondern müssen eine komplett neue Gesellschaft aufbauen - daher auch der Titel der Serie. Viele haben sich schnell darüber aufgeregt, dass das Mysterium nur als Nebenhandlung betrachtet wird, aber das ist nun mal auch nicht das  Ziel der Serie. Beide Produzenten der Serie haben zwar versichert, dass sie Antworten auf all die offenen Fragen haben, aber der Fokus der ersten Staffel liegt ganz klar darauf, wie die Jugendlichen versuchen gesellschaftliche Regeln zu etablieren. Besonderen Zündstoff hat das ganze gerade deshalb, weil es sich praktisch noch um Kinder handelt und es somit an Ärzten, Richtern oder Polizisten fehlt, die für Ordnung und Sicherheit sorgen könnten. Somit werden natürlich bald unterschiedliche Fragen aufgeworden, die sich damit auseinandersetzen, wer die Führung übernehmen soll und wie die Person legitimiert wird. Was passiert mit denjenigen, die Verbrechen begehen? Wer urteilt über sie? Und was, wenn jemand ernste medizinische Hilfe braucht? Auf einige der Fragen gibt es schon in der ersten Staffel eine Antwort, oft mit schockierenden Konsequenzen. "The Society" hat definitiv einige harte Szenen, die ich so gar nicht erwartet hätte. Trotzdem finde ich es toll, dass es eine Jugendserie gibt, die so politisch ist und sich mit solchen Fragen auseinandersetzt, darüber hinaus auch Depressionen und häusliche Gewalt aufgreift. Ich habe Staffel 1 genossen, auch weil das ganze mit genügend Drama vermischt wird und sich immer wieder Parallelen zum "Rattenfänger von Hameln" finden lassen. Das könnte schon zeigen, in welche Richtung die Geschichte sich entwickelt. 



Wie viele andere, habe ich im Dezember noch "The Witcher" für mich entdeckt. Die Videospiele kenne ich nur vom Hörensagen, die Bücher habe ich bisher noch nicht gelesen (möchte dies aber ändern), sodass ich ohne große Erwartungen an die Serie herangegangen bin. Die Vergleiche mit "GoT" finde ich schon jetzt etwas übertrieben, denn was da teilweise kritisiert wird, lässt mich dann doch mit dem Kopf schütteln. "GoT" hat Dramaturgie nicht erfunden und sich sicherlich auch an bekannten Werken orientiert, zumal "The Witcher" vor "GoT" erschienen ist, wenn man also einen Fenstersturz kritisiert, dann sollte man doch recherchieren, ob der nicht auch so in der Buchvorlage steht. Diese Antworten finden sich leicht im Internet. Aber darum soll es nicht gehen. Mit hat Staffel 1, trotz des vorhersehbaren Endes und des fiesen Cliffhangers, gut gefallen. Sie ist anspruchsvoll, in Bezug auf die einzelnen Zeitebenen, heißt: Ihr müsst hier mitdenken. Liefert abseits dessen aber alle wichtigen Infos anhand der Dialoge, sodass ich mich auch als Nicht-Buchleser mittlerweile in der Welt zu recht finde. Die Mischung aus Humor, Horror und Fantasy ist den Produzenten bisher gut gelungen, die Charaktere sind (bis auf Gerald) komplex. Vor allem die weiblichen Figuren haben mein Interesse geweckt, denn sie sind vielschichtig, tough und nicht immer perfekt. Bei Gerald hoffe ich hingegen noch auf etwas mehr Tiefe, aber denke das kommt im Verlauf der Serie noch. Aktuell fängt man, wenn ich dem Internet glauben schenken kann, die Buchvariante gut ein und das muss auch honoriert werden. Optisch gefällt mir das Ganze ebenfalls gut. Die Effekte sind gelungen, die Horrorelemente oft schön ekelerregend oder schaurig und die Wesen können sich sehen lassen. Schauspielerisch habe ich auch nichts zu meckern. Da haben die Produzenten einen tollen Cast versammelt.



Serien im TV:


Urheberrecht: ITV
Eine Mini-Serie, die mich im TV begeistern konnte, war "Vanity Fair". Arte hat die sieben Folge an zwei Donnerstagen ausgestrahlt und mich dabei gut unterhalten. Es handelt sich dabei um eine weitere Adaption des gleichnamigen Klassikers von William Thackeray, die in Zusammenarbeit mit ITV und Amazon Studios entstanden ist. Diesmal schlüpft Olivia Cooke in die Rolle der Becky Sharp, die versucht sich aus der Armut zu befreien und in die Obersicht aufzusteigen. Dies gelingt ihr auch, doch zu welchem Preis? Ich muss gestehen, dass ich weder die Buchvorlage, noch den Film aus 2004 gesehen habe, sodass es sich bei der Serie um die erste Adaption handelt, die ich mir angeschaut habe. Die hat mir aber gut gefallen, sodass ich mir den Film mit Reese Whiterspoon auch gerne noch anschauen möchte. "Vanity Fair" hat sicherlich nicht die besten CGI-Effekte, etwas was ich von ITV aufgrund des begrenzten Budgets gewöhnt bin, aber die Geschichte passt aufgrund ihrer Leichtigkeit perfekt zum britischen Sender. Das ganze ist eine historische Soap, die einen oft zum Schmunzeln bringt, der es aber perfekt gelingt mit der vierten Wand zu spielen. Diese kleinen, gezielten Blicke in die Kamera sind gelungen und unterstreichen die Botschaft, die die Serie vermitteln möchte. Becky bewegt sich immerhin in einer Welt, wo jeder etwas möchte, nach etwas strebt und niemand wirklich selbstlos handelt. Jeder versucht das Beste für sich herauszuschlagen und verfolgt immer eigene Motive. Becky ist da nicht anders und das macht sie natürlich zu einer Hauptfigur, die sich in wunderbaren Grautönen bewegt. Auf der einen Seite kann man ihren Wunsch der Armut zu entfliehen nachvollziehen, würde es selbst wahrscheinlich nicht anders machen und die eigene Intelligenz, aber auch Reize dafür nutzen, auf der anderen Seite nutzt sie selbst die Menschen aus, denen sie wirklich am Herzen liegt. Ich glaube, dass niemand besser das hätte verkörpern können als Olivia Cooke, die wirklich einen grandiosen Job macht. Ich mochte sie in dieser Rolle und finde, dass sie sogar eine ihrer besten Leistungen abliefert. Abseits dessen kommen Fans von Kostümdramen auch aufgrund der tollen Kleider auf ihre Kosten.





Jahresrückblick 2019: Serien im Mittelfeld:


Urheberrecht: Netflix
An "The Order" hatte ich große Erwartungen, immerhin wurde die Serie schnell als "Harry Potter" für Erwachsene" beworben. Keine kluge Strategie, vor allem da die Produktion damit nicht mithalten kann. Optisch, handlungstechnisch und auch schauspielerisch nicht. Dabei hatte die Grundprämisse eigentlich Potenzial, denn die dreht sich um Jack Morton, der den mysteriösen Tod an seiner Mutter rächen möchte und dazu in eine Welt voller Magie eintritt, als er Mitglied eines Geheimordens wird. Magie ist per se immer etwas, dass mich interessiert und fasziniert. Nicht umsonst bin ich ein großer Potterhead. Erzählerisch, aber auch optisch gibt es da keine Beschränkungen und gerade bei Netflix hatte ich mehr erwartet. Das ganze wirkt dann doch trashig, bei den Schauspielern spürt man durchweg, dass diese bisher nur wenig Erfahrung haben, die Figuren sind klischeebehaftet und auch die Storyline nicht besonders innovativ. Im Mittelfeld landet die Serie jedoch deshalb, weil ich die letzten Folgen der ersten Staffel dann doch etwas gelungener fand, es gibt einen kleinen Anstieg in der Qualität und auch der finale Cliffhänger ist etwas anderes. "The Order" hat mich stark an "Teen Wolf" erinnert, denn das war in der ersten Staffel auch nicht bombe, hat dann aber einen unfassbaren Sprung gemacht, sowohl was Effekte, Handlung und Schauspieler anbelangt. Aktuell ist "The Order" für mich eher eine Guilty Pleasure, bei der ich auf den "Teen Wolf"-Effekt hoffe



Eine Serie die optisch und schauspielerisch einiges her macht ist "A Discovery of Witches", der Verfilmung des gleichnamigen Romans. Vampire haben auch 2019 noch Bestand und obwohl ich solche  Geschichten liebe, schafft es die Sky-Serie bei mir nur ins Mittelfeld. Geschuldet ist dies der Darstellung der Beziehung zwischen der Hexe Diana, die sich bald als besonders mächtig entpuppt, und dem Vampir Matthew, der schon 1.500 Jahre auf dem Buckel hat. Obwohl es ein Tabu ist, dass magische Wesen sich vermischen, gehen die beiden eine Beziehung ein und ziehen damit die Wut der übernatürlichen Community auf sich. Während ich die Cinematography und Sets gelungen finde, genauso wie die Darstellung der Kräfte von Diana (wobei einige Buchleser hier unzufrieden waren, denn dort kann sie wohl noch mehr und das soll dort auch noch besser wirken), ist die Beziehung der Figuren ein großes Manko. Hier verlässt man sich zu sehr auf veraltete Klischees, denn Matthew dominiert Diana, spricht für sie und vereinnahmt sie komplett. Das mag in den 2000ern noch normal gewesen sein, mittlerweile hat sich die Gesellschaft aber weiterentwickelt und solche Beziehungen spiegeln die Realität nicht mehr wieder. Das finde ich schade, denn die Serie entwickelt abseits dessen einen Sog den man sich nicht entziehen kann, auch weil die Gruppierung der Dämonen beispielsweise sehr interessant ist und da sicherlich noch etwas mehr drinnen gewesen wäre, wenn man sich so manchen Stereotyp entledigt hätte, auch weil die Schauspieler für sich genommen ihre Rollen glaubhaft verkörpern. 



Während viele in meiner Twitter-Timeline "Good Omens" gehypt haben, wobei diejenigen auch das Buch kennen, hatte ich so meine Probleme mit der Amazon-Serie. Ich bin ein Fan von Mysteryserien und schaue viele Produktionen in denen die bekannten biblischen Figuren vorkommen. "Good Omens" hatte also mit seinem Fokus auf der Zusammenarbeit zwischen einem Dämon und einen Engel, die gemeinsam versuchen die Apokalypse zu verhindern, nachdem sie feststellen, dass sie den Antichristen verloren haben, eigentlich alle Zutaten um bei mir ein voller Erfolg zu werden. In Teilen war sie das auch. Ich mochte zum Beispiel David Tennants Interpretation von Crowley, der auch in der Serie mit seinem Humor und seiner Lässigkeit punktet, ich habe die Beziehung zwischen ihm und Azriphale gefeiert, da mehr als einmal zwischen den Zeilen deutlich wird, dass die beiden romantische Gefühle hegen, sehr cool war es auch, dass Gott weiblich ist und ebenso lassen sich viele kritischen Anspielungen auf aktuelle globale Probleme, wie den Klimawandel, finden. Trotzdem war mir die Serie in manchen Momenten dann zu verrückt, das muss man eben mögen. Ich mag es dann doch immer etwas realistischer und nicht so überzogen. Auch vom Ende hatte ich mir mehr erwartet, das hat mich doch enttäuscht zurückgelassen, entspricht aber auch dem was im Buch abgeliefert wird. 



Urheberrecht: The CW
Das "Charmed"-Reboot hat ja schon im Vorfeld für Diskussionen und Kontroversen gesorgt. Schon die Entscheidung die ehemaligen Darsteller nicht ins Boot zu holen, obwohl diese mehrfach ihr Interesse beteuert hatten, ist bei vielen Fans nicht gut angekommen. Doch The CW hat sich dann für einen Reboot ohne die ursprünglichen mächtigen Drei entschieden und die neue Version kann definitiv nicht in allen Punkten mit dem Original mithalten. Doch kommen wir erst zum Positiven: Das Reboot weißt mehr Diversität auf, nicht nur in Bezug auf Ethnie, sondern auch was sexuelle Orientierungen anbelangt. In diesem Punkt hat man die Serie perfekt in die Moderne geholt und einiges besser gemacht, als das Original. Die Chemie der drei Schauspielerinnen entwickelt sich im Verlauf der ersten Staffel positiv, auch weil jede von ihnen sich schauspielerisch steigert. Ebenfalls besser gestaltet sich so mancher Handlungsstrang, wo es einige Antworten etwas flotter gibt oder wie im Falle von Maggie und Parker, die das Pendant zu Pheobe und Cole bilden, wurde die Prämisse wesentlich besser umgesetzt. Doch nichts desto trotz lassen sich einige Schwachpunkte finden, denn gerade zu Beginn sind die Dialoge schmerzhaft. Das bessert sich im Verlauf der ersten Staffel, aber ab und an muss man sich auf Trash gefasst machen. Schmerzhaft für 2019 sind auch die Effekte. Ich weiß, dass The CW das kleinste amerikanische Network ist, aber selbst die Effekte der Originalserie sind besser und gerade in anbetracht dessen, dass die Technik sich weiterentwickelt hat, weiß ich nicht was hier schiefgegangen ist. Am schlimmsten finde ich aber die Art und Weise wie versucht wird feministisch zu sein. Versteht mich nicht falsch, ich finde gut, wenn sich Serien dahingehend positionieren, ich habe dies in diesem Beitrag oft gelobt, aber es kommt eben auch darauf an wie diese Botschaften eingebaut werden. Ob zwischen den Zeilen, sodass der Zuschauer dazu animiert wird nachzudenken oder eben mit der Holzhammer-Methode, die den Zuschauer belehren und eine Meinung aufzwängen möchte. "Charmed" entscheidet sich oft für letzteres und das kommt natürlich bei vielen nicht gut an. Etwas weniger würde hier gut tun. Trotzdem freue ich mich nun auf Staffel 2, die sogar als Reboot vom Reboot bezeichnet wird. Der Ton wird sich somit noch einmal ändern. 




Jahresrückblick 2019 - Die Serien-Flops:


Ein Jahr kommt aber auch nicht ohne Serienflops aus, wobei die sich bei mir in Grenzen gehalten haben, aber ich habe auch Serien wie "The I-Land" oder "Another Life", über die sich viele Zuschauer aufgeregt haben, noch gar nicht gesehen.


Im Zug meines Sky-Abos habe ich mich gefreut in die neueste Comicverfilmung der Russo-Brüder reinschauen zu können: "Deadly Class". Die dreht sich um eine Schule für Killer auf der sich Kinder von Verbrechern wiederfinden und zu perfekten Tötungsmaschinen ausgebildet werden. Markus lebt auf der Straße und wird überraschend für die Schule rekrutiert. Dort muss er sich nicht nur tödlichen Aufgaben stellen sondern findet bald eine Familie. Trotz Prämisse, die Raum für spannende, ungewohnte Charaktere geboten hätte und einige interessante Fragen um Moral hätte aufgreifen können, hat man das Potenzial nicht wirklich genutzt. Ich habe schon bei der Hälfte der zweiten Folge abgebrochen, weil ich mich gelangweilt habe und die Figuren allesamt schwer zu ertragen waren. Keine Ahnung, ob das noch besser wurde, aber nun ist die Serie eh nach einer Staffel Geschichte und mir meine Zeit zu schade, um weiterzugucken. 

"Krieg der Welten" habe ich hingegen komplett fertig geschaut und obwohl die Serie schauspielerisch und optisch gelungen ist, bin ich nicht mit der Handlung und den Figuren warm geworden. Mit hatte die Serie zu viele Längen, es fehlte der Pepp, das Besondere. Was uns gezeigt wurde, war alles schone einmal dar, nur eben besser. Lediglich der Cliffhänger am Ende der ersten Staffel konnte mein Interesse etwas steigern, aber abseits dessen habe ich mich dann doch eher durch die sieben Folgen gequält, als sie genossen. 


Sobald die neueste Folge von BingeHype online gegangen ist, könnt ihr einen Teil meines Serienrückblickes im Audio-Format genießen. Die Episode verlinke ich euch dann an dieser Stelle. Dort erwarten euch natürlich dann spannende Diskussionen sowie die Serien-Highlights und Flops von Conny, Tami und Nadine. Darüber hinaus haben wir uns auch gleich das Filmjahr 2019 vorgenommen. Euch erwartet eine spoilerfreie Besprechung unseres Serienjahres, bei der wir u.a. über "The Witcher", "Chernobyl", "The Boys", "The Expanse", "Stranger Things 3", "Sabrina" (S2) uvm. diskutieren und filmische Highlights wie "Green Book", "Parasite", "Avengers Endgame", "König der Löwen" unter die Lupe nehmen. Was die Flop anbelangt, so sorgt vor allem eine Serie bei uns für Furore, die 2019 generell für hitzige Diskussionen gesorgt hat: "GoT".






Und nun zu euch: 
Welche Serien-Neustarts haben euch in 2019 besonders überzeugen können?
Was entpuppte sich hingegen für euch als Flop?
 Was landet im Mittelfeld?


Kommentare :

  1. Tatsächlich habe ich auch 2019 vermehert alte Serien auf DVD geguckt.....Dawsons Creek (mein absolutes Jahreshighlight), Alias, Heartland, ansonsten Once Upon a time, when calls the heart usw.
    Charmed habe ich auch nach den ersten paar Folgen abgebrochen, obwohl die Serie sicherlich Potential hat :)

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    1. Dankeschön für dein liebes Kommentar Nadine ;). Wobei alte Serien auch immer gehen. Ich habe ja auch Supernatural gerewatcht bzw. meine liebsten Folgen davon, denn die ganze Serie ist bei so vielen Staffeln aktuell zeitlich nicht drinnen :D. Für mich ist das dann immer wie Zuhause ankommen und gerade in stressigen Zeiten oder wenn ich ein Tief habe, muntert mich Supernatural immer auf.

      Der Anfang von "Charmed" ist aber auch grausig, kann verstehen, wenn man da ausgestiegen ist. Es wird besser, aber eben auch nur bedingt. Wie gesagt: Vom Dialog her lassen sich immer mal cringe-Momente finden und auch die Trash-Momente, bekommen sie aufgrund der schlechten Effekte, nicht komplett weg. Mal schauen, wie Staffel 2 wird, da soll sich ja einiges ändern.

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  2. Oh ja, von Chernobyl war ich auch sehr begeistert! Ich war etwas überrascht, dass du Spuk im Hill House nicht genannt hast, aber das war ja schon in deinem Halbjahresüberblick sehr euphorisch empfohlen.

    Deadly Class fand ich nicht so übel, auch wenn es kein großes Highlight war. Bei Krieg der Welten bin ich aber ganz auf deiner Seite.

    Vanity Fair hätte ich auch gerne gesehen, leider hatte da aber meine Aufnahme am Recorder gestreikt :(

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    1. Dankeschön für dein liebes Kommentar <3. Ja genau, "Spuk Im Hill Haus" hatte ich schon genannt und da der Beitrag schon so lange ist, habe ich mich dann wirklich nur auf die zweite Jahreshälfte konzentriert :D. Bin ja bei der Serie gespannt auf Staffel 2, die kommt ja dieses Jahr. Mal gucken, ob die dann an die erste heranreicht.

      Schade, dass die Aufnahme bei Vanity Fair nicht geklappt hat. Ich kann dir nur den Tipp geben: Schau mal in die Arte Mediathek, dort gab es die Folgen sogar schon vor der Ausstrahlung und ich glaube bei den Öffentlich-Rechtlichen sind die Serien doch länger online als nur 7 Tage nach Ausstrahlung. Da gibt es doch nun neue Verträge. Vielleicht kannst du die dort noch komplett anschauen, sind auch nicht so viele Folgen (7 Stück).

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  3. Hey Nicole, ein sehr gelungener Rückblick! Ich möchte "Chernobyl" unbedingt noch sehen. Habe so unterschiedliche Meinungen gehört. In meinem Serien&Film-Jahr gab es so viele Aufs und Abs, wie wohl noch nie =)

    Zeilentänzerin

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    1. Dankeschön für dein liebes Kommentar und Kompliment <3. Ich kann dir "Chernobyl" wirklcih empfehlen, mir hat es richtig gut gefallen, auch wenn es natürlich keine Wohlfühl-Serie ist und auch nicht unbedingt zum bingen geeignet. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis waren echt alle begeistert von der Produktion :D, sodass ich noch gar nichts Negatives gehört habe.

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  4. Chernobyl klingt ja wirklich sehr gut und spannend. Ich hatte auch schon einen Post mit meinen Highlights gemacht. Bei mir waren das an Serien vor allem The Widow und The Bold Type (ja durch dich drauf gekommen, danke nochmal für die tolle Empfehlung!), im Mittelfeld muss ich leider sagen war die 3. Staffel von Stranger Things, konnte mich einfach nicht so überzeugen wie die vorherigen Staffeln, auch wenn ich die Staffel jetzt nicht schlecht fand, aber der Suchtfaktor blieb einfach diesmal bei mir aus. Extrem schlecht fand ich The man in the highcastle, habe ich nicht mal zu Ende geschaut.

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    1. Dankeschön für dein liebes Kommentar <3. Deinen Post habe ich auch gerade eben gelesen und kommentiert :). Freut mich, dass ich da bei "The Bold Type" den richtigen Riecher hatte :P. Ist halt auch echt eine tolle Serie. Oh je das mit "The Man in the High Caste" hört sich ja nicht gut an. Ich bin da noch gar nicht dazu gekommen und habe somit noch nicht in die finale Staffel reingeschaut. Mal gucken, wie sehr ich mich da durchquälen muss. Hatte nach der dritten Staffel echt lust auf das Finale gehabt.

      "Chernobyl" kann ich dir allerdings wärmstens empfehlen. Es ist natürlich keine Wohlfühl-Serie und auch nichts, dass nun zum Binge-watchen geeignet wäre, sie ist unbequem, schockierend und zeigt, welchen Preis Lügen haben. Eine Botschaft, die ja auch heute noch aktuell ist, wo viele verstärkt Lügen Glauben schenken, als der Wahrheit, nur weil es ihre eigene Ansicht widerspiegelt.

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