SOCIAL MEDIA

Posts mit dem Label Politiologe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Politiologe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 14. April 2015

{Aus dem Leben einer Studentin} Und da war das 1.Semester schon vorbei: Vorstellung meines Studiengangs!

Viele von euch haben mich in den vergangenen Wochen immer wieder nach meinem Studiengang und dessen Inhalt gefragt und hierbei habe ich besagten Personen versprochen, dass ich darauf etwas näher in meiner Reihe "Aus dem Leben einer Studentin" eingehen möchte. Schon bei meiner vorherigen Recherche zu meinem Studiengan "Political and Social Studies" ist mir nämlich aufgefallen, dass man dazu kaum Erfahrungen von Studenten im Internet findet, was natürlich vor allem daran liegt, dass er noch nicht so lange existiert. Doch das sollte natürlich keinen davon abhalten sich für ihn zu entscheiden. Ich persönlich bin mit meiner Wahl immer noch sehr glücklich, auch wenn das 1.Semester aus sehr viel Theorie bestand und dass natürlich nicht immer das spannendste ist, aber die muss nun mal abgehandelt werden. Ich denke ich kann für jeden sprechen, dass das 1.Semester eines Studiums meist nicht das spannendste ist, da man frisch in die Materie eingeführt wird und vom meisten noch gar keine Ahung hat. Nachfolgend gibt es nun also mal einen Überblick über die Fächer meines Studiums und was diese beinhaltet und ich hoffe hierbei das euch der Politik Aspekt nicht zu sehr abschreckt.


Doch kommen wir erstmal zur Frage warum überhaupt "Politik und Soziologie"?
Viele rümpfen vor allem beim ersten Wort die Nase und wollen mit Politik nichts am Hut haben. Ja viele schauen mich sogar ganz ungläubig an, wenn ich sage was ich studiere. Einstellungen wie "Das ist doch Langweilig, heute nicht mehr In und wen interessiert schon die Wahl?" gibt es leider allzu oft. Natürlich möchte ich hier nicht jeden über einen Kamm scheren, denn es gibt sicherlich viele die das anders sehen, aber diese Ansichten sind ja trotzdem weit verbreitet. In meiner Jugend habe ich ehrlich gesagt ähnlich gedacht, aber irgendwann wurde mir bewusst, das ein politisches Verständnis wirklich wichtig ist und dieses bekam ich vor allem während meiner Ausbildung. Mir wurde klar wie wichtig es ist zu wählen, um etwas im eigenen Land zu ändern und hierzu sollte man sich natürlich auch ein bisschen mit dem tagespolitischen Geschehen auseinandersetzten, mal die Nachrichten schauen und sich Gedanken über das Programm einer Partei machen. Ich finde schade, dass viele dies nicht mehr tun, denn wenn man sich mal mit dem Thema auseinandersetzt merkt man, dass es da viele interessante Richtungen gibt. 

Deshalb hat mich die Politik in diesem Studiengang auch nicht abgeschreckt und gernell wird bei mir in der Familie sehr oft über politisches diskutiert, da mein Opa mal Parteivorsitzender war und ich somit auch immer wieder mit dieser Thematik konfrontiert wurde. Denn auch wenn seine Parteliche Karriere vorbei ist, hat er es sich nicht nehmen lassen sich einzubringen und mit uns über viele Themen zu diskutieren. Auch jetzt macht es mich stolz zu sehen wie stolz er darauf ist, dass ich ein solches Studium begonnen habe. Den Bereich der Soziologie finde ich hierbei eine tolle Kombination und darauf habe ich mich auch sehr gefreut, denn es hat mich schon immer interessiert warum Menschen auf die Weise reagieren, wie sie es tun. Und auf Themenfelder wie Religion, Bildung, Migration, Macht etc. war ich schon im Vorfeld sehr gespannt. Die Mischung hat es für mich einfach gemacht, weil sie einem danach doch sehr viele unterschiedliche Wege bietet - man ist einfach breiter aufgestellt, was heute sehr wichtig ist. Auch wenn einige jetzt sagen werden, dass man es mit einem Geiseswissenschaftlichen Studium eh schwer hat, aber es kommt darauf an wie ihr euch im Studium anstellt, welche Leistungen ihr erbringt und wie sehr ihr euch auch abseits  von der Uni reinhägt.


Was im 1.Semester nun konkret auf euch zukommt:
Puh was war ich nervös als Erstsemestler: Zum ersten Mal in dieses hektische Uni Leben eintauchen, all diese neuen Herausforderungen und dazu immer die Frage im Kopf "bekomme ich das alles hin"? "Bin ich zum studieren geeignet" - der Selbstzweifel ist einfach der eigene größte Feind, der mich selbst jetzt noch verfolgt. Aber irgendwie hat alles sehr gut funktioniert und um ehrlich zu sein verging die Zeit wie im Flug und das Semester war schneller vorbei, als ich gedacht hätte. Meine persömliche Erfahrung ist folgende: Am Anfang fängt alles erstmal ganz entspannt an, mit vielen Einführungsveranstaltungen, den ersten Vorlesungen die nur organisatorisches behandeln und man hat noch viel freie Zeit, doch sobald das Studium an Fahrt aufnimmt, nimmt auch der Stress zu und gegen Ende sitzt man jede freie Minute über dem Prüfungsstoff und dann ist es auch schon wieder vorbei, bis alles im 2.Semester den selben Lauf nimmt. Generell kann ich euch nur sagen, dass in diesem Studiengang am Anfang sehr viele Definitionen auf euch zu kommen und ihr für die Prüfungen somit auch viel Stoff beherrschen müsst. Schnelles Auswendig lernen sollte euch also liegen und zudem solltet ihr auch nicht davor zurückschrecken mal ein Buch in die Hand zu nehmen, denn die sind für die Vorlesungen extrem wichtig.

  • Allgemeine Soziologie: Beginnen wir erst einmal mit dem Fach, welches sich sehr schnell zu meinem Liebling gemausert hat, der Soziologie. Wie ich oben schon erwähnt habe finde ich es einfach sehr interessant mehr über das Verhalten der Menschen und ihre Art zu Denken zu erfahren. Jetzt könnte man auch sagen: hättest du doch Psychologie studiert? Aber von dessen Nc war ich dann doch nen Ticken zu weit entfernt. Somit bin ich froh, mit der Soziologie ein wenig in diese Richtung zu gehen. In diesem Studienfach möchte man nun erstmal für die Grundlagen sorgen, weshalb ihr die wichtigsten Soziologen kennenlernt, euch mit den Grundbegriffen und wichtigsten Themen auseinander setzt. Diese umfassen zum Beispiel Macht und Herrschaft (,Herraschftsformen nach Weber, Machttypen, Machtmodelle, der Unterschiede zwischen Macht, Zwang und Gewalt), Religion (die Geschichte der Religion, heutige Probleme, der Unterschied zu Sekten und die Betrachtung in der Soziologie), Gesellschaft, Gruppen und Netzwerke. Ab dem 2 Semester könnt ihr hier dann auswählen welche Bereiche ihr mehr vertiefen wollt und euch somit bestimmte Themen auch etwas genauer anschauen. 

  • Political and Social Studies: Dazu habt ihr ein Studienfach, dass wie einige sicher schon gemerkt haben genauso heißt wie der Studiengang selbst. Dort werden die unterschiedlichsten Themen bearbeitet, die sich nicht nur auf die Politik beschränken, sondern auch aus der Soziologie kommen können. Man betrachtet hier z.B. die Internationalen Beziehungen (was ich besonders interessant fand), schaut sich die Politische Theorie und Philosophie an (also Vertragstheorien nach Hobbes, Rawls), spricht über Soziale Ungleichheit in Bezug auf die Bildung (ein Thema, welches ich auch immer sehr interessant und wichtig finde, denn ich glaube zum Schulssystem kann jeder etwas sagen und jeder hat wohl auch Ideen für Verbesserungen). Ihr schaut euch einfach jede Vorlesung etwas anderes an, dass im weiterne Verlauf des Studiums dann vertieft werden kann und bekommt einen großen Überblick über alles. 

  • Vergleichende Politikwissenschaften: Hier wird nun nicht nur Deutschland betrachtet, sondern die ganze Welt und wir der Name schon sagt: die Systeme miteinander verglichen. Auch hier erwarten euch erstmal viele Grundlagen, denn man muss nun mal die ganzen Systemtypen die es gibt kennen, schaut sich verschiedene Formen der Demokratie an, blickt auf das Sozialsystem, die Umweltpolitik, spricht über  Veto-Spieler, Parteien, Interessenverbände und deren Funktion im Politischen System und betrachtet natürlich auch den Rechtsextremismus in Deutschland. Dazu gibt es immer wieder Statistiken, die aufgearbeitet werden und das ganze etwas auflockern. Später könnt ihr euch auch hier spezialisieren, was schon im 2.Semester der Fall ist, wo ihr dann zwischen verschiedenen Seminaren wählen könnt, Entweder schaut ihr euch das System des Föderalismus näher an, beschäftigt euch mit der Politischen Kultur, Vergleicht Regierungssysteme mit Deutschland oder taucht näher in das Parteiensystem ein. Da stehen euch viele Richtungen offen. 
  • Das System der Bundesrepublik Deutschland: Ich denke sehr viel brauche ich hier zu nicht zu sagen, denn das Fach ist selbst erklärend. Wer in der Politik tätig sein möchte, sollte natürlich auch wissen, wie diese im eigenen Land funktioniert. Weshalb auch hier erstmal viel Theorie auf euch zukommt, die aber über das Sozialkunde Wissen aus der Schule hinausgeht. Ich fand das Fach, auch wenn man schon vieles weiß, trotz allem sehr spannend, da es gut rübergebracht wurde und einfach wichtig ist.

  • Statistik: Kommen wir zu meinem persönlichen Übel, die Statistik. Ja ich gehöre definitiv zu denjenigen, die mit Mathe einfach nichts anfangen können. Wir werden in diesem Leben wohl keine Freunde mehr und deshalb habe ich mich auch gegen einen naturwissenschaftlichen Studiengang entschieden. Dies waren nie meine Fächer, da bringt es auch nichts sie zu studieren, da dass Vorhaben wohl zum scheitern verurteilt wäre. Doch an Mathe werdet ihr generell nirgendwo vorbei kommen, egal welchen Studiengang ihr wält, überall versteckt es sich und man braucht es nun mal für den Alltag. Da ich später in politischen Instituten wie das Statistische Bundesamt arbeiten könnte, muss man natürlich auch wissen, wie diese Statistiken entstehen und dafür gibt es verschiedene Methoden, die ihr hier lernt. Es ist aber definitiv machbar, wenn man sich mal damit befasst und beruflich auch eine sehr interessante Richtung, selbst für diejenigen die sich mit Mathe nie so anfreunden konnten. Im Berufsleben ist es nun mal ein ganz anderes Mathe, als dass das ihr in der Schule lernt und dieses ist viel interessanter. Ihr spielt in Statistik mit Statistischen Maßzahlen wie das Arithmetische Mittel und lernt verschiedene Testverfahren kennen, über die man eine Aussage über die Daten treffen kann. Auch der Hypothesen Test begegnet euch hier wieder. Und auch wenn es beim ersten Mal nicht klappt, seit nicht enttäuscht. Ich darf auch noch mal rein und das geht einigen eurer Kommilitonen auch so, denn in Statistik sind die Durchfallquoten doch immer etwas höher. 


Und wie sieht es beruflich aus?
Immer wieder höre oder lese ich den Satz, dass man ohne naturwissenschaftliches Studium später kaum Chancen hat und viele Arbeitslos sind. Scheinbar soll ich später als Taxi Fahrerin enden - interessant, das man mir das schon vorhersagen kann, da scheinen manche über meine Zukunft besser Bescheid zu wissen als ich selbst. In meinen Augen etwas übertrieben wenn man bedenkt wie unsere Arbeitlosenquote aussieht und wie viele Studenten nicht im Naturwissenschaftlichen Bereich unterwegs sind. Mir lagen diese Fächer einfach in der Schule nicht, da ich das Verständnis dafür nicht habe, weshalb ich mir in Physik, Chemie und Mathe einfach immer sehr schwer getan habe. Diese Fächer zu studieren war für mich deshalb keine Option, da man etwas studieren sollte, was einem liegt und Spaß macht, um auch gute Leistungen abliefern zu können. Politik finde ich da nicht verkehrt, immerhin gibt es viele Berufe in diesem Bereich und wenn man dort arbeiten möchte, braucht man auch gewisse Fachkenntnisse, die ihr in diesem Studiengang erwerbt.

Ihr habt danach die Möglichkeiten in den ganzen Ministerien zu arbeiten, in Brüssel und politischen Instituten, aber habt auch die Chance in Gewerkschaften reinzurutschen, als politische Berater tätig zu sein, an Hochschulen zu bleiben oder komplett in die politische Bildung zu gehen (die in meinen Augen sehr wichtig ist). Dazu könnt ihr auch komplett im Medienbereich arbeiten, d.h. in die Öffentlichkeitsarbeit, die ich vor allem für Parteien interessant finde, beim Radio, beim Fernsehen oder als Journalist, wo euch viele auch raten nicht Journalismus zu studieren, sondern euch Fachkenntnisse in einem besonderen Bereich wie Wirtschaft oder die Politik anzueignen, um dann für solche Bereiche auch zu schreiben.  Und wenn das alles nichts für euch ist, gibt es auch die großen Hilfsorganisationen wie die Uno, Lobbyarbeit oder staatliche Verwaltungen in denen man unterkommen könnte. Die Möglichkeiten sind also vielfältig und ich bin der Meinung, dass man später auch eine gute Anstellung finden kann, wenn man sich im Studium bemüht und auch erste Kontakte zu Arbeitgebern knüpft, also an Projekten teilnimmt, Jobmessen und Praktikabörsen und Auslandsaufenthalte nutzt.

Wer studiert denn etwas ähnliches wie ich?
Wer studiert etwas anderes?
Was wollt ihr später mal studieren oder Arbeiten?
Wenn konnte ich neugierig machen?