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Donnerstag, 13. September 2018

{Serien Rezension} 13 Reasons Why (Netflix): Macht die 2. Staffel Sinn?



Ich bin endlich durch mit der 2. Staffel "13 Reasons Why". Diesmal habe ich dafür wesentlich länger gebraucht, als bei der 1. Staffel, da es ein obsessives Binge-Watching gab. Der 2. Staffel stand ich schon im Vorfeld kritisch gegenüber, denn Hannah Bakers Geschichte wurde für mich in der 1. Staffel auf eine gelungene Art und Weise erzählt, die bis auf diverse Cliffhanger der Produzenten, keine Fragen offen ließ (zur Rezension). Trotzdem wollte ich der 2. Staffel eine Chance geben und bin mir immer noch unsicher, was ich davon halten soll, weshalb ich auch sehr lange an dieser Rezension geschrieben habe. Es gibt Dinge die haben mir gut gefallen, da sie realistisch umgesetzt sind, andere Handlungsstränge wiederum konnten mich nicht überzeugen. Die Staffel ist somit nicht grottenschlecht, aber sie kann für mich nicht mit der Qualität ihres Vorgängers mithalten. Wieso, das möchte ich euch in einer ausführlichen Rezension erläutern, in der ich auch für mich persönliche die Frage beantworte, ob die 2. Staffel für mich Sinn macht. Aufgebaut habe ich meine Rezension diesmal etwas anders und gliedere diese anhand der vorherrschenden Themen der Staffel. Da ich bei dieser Rezension Spoiler unmöglich vermeiden konnte, gilt eine Spoiler-Warnung für die gesamte Auseinandersetzung. Ihr solltet die Serie komplett gesehen haben bevor ihr meine Gedanken lest.:







Urheberrecht: Netflix



Der Fall Bryce Walker:


Fangen wir mit etwas Positiven an, denn gerade den Handlungsstrang um Jessica, Chloe, Nina und Bryce fand ich sensationell, da dieser realistisch dargestellt wird. Wer im Nachgang noch die After-Show anschaut, der erfährt, dass die Verantwortlichen viele Gerichtsurteile gelesen und intensiv recherchiert haben - das spürt man auch als Zuschauer. Denn so sehr wir auch an ein gerechtes Rechtssystem glauben möchten, manchmal versagt es einfach und diese Missstände gilt es aufzuzeigen und auszumerzen. Gerade in Amerika spielt es vor  Gericht leider immer noch eine große Rolle, welche Hautfarbe eine Person besitzt und über wie viel Einfluss, Macht und Geld er bzw. die Eltern/Verwandten verfügen. Bryce als Football-Star hat beides: Nicht nur in der Schule besitzt er hohes Ansehen, was die Unterstützung seiner Mitschüler zumindest zu Beginn erklärt, sondern auch seine Eltern üben großen Einfluss auf die Bildungseinrichtung aus (aufgrund ihrer großzügigen Spenden), haben aber auch innerhalb der Gesellschaft  eine Machtstellung. Etwas, was sich am Ende im Urteil widerspiegelt, das einen als Zuschauer mit voller Härte trifft. Es ist ungerecht, die Argumentation tut weh, aber gerade deshalb klingt die Szene nach und lässt einen darüber nachdenken, was Vergewaltigungsopfer durchmachen müssen. Über die komplette Staffel hinweg finde ich die Darstellung der sexuellen Gewalt, aber auch der sexuellen Belästigung extrem gelungen, denn mit Jessica, Nina, aber auch Chloe lernen wir drei Betroffene kennen, die alle unterschiedlich mit ihren traumatischen Erlebnissen umgehen. Für manch einen mag Chloe bestimmt keine Sympathieträgerin sein, aber es ist nicht ungewöhnlich eine Erfahrung wie diese zu verdrängen, zu leugnen oder aus Angst vor dem Peiniger zu schweigen. Da nur die wenigsten Fälle zur Anzeige gebracht und anschließend auch vor Gericht verhandelt werden, fand ich auch diese Darstellung wichtig.

Abseits des Urteils finde ich aber den Weg dorthin ebenfalls gelungen, da aufgezeigt wird, mit welchen Fragen sich Betroffene konfrontiert sehen, wie ihr eigenes Verhalten auf die Goldwaage gelegt wird und  Niemand bereit ist dem Opfer glauben zu schenken. "13 Reasons Why" macht für mich in der gesamten zweiten Staffel deutlich, wie viele Facetten Sexismus haben kann und das so gut wie alle Frauen Erfahrungen damit gemacht haben, unabhängig von Alter, Herkunft oder der sozialen Schicht. Nicht vergessen sollten wir dabei aber immer, dass auch Männer davon betroffen sind.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal kurz betonen das Justin Prentice nicht sein Charakter Bryce Walker ist, denn wie viele Morddrohungen der Darsteller aufgrund dieser Rolle bekommen hat, ist einfach nur traurig. Ich ziehe meinen Hut für seine Leistung, denn er bringt die Rolle glaubhaft rüber und schafft es, dass ich den Charakter verabscheue. Für Prentice selbst habe ich nur Bewunderung übrig, denn es ist nicht leicht eine solche Rolle zu spielen, da er in die Gedanken eines Vergewaltigers eintauchen muss und das ist am Ende des Tages keine leichte Aufgabe.




Justins Drogenabhängigkeit und sein Entzug:


Eng mit Jessicas Handlungsstrang verknüpft ist Justins Reise, der für mich in der 2. Staffel zumindest etwas Buße tun kann, indem er Ersterer helfen möchte und bereit ist die Konsequenzen für sein Verhalten zu tragen - einen anderen Weg gibt es für mich hier auch nicht. Seine Drogenabhängigkeit wird dabei in voller Härte gezeigt und auch hier gab es Szenen, wo mir das hinsehen schwer gefallen ist. Trotzdem finde ich es gut, dass man sich bewusst dafür entschieden hat, die volle Härte eines Entzugs zu zeigen. Denn der ist nicht schön und auch wenn man ihn erfolgreich absolviert hat, gibt es keine Garantie, dass man nicht irgendwann wieder den Drogen verfällt. Ich hätte mir nur gewünscht, dass die Produzenten gezeigt hätten, wie Clay & Co. sich um professionelle Hilfe für Justin bemühen, denn das ist es was ein Abhängiger benötigt. Niemand sollte einen Entzug zu Hause durchführen, denn das ist einfach nur falsch.


Urheberrecht: Netflix



Wer hat Schuld - Der Fall Hannah Baker:


Bei der Gerichtsverhandlung, die sich um Hannahs Fall dreht, bin ich hingegen im Zwiespalt. Die Frage, ob die Schule nun am Ende eine Mitschuld an Hannahs Suizid trägt, ist definitiv spannend und dürfte auch die Meinungen der Zuschauer spalten. Die Antwort darauf ist, wie ich finde gar nicht so einfach, denn wie schon in der Serie gesagt: "Die Lehrkräfte können nicht mit einem Schüler nach Hause gehen", aber sie stehen natürlich in der Pflicht, auf dem Schulgelände gegen Mobbing vorzugehen und solche Vorfälle zu unterbinden. Viele Entscheidungen die in der Serie seitens der Schulleitung getroffen werden sind fragwürdig, manche Lehrer scheinen auch bewusst wegzuschauen und natürlich leugnet man viele der Vorfälle - leider ein übliches Verhalten. So oder so ist es eine schwere Frage, was auch anhand der Verhandlung deutlich wird. In der begegnen uns immer wieder unverschämte Fragen, die wahrheitsgetreu aufgezeigen, wie die Anwältin der Schule versucht Hannah zu deformieren. Dazu werden bestimmte Aussagen gegen die Zeugen verwendet bzw. verdreht, um die Schule in einem guten Licht da stehen zu lassen. Auch das passiert oft in Verhandlungen und es hat dafür gesorgt, dass ich oft mit offenem Mund dasaß oder mich aufgeregt habe.

Auf der anderen Seite gab es aber auch Szenen und Sequenzen, die mir zu viel aus der ersten Staffel wiederholten, auch wenn ich verstehe das jede Geschichte zwei Seiten hat, aber nicht jede war hier auch logisch. Die größten Probleme hatte ich mit Zachs Aussage, bei der plötzlich bekannt wird, dass er eine längere Beziehung mit Hannah hatte. Sicherlich war die süße Romanze eine Auflockerung der sonst so ernsten Thematik, aber sie passte für mich nicht zu den Ereignissen der ersten Staffel. Für mich ist es unlogisch, dass Hannah diesen Umstand auf Zachs Kassette überhaupt nicht erwähnt bzw. auch ihre früheren romantischen Gefühle nicht deutlich werden. Überraschend ist das nicht, denn die Buchvorlage sieht diese Beziehung nicht vor und gibt dementsprechend keine Hinweise darauf. Die Entwicklung kommt für mich deshalb aus heiterem Himmel und ist nicht glaubwürdig, auch wenn Katherine Langford und Ross Buttler unbestreitbar eine tolle Chemie vorweisen. Auch die Enthüllung, dass auch Hannah an ihrer alten Schule ein anderes Mädchen gemobbt hat, ergibt für mich im Kontext der Kassetten keinen Sinn, auch wenn ich hier den Gedankengang der Produzenten nachvollziehen kann. Niemand ist fehlerfrei, auch Hannah nicht und gerade damit greift man etwas auf, was oft passiert: Man macht durch Gruppenzwang mit und ist froh, dass man nicht auf der anderen Seite steht, auch wenn man vielleicht ein schlechtes Gewissen hat. Doch das ist falsch. Schaut nicht zu wenn andere gemobbt werden, greift ein, auch wenn es eure eigenen Freunde sind.

Den emotionalsten Moment hält "13 Reasony Why" dann mit der Aussage von Mr. Porter bereit, bei dem in dieser Staffel noch einmal einige Dinge nachgebessert werden. Ich finde es gut, dass hier herausgearbeitet wird, dass er Hannah gerne geholfen hätte, aber ihm die Ausbildung und das Wissen dafür fehlten. Das sollte nicht so sein, ist aber bestimmt an vielen Schulen der Fall, weshalb es wichtig ist hier anzusetzen und nachzubessern.




Die neuen Beziehungen:


Abseits von Zach und Hannah gibt es jedoch einige weitere neue Beziehungen, die ich etwas gelungener finde. Dazu zählt die ungewöhnliche Freundschaft zwischen Clay und Justin, die mich oft zum Lachen gebracht hat und auf deren Verlauf ich in der dritten Staffel gespannt bin. Aber auch die schönen Momente zwischen Zach und Alex, die sich immer aufeinander verlassen und über alles offen reden können - etwas was ich in einer Freundschaft ernorm wichtig finde und in der Serie vor allem für Alexs Genesungsprozess unabdingbar ist. Auch  Tony und Caleb haben mir gut zusammen gefallen, vor allem da es den Produzenten gelingt, den Fokus nicht ständig auf ihre Homosexualität zu legen. Sie sind mehr als das: Komplexe Figuren mit interessanten Handlungssträngen. Nichts anderes sollte in Serien normal sein. Doch auch die Eltern spielen endlich eine größere Rolle und versuchen zumindest ein Teil des Lebens ihrer Kinder zu sein. Denn wer wäre nach solchen Ereignissen nicht besorgt um das eigene Kind? Dass sie nun verstärkt den Dialog gesucht haben, aber auch thematisiert wurde, dass Kinder ihren Eltern nun mal auch nicht alles erzählen, egal wie sehr man sich bemüht, war längst überfällig. Denn auch wenn der Nachwuchs einem nicht alles erzählt (was ich auch nie getan habe und selbst mit 25 Jahren icht tue), sollten Eltern ihren Kindern immer signalisieren, dass sie mit allem zu ihnen kommen können und sie keine Angst davor haben müssen verurteilt zu werden. Zu Tränen gerührt hat mich hingegen jede Szene mit Kate Walsh. Sie spielt diese Rolle phänomenal, da sie die Wut, die Trauer und Verzweiflung greifbar macht. Somit zählt sie für mich erneut zu den Stärken der 2. Staffel.




Der Heilungsprozess:


Die zweite Staffel folgt aber auch dem Motto "Heilung" und nimmt Abschied von Hannah Baker sowie ihrer Familie. Das diese Figuren in der 3. Staffel nicht zurückkehren dürfte kein Geheimnis sein und wird anhand der letzten Episode deutlich. Der Fokus liegt dabei natürlich druchgehend auf Clay, der eine intensive Verbindung mit Hannah teilte und dem es schwer fällt sie loszulassen. Das habe ich als realistisch empfunden, genauso auch seine Gespräche mit ihrem Geist. Das Problem das dadurch entsteht: Wir erleben viele Dinge nur aus Clays Sicht, da Hannah als Figur keine Möglichkeit mehr hat ihre Geschichte zu erzählen. Was mich daran störte: dass Clay so schnell an Hannah zweifelt, ihr regelrecht Vorwürfe macht, nur weil er erfährt das sie eine Beziehung zu jemand anderem hatte. Guess What: Niemand ist perfekt, auch Hannah nicht und nur weil sie mehr als eine Beziehung hatte, macht es sie nicht zu einem schlechteren Menschen. Das hätte für mich klarer herausgearbeitet werden müssen, zumal es auch gar nicht zu Clays Figur passt, dass er sie dann sofort mit den gängigen Klischees abstempelt. Für mich hat dies auch Dylan Minnettes schauspielersiche Fähigkeiten eingeschränkt, da manche Dialoge zwischen Clay und Hannah sich gezwungen anfühlten, so als seien sie eine Entschuldigung, um Katherine mehr Szenen zu geben.

Einen Heilungs- bzw. eher einen Genesungsprozess durchläuft, wie oben schon kurz erwähnt auch Alex, und hier finde ich die Verarbeitung seines Traumas auf den Punkt genau dargestellt. Denn man scheut nicht davor zurück, auch Themen anzusprechen, die sonst eher tabuisiert sind. Es geht nicht nur darum wie er körperlich versucht bestimmte Fähigkeiten zurückzuerlangen, sondern auch was das psychisch mit ihm anstellt und wie sich das Verhalten ihm Gegenüber verändert hat. Alle packen ihn in Watte, was natürlich gut gemeint ist, aber Alex nicht weiterhilft. Das Schöne dabei ist, das man sich bei der Aufarbeitung, genauso wie bei Jessica, viel Zeit nimmt, denn solche Traumata verarbeitet man nicht von heute auf morgen. Jeder hat hier sein eigenes Tempo und vergessen kann man sie nie, aber man versucht zu lernen damit zu leben und verändert sich dadurch natürlich auch.

Im Zusammenhang mit diesem Thema muss ich aber noch betonen, dass es mir Spaß gemacht hat zu sehen, wie Clay, Tony, Justin, Alex, Jessica & Co. als Gruppe zusammenwachsen und füreinander da sind. Deshalb fand ich die Szene auf der Tanzfläche in der letzten Folge so bewegend, da dies eine wichtige Botschaft für junge Zuschauer ist.




Die Entwicklung der Charaktere:


Zu vielen Charakteren habe ich oben schon etwas gesagt, aber es gibt noch ein paar weitere auf die ich eingehen möchte, da ich beispielsweise die Entwicklung von Courtney schön finde, auch wenn sie nur sehr wenig Spielzeit erhält. Doch sie macht in der 2. Staffel einen große Schritt und steht endlich zu sich selbst, auch Zach hat ein versönliches Ende gefunden, als er sich endlich gegen Bryce und das Football-Team stellt, was längst überflüssig war, während auch Sheri es schafft sich zum Positiven zu wenden. Andere Figuren erhalten hingegen eher weniger Screen-Time, was bei der Größe des Casts nicht überraschend, aber doch schade ist.




Die kontroverse Szene der letzten Folge:


Kommen wir zu der Szene, die wochenlang für Diskussionsstoff sorgte. Auch ich empfinde sie als problematisch, da nach der Trigger-Warnung die Folge dann doch vor sich hinblätscherte und ich deshalb in diesem Moment gar nicht mit so einer heftigen Szene gerechnet hatte (vor allem da man den Wanrhinweis schon fast vergessen hat). Dazu ging das Ganze dann so schnell, dass ich nicht einmal wegschauen konnte und mit voller Wucht die Bilder ertragen musste. Ich verstehe wieso die Produzenten sich dafür entschieden haben, die Szene in dieser Art und Weise zu zeigen, da solche Vorfälle leider öfter passieren als uns lieb ist, aber trotzdem war die Umsetzung extrem und mit dem Wissen, dass darüber diskutiert werden würde. Es drängt sich die Frage auf, ob zu diesem  Zeitpunkt nicht einfach die Andeutung des Vorfalles ausgereicht hätte, anstatt ihn in dieser Brutalität zu zeigen. Gerade da man die Kritik der 1. Staffel ernst genommen und sich in vielen Folgen dazu entschieden hat, von grafischen Darstellungen abzusehen. Warum nicht auch in diesem Fall?

Das einzige was ich dieser Szene abgewinnen kann ist, dass sie deutlich macht, dass nicht irgendwelche Computerspiele die Auslöser für Amokläufe sind, sondern die traumatischen Erfahrungen die viele Täter im Vorfeld erlebt haben. Das ist kein Entschuldigung für eine solche Tat, aber es bringt nichts, wenn wir die Schuld weiterhin bei Spielen suchen, anstatt uns der Wahrheit zu stellen. Denn am Ende ist das die bequeme Antwort, die aber nichts mit der Realität zu tun hat.




Was mich sonst noch störte?


Das wären zum einen die Polaroids auf die im Trailer (bzw. auch bei den Promopostern) so ein großer Fokus gelegt wurde und die dann kaum zum Einsatz kommen. Warum hat man dann überhaupt so einen Wind darum gemacht, wenn dann das Potenzial nicht ausschöpft wird und sie eigentlich eine untergeordnete Rolle spielen. Ansonsten ist auch die Länge der Staffel - 13 Episoden - zu lang geraten. Das Resultat: Es gibt viele Stellen die sich ziehen, da die Episoden mit knapp 50 - 60 Minuten ebenfalls nicht kurz geraten sind. Mir persönlich hätten 8 - 10 Folgen ausgereicht. Ich bin sogar während dem Anschauen von Letzterem ausgegangen und war dann überrascht, als ich feststellte das ich noch einige Folgen vor mir habe.




13 Reasons Why: Macht die 2. Staffel Sinn?


Für mich nicht. Auch wenn es einige Handlungsstränge gibt, die mir gefallen haben, die wichtige und aktuelle Themen aufgreifen und sich auch in die MeToo-Debatte einreihen, so habe ich doch das Gefühl das Hannahs Geschichte in der 1. Staffel zu Ende erzählt war. Das wird vor allem daran deutlich, dass es logisch an der einen oder anderen Stelle hakt, die Screen-Time von Katherine Langford nicht immer sinnvoll ist, sich stellenweise sogar gezwungen anfühlt, und sich auch sonst Längen finden lassen. Es dürfte also Niemanden überraschen, dass ich auch von der Verlängerung um eine 3. Staffel nicht begeistert bin, die dann ohne Hannah auskommt und gerade das ist mein größtes Problem. "13 Reasons Why" ist, wie der Titel schon andeutet, Hannahs Geschichte und die 3. Staffel wird damit nichts mehr zu tun haben. Warum man sich dann für eine Fortsetzung entscheidet ist mir schleierhaft, auch wenn es natürlich genügend Cliffhanger gibt. Stellt sich mir die Frage: Was soll dann der treibende Motor sein? In Staffel Zwei war dies zumindest noch der Prozess, der jeder Folge einen Rahmen gibt und sich vom Aufbau her an der 1. Staffel orientiert. Nur anstatt Kassetten anhand von Zeugenbefragungen. In Staffel 3 fehlt das alles. Man hätte die Serie lieber enden lassen und eine neue Jugendserie bestellen sollen, denn an Ideen fehlt es in diesem Genre nicht. Das heißt aber nicht, dass ich mir die 3. Staffel nicht anschauen werde, denn ich finde den Cast überragend, da alle fantastische Leistungen abliefern und somit werde ich die Serie eher deshalb schauen, weil ich die Darsteller in mein Herz geschlossen habe.



Wie hat euch die 2. Staffel gefallen?
Was sagt ihr zur kontroversen Szene in der letzten Folge?
Findet ihr sie sinnvoll? 
Und was haltet ihr von einer 3. Staffel?

Kommentare :

  1. Ich habe "13 Reasons Why" bisher noch nicht gesehen, aber die unterschiedlichsten Meinungen über die Serie gehört. Neben vielen Menschen, die die Serie (hier beziehe ich mich jetzt nur auf Staffel eins) über den grünen Klee loben, gibt es scheinbar genau so viele, die die Serie für unverantwortlich halten. Ich habe mehrfach gelesen, dass Betroffene die Serie als Schlag ins Gesicht und heftigen Trigger empfunden haben. Deshalb fand ich es sehr interessant, deine Meinung dazu zu lesen.
    Grüße
    Nessa
    htps://ichdpasst.blog

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    1. Dankeschön für dein liebes Kommentar Nessa.
      Die erste Staffel fand ich auch gut, aber ich kann natürlich nicht beurteilen wie das auf Betroffene wirkt. Mich hat sie ganz klar schockiert, aber es hätte wohl auch teilweise die Andeutung gewisser Dinge gereicht. Die 2. Staffel kann da aber nun einfach nicht mithalten, etwas was ich mir schon vorher gedacht habe, aber ich wollte mir trotzdem selbst ein Bild machen.

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  2. Ich muss gestehen, dass ich die zweite Staffel ein bisschen zaeh fand. Ich kann mich dir nur anschliessen! Bei mir hat es auch etwas gedauert, bis ich damit durch war.
    Ich fand die 2. Staffel in dem Sinne sinnvoll, dass man noch einmal einen Einblick der verbliebenden Charaktere erhalten hat und es aus ihrer Perspektive gesehen hat. Es war nett, aber nur eine Staffel haette mir auch gereicht :)

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    1. Dankeschön für dein liebes Kommentar Corinna,
      Einige Handlungsstränge sind auch echt gelungen, aber wie du schon schreibst: Man hätte es halt auch nicht unbedingt gebraucht. Was das für die 3. Staffel bedeutet, bleibt abzuwarten. Bin mir nicht sicher, ob die überhaupt noch irgendeinen Sinn ergibt.

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  3. Ich seh es ähnlich wie du. Ich hatte mit vielen Szenen ein Problem. Zumal ich eigentlich, nach dem Ende der ersten Staffel, davon ausging, dass der Fokus der zweiten Staffel auf dem Amoklauf liegt und die Hintergründe dazu genauer beleuchtet - seine "reasons why" und dazu hätten die Polaroids bzw. Fotos gepasst, da es ja Tylers Hobby ist. Das die ganze Staffel sich dann rund um den Prozess aufbaut fand ich sehr schade. Auch Hannahs Screentime fand ich teilweise zu gezwungen. Dass Clay sie sieht - man kennt ja seine Vergangenheit mit den Psychischen Problemen und Halluzinationen etc - macht ja noch sinn, aber manchmal ist weniger mehr und hätte hier auch wesentlich besser gewirkt.
    Der ganze Handlungsstrang mit Sky fand ich übrigens auch irgendwie...nicht so geil. Klar war es ganz nett als Sidequest festzustellen, dass einfach Präsenz nicht jeden Rettet und grade bei ihrer Erkrankung eben nicht so einfach ist, aber im Endeffekt hatte ihr Handlungsstrang keinerlei Einfluss auf den Rest der Storyline und das fand ich dann einfach sinnlos.
    Die ganze Story mit Hannah und Zach fand ich zwar nett, aber auch wie du nicht überzeugend. Mir hat auch der Bezug zu seinem Tape gefehlt. Da hätte sie erwähnen müssen.
    Super süß fand ich auch Clay und Justin. Das war echt super witzig und auch schön, aber wie du, hätte ich mir gewünscht dass sie mehr den professionellen weg gehen. Spätestens nachdem die Eltern ja im Boot waren.

    Die Schuld für Hannahs Suizid ist sicher nicht bei der Schule, und auch nicht bei den Eltern und auch nicht bei allen anderen - zumindest nicht alleine. Jeder trägt seinen Teil dazu bei. Als Hannahs Mutter allerdings gesagt hat, dass sie diese Schule explizit wegen Mobbingprävention ausgesucht haben und sie sich ja drauf verlassen haben, dass dort solche Thematiken erkannt und geahndet werden, war für mich klar, dass zumindest im Urteil die Schule Schuld bekommen muss. Vorfälle waren bekannt und die Leitung bzw. die Verantwortlichen haben nichts unternommen, bzw. sich viel zu leicht abspeisen lassen. Wie Hannah am Ende der ersten Staffel sagte "Some of you cared, but none of you cared enough". Klar macht es sich Hannah einfach, aber man darf nicht vergessen dass sie hier noch ein Kind ist und die Erwachsenen da in der Pflicht sind zuzuhören, zwischen den Zeilen zu lesen, hartnäckig zu bleiben. Grade als Lehrer.
    Das Porter sich da dann so reinsteigert, nach den Tapes fand ich perfekt. Er hat versucht was zu verändern und dadurch war er der Hoffnungsschimmer der ganzen Staffel. Dass er den Zusammenbruch im Gerichtssaal hatte, war wirklich total ergreifend und hat mich total mitgenommen.
    Das Jessica dann aber mit Justin fremdgeht, fand ich wirklich absolut behinder *pardon me* Klar, Vergewaltung - the devil you know, blabla, aber doch nicht mit Alex. Die sind so perfekt und dann das?! Und dann auch noch an einem Ort an dem jeden Moment jemand rein kommen kann. Das war mir zu dumm.
    Das Bryce raus kommt war auch absehbar. Klar hat Clay ihn auf dem Tape blabla. Hab er hat nie gesagt !Ja, ich habe Hanne und blablabla vergewaltigt" Dass das Tape dadurch ohnehin nicht relevant ist für eine Verurteilung war zu Ende der 1. Staffel zu offensichtlich. ich dachte ja, man sieht die Verhandlung zu Bryce in der 2. Staffel. Er kommt frei und danach dreht Tyler frei und knallt alle ab gemäß seiner Hitlist - so wäre Bryce zwar gemäß dem Gesetz frei, aber er wär doch nicht davon gekommen.
    Den tanz am Ende fand ich auch wunderschön, vor allem da "The Night we met" für mich und meinen Freund ohnehin eine besondere Bedeutung hat. Daher war es absolut schön es noch mal in dem Kontext zu hören.
    Dass Clay dann die Waffe von Tyler nimmt und sie einfach BEHÄLT und nicht wegwirft und mit den andren abhaut war mir auch absolut unerklärlich.

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    1. Danke für dein ausführliches Kommentar Tama, darüber habe ich mich echt sehr gefreut <3.

      Genau den Fokus hatte ich ebenfalls erwartet, denn dann hätten wie du schon schreibst die Bilder auch Sinn gemacht und man hätte den Bezug zu Tyler gehabt. Das der Prozess eine Rolle spielt war natürlich klar, aber ich hatte erwartet, dass man da eher auf einen Nebenplot setzt, der halt dann zum Finale beiträgt, einfach weil so viele ungeschoren davon kommen bzw. immer noch nicht die komplette Wahrheit sagen und Tyler hatte den Prozess ja auch so intensiv verfolgt gehabt und diese Ungerechtigkeiten immer wieder angeprangert.
      Den Handlungsstrang um Skye fand ich auch eher ablenkend. Ich habe nichts gegen ihre Figur, aber es hatte halt null Relevanz, außer uns mitzuteilen, dass Clay wohl einen bestimmten Typ hat und auch hier feststellt, dass er sie nicht retten kann.
      Als die Eltern im Boot waren dachte ich auch, dass die ihm nun verkünden, dass sie einen Platz in einer Entzugsklinik für ihn haben. War dann doch etwas überrascht, dass die weitergemacht haben wie zuvor. Aber vielleicht kommt das ja in der 3. Staffel und sie warten mit der Offenbarung bis nach dem Tanz? Zumal Justin ja nun auch rückfällig geworden ist.

      Wie du finde ich auch das niemand die alleinige Schuld trägt, da spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, aber ganz unschuldig ist die Schule hat doch auch nicht, zumal sie weiterhin wegschaut. Aber das was hier gezeigt wird ist wiederum auch sehr realistisch, denn wenn solche Fälle publik werden und dann bekannt wird, dass die Person in der Schule gemobbt wird, lautet das Statement dazu immer: Wir wussten von nichts, das war nicht der Fall. Da wird halt dann sofort abgestritten und auch nichts verändert. Ich fand den Zusammenbruch halt auch genial gespielt, hut ab an den Darsteller.

      Das mit Jessica und Justin habe ich auch nicht verstanden. Mag sie und Alex auch zusammen und finde es echt nervend, dass man das mit so einer kurzen Szene kaputt geschrieben hat, nur um Drama für die 3. Staffel zu haben. Das mit der Waffe am Ende ging mir ähnlich. Ist für mich auch kein allzu logischer Cliffhanger bzw. wird der wohl auch recht flott aufgelöst werden, da es ja auch genügend Zeugen gibt. Das fühlte sich auch eher gezwungen an, damit man halt überhaupt einen Cliffhanger hat.

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    2. Genau das. Musst meinen Kommentar übrigens auf zwei aufteilen, weil er so lang war - daher unten der Rest xD
      Irgendwann gehen ja auch die retro medien aus. Erst tapes und dann polaroids...was kommt als nächstes?! Vinyl?! Schallplatten als Wurfgeschoss :-D
      Ich fands zwar gut, dass mit Hannah noch abgeschlossen wurde, aber das h#tte man auch in ein paar Folgen machen können und den Rest des Plots auf Tyler lenken und seinem Amoklauf. Sonst sind sie ja auch so realistisch. Jemand wie Tyler, mit der Historie etc. hätte sich nicht so leicht ablenken lassen von Clay und hätte es einfach durchgezogen. Um realistisch zu bleiben, hätte der Amok Lauf stattfinden MÜSSEN. Da hätte es dann wieder viele Dramen gegeben auf die man dann in einer nachfolgenden Staffel hätte aufbauen können, um dann aber auch abzuschließen.
      Wie du, bin ich auch nicht davon überzeugt dass die dritte Staffel viel reißen wird. Die Qualität hat ja hier schon nachgelassen, bzw. die Logik der Zusammenhänge. Aber auch ich werd sie gucken um mir ein Bild zu machen und dann mit dir hier zu diskutieren :-D
      Liebe Grüße,
      Tama <3

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  4. ...
    Ich frag mich nun auch was in der 3. Staffel thematisiert werden soll. Da es zwei staffeln nur um Hannah ging - also im Prinzip, weiß ich nicht wie es jetzt logisch weiter gehen soll, ohne dass es ein sinnloser abklatsch wird. Hätte man die zweite Staffel wie in meiner Vorstellung fortgesetzte, hätte man da besser drauf aufbauen können und seine Serie zu diversen Schuldramen mit Selbstmord, Vergewaltigung, Gewalt allgemein, Amoklauf etc. machen können. Da sich die zweite Staffel wieder um Hannah dreht, macht das Konzept etwas schwer.
    Die zweite Staffel machte für mich grade noch Sin um etwas Hintergrund zu schaffen und die Storylines etwas weiter zu spinnen und aufzulösen was im Nachgang so passiert, aber darauf eine 3. aufzubauen, halte ich für nicht umsetzbar - nicht nach meinem Qualitätsstandard.
    Liebe Grüße,
    Tama <3

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    1. Geht mir genauso. Ich habe keine Ahnung was die in der 3. Staffel erzählen möchten, zumal auch der Titel der Serie selbst jetzt überhaupt keinen Sinn mehr macht. Wie gesagt ich werde bestimmt reinschauen, schon alleine aufgrund meines Blogs und um eine Rezension zu verfassen, aber ich rechne nicht damit, dass man qualitativ an die 1. Staffel anschließt.

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Ich freue mich wirklich über jedes einzelne Kommentar von euch und versuche auch immer auf euren Blogs zu antworten. Dankeschön <3

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