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Donnerstag, 27. Mai 2021

Kolumne: Probleme eines Serienjunkies - Streaming Edition!


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2014 ein Schlaraffenland für Serienjunkies. Streaming etablierte sich vollends in Europa, als der Platzhirsch Netflix seine Tore öffnete. Fortan genossen Serienjunkies ein Leben in Glückseligkeit, denn nur zwei Anbieter deckten fast den gesamten Markt ab, in der Folge konnte jeder von uns eine Vielzahl an Produktionen genießen, ohne tief in die Tasche greifen zu müssen. Für Nachschub war steht gesorgt, denn beide brachten fortlaufend neue Serien nach Deutschland, die Zusätze "Exklusive" und "Originals" Musik in den Ohren eines jeden Serienfans. Diejenigen, die über einen besonders elitären Geschmack verfügten, buchten noch Sky Ticket hinzu, um die Qualitätsserien aus der HBO-Schmiede mitzunehmen. Ein liebgewonnenes Ritual dabei: Den Frust über die Technik des Anbieters in den sozialen Netzwerken rauslassen, aber was lassen Serienliebhaber nicht alles für Premium-Content über sich ergehen?  

Flashforward ins Jahr 2021: Mittlerweile ist aus dem einstigen Paradies ein zersplitterter Markt geworden, auf den sich immer mehr Anbieter drängen. Jedes Produktionsstudio und größere Medienunternehmen möchte von der verbotenen Frucht kosten und Abonnenten in ihren Garten Eden locken. Vor allem Serienjunkies, die sich für unterschiedliche Genres inbrünstig begeistern können, wird es nicht nur teuer, sondern eine Abdeckung aller Produktionen zunehmend unmöglich. "Exkclusive" und "Originals" haben sich für viele in einen nervigen Fluch verwandelt, welcher dazu führt, dass sich in den Massen an Content auf jedem Streamingdienst zwei bis drei Produktionen finden lassen, die von Interesse wären, sich für ein Abo aber nicht lohnen. Und überhaupt, wer hat sowohl die finanziellen Mittel als auch die Zeit sich all die Serienneuheiten zu Gemüte zu führen? Ich wage zu behaupten, dass nicht einmal Film- und Serienkritiker es schaffen alle Produktionen der Streamingdienste anzuschauen, es gibt immer wieder Content, der einem regelrecht durch die Lappen geht. Bislang können Netflix und Prime ihre Polepositionen hierzulande noch verteidigen, Disney+ ist den beiden aber auf den Fersen und HBOMax dürfte 2025 den Markt gehörig aufmischen. Nicht zu vergessen, dass auch kleinere Streamingdienste, hierzulande Starzplay (plus diverse weitere Prime Channels), Joyn+, TVNOW oder AppleTV+ versuchen die Kunden zu ködern. Weitere Dienste haben internationale Ambitionen, sodass es vielleicht auch bald Paramount+ geben könnte, wobei die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass die Produktionen via Sky zur Verfügung gestellt werden. Immerhin gehört Paramount+ zu Chromecast und Chromecast hat sich Sky einverleibt. 

 

Ich weiß, dass das alles #firstworldproblems sind, deshalb solltet ihr diese kleine Beitragsreihe auch mit einem großen Schmunzeln und Augenzwinkern sehen, denn ich möchte mich heute noch einmal den Problemen eines Serienjunkies zuwenden und das in einer Streaming-Edition. Denn auch wenn das Schlaraffenland uns weiterhin mit nie enden wollenden Massen an Content versorgt, gibt es so manches, was Serienjunkies nervt. Welche Probleme das sind, erfahrt ihr unter dem Cut.

 

 

 

 

 1. Probleme eines Serienjunkies: Was schaue ich nur heute Abend...

 

...oder wenn die Auswahl an Content so erschlagend ist, dass die Suche nach einem Film oder einer Serie länger dauert als deren Laufzeit. Vor kurzem habe ich mich darüber auf Twitter ausgetauscht und gemerkt, dass ich mit diesem Problem nicht allein bin. Bei Serien weiß ich immer relativ genau, was ich schauen möchte und muss da nicht lange suchen. Anders bei Filmen, wo ich ob der Masse tatsächlich den Überblick verliere und vergesse, dass ich Film XY ja noch auf Plattform XY anschauen wollte, wobei ich dankbar bin, dass Netflix da zumindest mit einer Top-10-Liste entgegensteuert. Ob der Algorithmus (ab 3 Minuten zählt man als Zuschauer) Sinn macht, sei mal dahingestellt, aber es hilft herauszufinden, was auf der Plattform gerade der heiße Scheiß ist - entschuldigt bitte die Ausdrucksweise. Vor allem diejenigen, die nicht wissen, wann was auf Netflix online geht, orientieren sich stark an der Top-10-Liste, da stellt sich mir die Frage, wieso hat Prime sowas nicht? Gerade weil die Neuheiten dort unübersichtlich sind, würde das Sinn machen. Natürlich ist zu viel Content ein Luxusproblem, denn sind wir mal ehrlich viele Neuheiten bedeuten eigentlich nur, dass die Abonnenten für ihr Geld einiges geboten bekommen. 

Ob der Content dann aber qualitativ hochwertig ist oder aber auf Quantität gesetzt wird, ist natürlich ein vollkommen anderes Thema. Ich sehe das Problem in den Massen an Content, welcher mit jedem weiteren neuen Anbieter zunehmen wird, eher darin, dass viele Serien ihr Momentum verlieren. Vielleicht ist euch aufgefallen, dass Netflix durch die Corona-Pandemie zwei bis drei Monate hatte, wo weniger Content rausgehauen wurde. Das lag daran, dass Dreharbeiten unterbrochen oder verschoben werden mussten, in der Folge die Veröffentlichungspläne einmal komplett durcheinandergewirbelt wurden. Was dann aber beobachtbar war: Die Serien und Filme haben viel mehr Aufmerksamkeit erhalten. Das war recht gut an der Top-10-Liste abzusehen, egal ob da jetzt auch einige mitreinflossen, die nach 5 Minuten ausgemacht haben, aber Serien wie "Bridgerton", "Ginny & Georgia", "Wer hat Sarah ermordet" oder die Heimkinopremiere "Love and Monsters" hielten sich auffällig lange - über mehrere Wochen - auf Platz 1 und verweilten anschließend noch einmal genauso lange auf unterschiedlichen Rängen der Liste. Mit mehr Content sieht das wieder anders aus, "Shadow and Bone" war zum Beispiel schon nach knapp einer Woche von Platz 1 verschwunden, auch "Jupiter's Legacy" ereilte ein ähnliches Schicksal. Die Strategie zwei Zugpferde nur mit einer Woche Abstand zu launchen, bedeutet eben auch, dass Serien schnell wieder aus den Köpfen verschwunden sind und ad Acta gelegt werden, um so schnell wie möglich die nächste Produktion anzufangen. Vielleicht ist weniger manchmal wirklich mehr, aber das ist nur meine persönliche Meinung und zugegeben, es handelt sich bei diesem kleinen Gedankenspiel auch um die deutsche Top-10-Liste, die kann in anderen Ländern ganz anders ausgesehen haben. 

 

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Gehen wir aber mal weg von den großen Serien, denn die Masse an Content wird vor allem für die kleinen Nischenserien zum Verhängnis. Die Serienperlen, die nicht die breite Masse ansprechen und verstärkt untergehen, in der Folge dann oft schnell abgesetzt werden. Dabei sind es oft diese Serien, die etwas wagen, riskieren und innovativ sind. Ich assoziiere damit z.B. "The OA", dessen Absetzung von einer passionierten Fanbase betrauert wurde, Tami von BingeHype ist hingegen noch nicht über die Absetzung von "Santa Clarita Diet" hinweg, weitere Serien, die sich dazu gesellen: "Everythings Sucks" oder "One Day at a Time". Im Network TV betraf dies Perlen wie "Emergence" (absolut tolle SciFi-Serie), "Der Exorcist" (auch hier im Mysterybereich eine der stärksten Serien des Genres) oder "Happy!", während Prime sich flott von Serien wie "Good Girls Revolt", "The Tick" oder "The Last Tycoon", die allesamt bei den Kritikern eigentlich recht gut ankamen. Aber am Ende des Tages zählen eben die nackten Zahlen und wie überall geht es um die Wirtschaftlichkeit der Formate, auch wenn dem einen oder anderen Serienjunkie das Herz gebrochen wird. Aber: Es wird für Serien immer schwieriger hervorzustechen, weil zu viel an einem Tag online geht. Freitags ist mittlerweile zu einem Tag avanciert, an dem alle Streamingdienste ihre neuen Serien raushauen, das heißt dass hier dann gleich 3-4 Serien auf die Abonnenten warten, sofern diese Netflix, Amazon Prime und Disney+ abonniert haben. Da kann sich der einzelne schon einmal verloren fühlen und wie in einem Labyrinth durch die Plattformen irren.


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2. Probleme eine Serienjunkies: Wo ist die nächste Staffel?

 

Binge-Watching ist heute ein weit verbreitetes Phänomen geworden. Meinen Eltern musste ich erst einmal erklären, was genau sich hinter dem Term verbirgt, der Konsum mehrerer Episoden am Stück, teilweise auch das Anschauen einer Staffel an nur einem Tag. Dadurch das die Episoden einer Serie auf einen Schlag online gehen, ist es schwer der Verlockung zu widerstehen und nach fiesen Cliffhangern nicht direkt weiterzuschauen. Das Problem: Je schneller wir mit einer Serie durch sind, umso länger ist die Wartezeit und die ist mittlerweile eine Geduldsprobe. Damals, als ich Serien noch Woche für Woche im TV verfolgt habe, oft direkt auch nach US-Ausstrahlung, dachte ich noch, dass die Sommerpause unerträglich lange und gemein sei. Dabei handelte es sich wohlgemerkt um 3-4 Monate. Heute klingen die wie ein Witz, denn auf Netflix Serien darf man gut und gerne mal ein oder auch zwei Jahre warten. Aktuell ist daran die Pandemie schuld, weshalb bislang noch nicht bekannt ist wann die vierte Staffel "Stranger Things" startet oder sich auch "The Witcher" stark verzögert. Aber: Es gab auch schon zuvor, lange Wartezeiten was Serien anbelangt. Mir fällt da immer "Mindhunter" ein, da umfasste die Pause circa zwei Jahre, als die neue Staffel online ging, war das Interesse scheinbar nur noch mäßig. Staffel 3 liegt derzeit auf Eis. Problem ist natürlich, dass dies gerade eine Serie wie Mindhunter, die dialoglastig und komplex, problematisch ist, weil man viele der wichtigen Details längst vergessen hat. Zum erneuten Rewatch bleibt hingegen aber kaum Zeit, weil so viel neuer Content lockt. Schwierig. Ich selbst musste da auch meine grauen Zellen betätigen und habe tatsächlich etwas gebraucht, bis ich wieder in die Serie reingefunden habe. Zwar produzieren die Streamingdienste mittlerweile flotter, was auch daran liegt, dass von manchen Serien schon vorab mehrere Staffeln bestellt werden - u.a. so geschehen bei "Chilling Adventures of Sabrina", "Bridgerton" (das nun bis S4 verlängert wurde), "The Witcher" (wo gleich zwei Staffeln in Auftrag gegeben worden sind), "The Boys" (bis S3), "Jack Ryan" (ebenfalls bis S3) oder aber "Der Herr der Ringe" (wo eine ich schon die ersten drei Staffeln fest sind und wohl am Plan von 5. Staffeln festgehalten werden soll) - wodurch natürlich direkt die Anschlussstaffel gedreht werden kann, weil eben nicht auf eine Verlängerung gewartet werden muss. Die hat noch einen weiteren Effekt: Es stärkt das Vertrauen in eine Serie und bringt mehr Abonnenten zum Anschauen, weil sie nicht mit einem offenen Ende rechnen müssen. Was mich zu Punkt 3 bringt. 


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3. Probleme eines Serienjunkies: Wie, das ist nun das Ende?

 

Ein Satz, den sicherlich jeder schon einmal gesagt hat, wenn sich herausstellt, dass eine Serie mit ultimativem Cliffhanger im Finale nicht für eine weitere Staffel zurückkehrt. Ich nenne das dann immer gerne die Serienleichen, die dann im Portfolio vor sich hindümpeln, denn wer soll sich diese Produktionen noch anschauen? Für die meisten ist es frustrierend ihre Zeit in eine Serie zu stecken, bei der bekannt ist, dass sie offen endet und keine Fragen beantwortet werden. Nicht umsonst gibt es zahlreiche Rettungskampagnen auf Twitter, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Die jüngsten umfassen "The Society" (da hoffe ich bis heute, vergebens), "Daredevil" (ja, die läuft immer noch. Wir Fans sind halt hartnäckig), "Shadowhunters" (wobei das ja in meinen Augen gut beendet wurde) oder "Prodigal Son". Dass solche Fan-Aufrufe auch erfolgreich sein können, bewiesen wiederum "Lucifer", "One  Day at a Time" oder kürzlich "Sanditon". Hartnäckigkeit zahlt sich manchmal tatsächlich aus. Trotzdem gibt es aber eine Vielzahl an Produktionen, die nach nur einer Staffel mit Cliffhanger eingestampft werden. In den letzten Monat betraf dies "Bounty Hunters", "I'm not okay with this", "Spinning Out" oder "Soundtrack". Einige Abonnenten waren so genervt, dass Netflix-Boss Ted Hastings sich gar genötigt sah, die Thematik in einem Interview anzusprechen und auf all die Verlängerungen der letzten Zeit zu verweisen. Bei Streaming kommt das gerade deshalb gefühlt überdurchschnittlich oft vor, weil keine Pilotfolge bestellt wird. Während Networks sich bei einigen Serien zuerst Bildmaterial zeigen lassen, erst dann eine Bestellung abgeben, gehen Streamingdienste sofort in die Produktion. Da kann es aber passieren, dass das finale Endprodukt vielleicht doch anders ausfällt als erwartet, obendrein vielleicht gar nicht wirklich zum Anbieter passt oder qualitativ eine negative Richtung einschlägt. Die große kreative Freiheit und der Raum zum Experimentieren müssen am Ende nicht immer positiv sein. Jedoch gibt es auch inhaltliche Serienperlen, die dieses Schicksal ereilt, da ist dann oft der Faktor Wirtschaftlichkeit ausschlaggebend. Ich frage mich sowieso, wieso Produzenten immer noch auf den obligatorischen Cliffhanger im ersten Staffelfinale setzen, eine bessere und für Abonnenten schöner Variante wäre es, wenn die Haupthandlung abgeschlossen und nur kleine Fragen gesät werden, an die eine potenzielle 2. Staffel anknüpfen könnte. Was aber übrigens noch schlimmer ist als ein offenes Ende nach S1, weil sind wir mal ehrlich, dass eine Serie nicht einschlägt, passiert, ist ein offenes Ende nach mehreren Staffeln, wie z.B. bei "The Royals". Staffel 4 hat mehr als einen gewaltigen Cliffhanger, für das Handeln der Figuren gab es bis heute keine Antworten, nicht mal in Interviews. Mies. Spätestens da sollte den Zuschauern für ihre Zeitinvestition gedankt werden und zwar mit Antworten!



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4. Probleme eines Serienjunkies: "Stell dir mal vor, Vampire Diaries hätte nur 6 Episoden in vier Staffeln gehabt?" 

 

Denn dann hätten wir niemals Kai Parker kennengelernt, einen der lustigsten Bösewichte des TVD-Universums, Damon und Elena wären nie Endgame geworden und "Legacies" würde heute keiner kennen, auf der andere Seite wären uns die Heretics erspart geblieben, der ganze langweilige Plot um die Traveler und das Whitmore College sowie die katastrophale siebte Staffel. Besagter Satz fiel in einem Gespräch über "Fate: the Winx Saga", eine neue Teen-Mysteryserie bei Netflix. Bei der war ich nämlich leicht schockiert, als ich gerade einmal sechs Folgen a 40 Minuten Laufzeit erspähte. Für eine Mysteryserie in meinen Augen viel zu wenig, um eine tiefgründige Geschichte zu erzählen. Genau das merkt man "Fate: the Winx Saga" dann auch an, denn die Erzählung kratzt an der Oberfläche und muss ein enormes Tempo aufweisen, um die Handlungsstränge abzuschließen. Gefühlt ist die Episodenanzahl immer weiter zurückgegangen und pendelt sich zwischen 6-8 ein. Als Kind der 90er bin ich noch mit den obligatorischen 22 Episoden pro Staffeln groß geworden, die von den Showrunnern verzweifelt mit Inhalten gefüllt werden müssen und wenn ich sage verzweifelt, dann meine ich das auch so. Ich bin somit froh, dass Serienstaffeln inhaltlich flexibler geworden sind. 22 Episoden müssen nicht mehr der Heilige Gral der Serienlandschaft sein, aber sechs oder acht Episoden sind mir dann doch oft zu wenig. Persönlich erachte ich 10-12 Episoden für Serien als optimal (ein Wert an dem sich bestimmt die Geister scheiden), weil da gefühlt auch die Geschwindigkeit passt. Es muss kein Marathon gelaufen werden, um alles in die erste Staffel zu quetschen. Vor allem bei Fantasyserien sollten zehn Episoden in meinen Augen das Minimum sein, um das Publikum auch mit der Welt vertraut machen zu können. "Shadow and Bone" gelingt das zum Beispiel nicht, da wird durch die Serie gehastet, vieles zu schnell abgehakt und hätte ich den ersten Band nicht gelesen, wäre ich wohl verloren gewesen. Etwas mehr Raum für die Entfaltung der Storyline und die vielen Charaktere hätte der Serie gutgetan, weil dann auch so manche Wendung intensiver gewirkt hätte. Es ist aber eine Krux mit der Serienläge, denn während einige Serien zu sehr gestreckt werden (ja ich spreche von "The Walking Dead" oder "The Flash"), werden andere viel zu schnell durchgepeitscht. Nicht nur, was die Episodenanzahl pro Staffel anbelangt, sondern auch die Serienlänge. Auch hier: Keine Serie muss acht oder mehr Staffeln haben (schon mal gar keine 15 wie "Supernatural" oder 17 wie "Grey's Anatomy), aber vier sind dann doch etwas wenig. Man munkelt, das läge daran, dass dann eine höhere Abgabe an die Studios gezahlt werden müsse, weshalb nur die großen Hits darüber hinauskommen. Für mich sind vier Staffeln, oder auch nur drei, manchmal auch vollkommen in Ordnung, wenn die Handlung eben nicht mehr hergibt. "Dark" ist da mein positives Beispiel, denn mit mehr Staffeln wäre es zu komplex und verwirrend geworden, irgendwann hätte sich wohl das "Lost-Phänomen", nur Fragen aber keine Antworten, eingestellt. Mit drei Staffeln war es aber gut möglich, den Überblick über alles zu behalten.

Bei anderen Serien wird aber schon ein Cut gemacht, bevor sie überhaupt ihr volles Potenzial erreichen konnten, wie z.B "Chilling Adventures of Sabrina", wo sowohl die Comics als auch die Welt der Magie noch viel mehr Mythologie geliefert hätten, das oben schon erwähnte "Mindhunter", wo die Produzenten noch weitere Kriminalfälle aufgreifen wollte und um auch noch eine Netwerk-Serie zu nennen, denn da kommt das Phänomen auch vor, "The Bold Type". Eine Serie, die für mich nicht nur in ihrer Nische einzigartig ist (die wird höchstens noch von "Good Trouble" besetzt, wo aber das Drama der Schwestern und der Bewohner der Coyterie oft etwas over-the-top ist), sondern aufgrund der Einbindung von gesellschaftlichen Themen, die junge Menschen gerade bewegen, den Zeitgeist trifft. Von der Handlung her, hätte man da noch viele weitere gesellschaftliche Entwicklungen anpacken und tiefer behandeln können. Schade, dass das nun nicht mehr möglich ist und die Fans mit einer finalen Staffel, die gerade einmal aus sechs Episoden (WTF?) besteht, abgespeist werden. Da bleibt keine Zeit die offenen Handlungsstränge tiefgehend zu beleuchten und in Ruhe zusammenzuführen, was dazu führt, dass das alles flott abgehandelt werden muss, womit ich schon weiß, in welche Richtung das Ende wohl gehen wird. 



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5. Probleme eines Serienjunkies: Häh, wo sind die anderen Staffeln? 

 

Sicherlich kennt ihr das auch: Ihr fangt eine Serie bei einem Streamingdienst an, seid begeistert und möchtet diese dort auch gerne zu Ende schauen. Da ist es immer etwas ärgerlich, wenn nachfolgende Staffeln dann nicht mehr ins Abo kommen. Ist mir bei Amazon Prime mit lizenzierten Serien (z.B. "Nashville") schön öfter passiert, wo lediglich die finale Staffel fehlte. Das liegt leider nicht an den Anbietern selbst, sondern daran, dass es sich um Lizenzware, sprich Einkäufen fremder Serien von anderen Anbietern, handelt. Diese werden oft nur pro Staffel vergeben, außer es werden "Exklusivverträge" geschlossen, wie im Falle von "Riverdale", "Black Lightning", "The Bold Type" oder "The Flight Attendant", die dann als Original beworben werden dürften, aber keines sind. Hier sichert sich der Streamingdienste die Serie für die komplette Laufzeit bzw. für eine längere Zeit, denn bei den Warner Bros. Serien bin ich mir recht sicher, dass die bei Prime nur bis 2025 landen werden, danach startet HBOMax hierzulande. Aber bis dahin vergeht ja noch etwas Zeit. Bei allen anderen Serien muss regelmäßig verhandelt werden und dann kann es passieren, dass eine Serie nicht mehr zur Lizenzierung angeboten wird oder sich die Verlängerung mit Blick auf die Aufrufszahlen vielleicht auch gar nicht lohnt. Aus diesem Grund gehen die Anbieter verstärkt dazu über in eigene Produktionen zu investieren, weil ihnen das mehr Freiheiten gibt und eben keine Lizenzen erworben werden müssen. Die stetige Abnahme von Lizenzware und das Fehlen von einzelnen Staffeln auf den Plattformen ist und bleibt für Serienjunkies ärgerlich, vor allem wenn es wie bei Sky immer mal vorkommt, dass Staffeln in der Mitte fehlen oder nur S2 und S3 vorhanden sind, aber S1 fehlt. Schwierig, gerade dann, wenn es Serien nicht zum Kaufen gibt. Auch hier hat sich der Markt verändert: DVDs werden immer weniger, das Aussterben wurde ja lange vorhergesagt und fände ich schade, weil ich liebe meine DVD-Sammlung über alles. Digitale Staffelpässe gibt es jedoch auch nicht für alle Produktionen, vor allem wenn es sich um Eigenproduktionen von Diensten und sogenannte Exlusives handelt, die sind dann eben besagter Plattform vorenthalten.

 

 

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6. Probleme eines Serienjunkies: Oh spannende Serie...warte...wo ist die Synchro?

 

Amerikanische Serien schaue ich meist im O-Ton, wenn ich sie nicht gerade mit meinen Eltern oder Freunden anschaue. Das wird durch meine Sprachkenntnisse noch abgedeckt, mit anderen Sprachen sieht es dann wiederum mau aus. Ich weiß, selbst schuld. Aber in unserer globalisierten Welt und dem internationalen Auftritt von Streaming-Diensten landen auch immer mehr Serien anderer Kontinente auf den Plattformen. Mir ist es nun schon mehrfach passiert, dass ich bei einer asiatischen Serie hängengeblieben bin, deren Prämisse sich interessant las, wo ich dann aber feststellen musste, es gibt keine Synchro. Natürlich kann mir nur vorgeworfen werden, dass ich doch einfach deutsche Untertitel einschalten könne, aber da erweise ich mich als Kulturbanause: Das ist mir zu anstrengend, auch weil ich gerne was vom Setting und der Schauspielkunst miterlebe, die ganze Zeit Text lesen lenkt mich dahingehend zu sehr ab und schlaucht. Das hat für mich dann nichts mehr mit Abschalten und Entspannen gemein. Ich frage mich immer, wie die Entscheidung getroffen wird, was Synchronisiert wird und was nicht, denn es gibt ja einige asiatische Netflix Serien mit Synchro, z.B. die Serie, die im Universum von "The Grudge" angesiedelt ist kommt mit deutscher Tonspur daher, ebenso die japanische Serie "Alice in Borderland", die sich als Erfolg entpuppte. Das zeigt: Interesse an nicht-amerikanischen Serien ist vorhanden, wo bleiben also die Synchros? 


Teilweise betrifft dies auch europäische Serien sowie Filme, was ich noch weniger nachvollziehen kann, gerade da sollten Synchros Standard sein. Das würde dann auch zur Forderung, dass doch bitte mehr europäische Inhalte gezeigt werden sollen, passen. Wobei die für mich eh scheinheilig ist, weil ich innige Bestrebungen europäischen Serien in Europa eine Bühne zu bieten generell vermisse. Es gibt so viele Serien, die nicht Synchronisiert sind und wo sich scheinbar keiner darum bemüht, diese in Europa zu zeigen. Ich würde ja gerne die russische Serie über Katharina die Große sehen, die richtig gut sein soll, die spanische Vorlage zu "Timeless", die interessant klingt sowie einige spanische Serien rund um das eigene Königshaus, beispielsweise "Isabel" oder "Carlos, Rey Emperador", in denen dann auch Katherina von Aragon, Henry VIII und Anne Boleyn auftauchen, bei denen es sich um bekannte historische Persönlichkeiten handelt. Wie wir wissen ist die Tudormania groß, schon allein das würde den Produktionen ein großes Publikum einbringen. Ich hatte ja gehofft, dass durch die Pandemie auch solche Serien mal synchronisiert und lizenziert würden, denn sicherlich haben auch Frankreich oder Italien noch einige spannende Stoffe zu bieten. Gute Serien müssen nicht immer aus den USA oder England stammen.  


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Über den Look: Noch kurz ein paar Worte zum heutigen Outfit, denn ich trage einen Maxirock, für den ich bis nach Italien reisen musste. Also, ich bin natürlich nicht für den Rock selbst dorthin gefahren, sondern war dort im Urlaub. Dies ist jetzt schon ein paar Jahre her, wegen Corona, aber ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie große meine Freude war, als ich endlich einen Maxi Rock entdeckte, der mir passt. Ich bin nicht unbedingt die größte Person, das ist sogar noch ein Over-Statement bei einer Größe von 1,58 und in Deutschland habe ich tatsächlich keinen Maxirock gefunden, der passte. Ich hatte mich schon damit abgefunden, dass ich für diesen Fashiontrend schlicht zu klein bin, aber dann habe ich dieses farbenfrohe Prachtstück im Urlaub entdeckt und zu meiner großen Freude passte er wie angegossen. Somit darf ich nun auch einen Maxirock mein Eigen nennen. Kombiniert wurde das schicke Teil mit einem schwarzen Basic Shirt und meiner Lederweste von Only. 





Jetzt mal Butter bei die Fische: Wie viele Streaming-Dienste habt ihr eigentlich abonniert?
Wie behaltet ihr den Überblick über die Neuheiten?
Und was nervt euch?



2 Kommentare :

  1. Liebe Nicole, ich habe mich sehr gefreut diesen Beitrag zu lesen, als du ihn auf Instagram angekündigt hast. Und ich muss dir in allen Punkten recht geben und musste auch öfter mal schmunzeln. Ich habe tatsächlich auch Netflix, Amazon Prime und Disney+. Würde mir aber keinen weiteren zulegen, da sie ja doch alle Geld kosten und drei dürften auch reichen 😂 Doch ja, es ist nicht immer alles zu finden, was man sich erhofft oder wie es früher war, da sich jetzt alle um jede Serie/Film streiten. Ich muss immer alle drei abklappern, um zu wissen, wo ich was finde und manchmal bin ich genervt davon. Oder wenn Serien, die auf einer Plattform waren, auf einmal nicht mehr da sind, sondern auf einer anderen. Und bei so vielen Anbietern und Serien, die dauerhaft auf den Markt kommen, kommt man doch kaum hinterher. Zumindest geht es mir mit Arbeiten, Studieren und Blog/Instagram etc. so. Ich wünschte, es würde einen Streamingdienst geben, der alles hat - aber das wird ein Traum bleiben. Ich habe absolut keine Ahnung und keinen Überblick über die ganzen Neuheiten, weil es immer irgendwo etwas neues gibt.
    Naja, wie du sagst, Luxusprobleme, aber manchmal stresst das einen schon 😂
    Ich wünsche dir einen schönen Sonntag, Elisa xx von www.beautyinsimplicity.de

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  2. Ich kann deine Probleme soooo nachvollziehen! Am schlimmsten sind für mich, wenn ich eine Serie anfangen und dann restliche Staffeln nicht mehr verfügbar sind oder auch ältere Serien gänzlich nicht in Deutschland zum Gucken da sind. Z.B. die neusten Staffeln von Heartland oder die Serie 90210. Das nervt mich tierisch. Ungelöste Serien Finale finde ich auch fürchterlich, ich erinnere mich nur an star crossed, ringer etc.
    Oder spanische Serien, die einfach nicht übersetzt oder mittendrin abgesetzt werden.
    The Royals bin ich grade bei Staffel 1 und jetzt macht mich deine Aussage zu einem cliffhanger Serien finale ein bisschen nervös :D

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