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{Netflix} Girlboss Rezension: Sehenswert - Ja oder Nein?

Samstag, 29. April 2017 / /

Mit der Verfilmung der Biografie "Girlboss", rund um die Erfolgsgeschichte von "Nasty Gal"-Gründerin Sophia Amoruso, ging kürzlich eine weitere Eigenproduktion von Netflix online. Ihr wisst ja, dass ich mit dem Comedygenre sonst nicht viel anfangen kann, aber der flippige und freche Trailer hat mich neugierig gemacht. Zumal ich auch ein Fan von Hauptdarstellerin Britt Robertson bin, die in der Vergangenheit öfter Pech mit der Wahl ihrer Rollen hatte. "The Secret Circle" wurde auf The CW nach nur einer Staffel abgesetzt, obwohl die Serie Potenzial besaß. Auch "Life Unexpected" war ein kurzlebiges Vergnügen. Während in "Under the Dome" ihre Figur nervtötend ist, was jedoch an den Autoren der Serie liegt. Ist "Girlboss" nun endlich eine Erfolgsserie für Robertson? Das bleibt abzuwarten, denn bisher hat sich Netflix noch nicht in die Karte schauen lassen, ob es denn eine 2.Staffel geben wird. Handlungsstränge für diese wären aber vorhanden. Bei den Usern hat die Produktion gemischte Meinungen hervorgerufen. Ob sie in meinen Augen sehenswert ist, möchte ich euch in meiner Rezension verraten. Vorab: Ich habe die Bibel vieler Mode- und Lifestyleblogger übrigens nicht gelesen und beziehe mich mit meinen Aussagen nur auf die Serie.

Allgemeine Informationen:

Girlboss-Netflix-Eigenproduktion-Offizielles Poster - Binge Watching - Brit robertson - Sophia Amoruos - Rezension
Urheberrecht: Netflix


Titel: Girlboss
Produzentin: Kay Cannon ("Pitch Perfect")
Episoden: 13
Länge: 26 - 29 Minuten
Cast: Britt Robertson als Sophia, Ellie Reed als Annie, Johnny Simmons ("Jennifer's Body") als Shane, Alphonso McAuley ("The Middle") als Dax, RuPaul als Lionel und Dean Norris ("Under the Dome") als Jay
Verfügbar auf: Netflix

 

 

 

 
Netflix Deutschland, Österreich und Schweiz 

 

 Um was geht es in "Girlboss":

Die 23-jährige Sophia möchte einfach nicht erwachsen werden und verliert einen Job nach dem Nächsten. Als sie jedoch schon den Räumungsbescheid für ihre Wohnung erhält, muss sie irgendwie an Geld kommen. Durch Zufall entdeckt sie in einem Vintage Geschäft eine Designerlederjacke und verkauft diese gewinnbringend auf eBay. Eine Geschäftsidee ist geboren. 



Eine überdrehte Feel-Good-Comedy, mit einer schrillen, leicht nervigen, Hauptfigur:

Im Internet hagelt es schlechte Kritiken für die neue Netflix Produktion. Ich hingegen habe "Girlboss" als sehr unterhaltsam empfunden. Es ist eine Serie, an die man lieber ohne große Erwartungshaltung rangehen sollte. Wer von euch eine schillernde Erfolgsgeschichte mit Rückschlägen und lehrreichen Tipps sehen möchte, der sollte lieber die Finger von "Girlboss" lassen. Denn das bekommt ihr nicht. Vielmehr handelt es sich um eine überdrehte und überspitzte Comedy, die zwar ab und an ein paar tiefgründige und emotionale Momente zu bieten hat, aber diese sind zu Beginn rar gesät und nehmen erst gegen Ende zu. Das Ganze bleibt recht oberflächlich, was ich schade finde, denn etwas mehr Ernsthaftigkeit hätte ich mir wirklich gewünscht. Es ist und bleibt eine typische Feel-Good-Comedy, die unterhalten möchte und deshalb schnell anzuschauen ist. Es bleibt leichte Kost, über die man nicht allzu viel nachdenken muss und perfekt zum Binge Watching geeignet ist. 

Schon im Vorfeld ermahnen uns die Produzenten dabei, dass es sich nur um eine loose, sehr loose Verfilmung des Buches "Girlboss" handelt. Sicherlich wurden die Ereignisse etwas aufgehübscht, dramatisiert und spannender gemacht, als sie eigentlich waren (wie beispielsweise die Namensfindung). Manche Episoden hätte man sich in meinen Augen auch sparen können, wie 1x08 "The Trip", da man hier inhaltlich auf einige Klischees zurückgreift und es der Handlung in keiner Weise hilft, aber andere Episoden gerade zum Ende hin können dafür wieder überzeugen. Auch die Hauptfigur ist charakterlich anstrengend und oftmals auch nervend. Sophia ist nicht nur frech, vorlaut und rebellisch, sondern in vielen Momenten egoistisch, planlos und pubertär. Für mich haben die Produzenten in einigen Szenen den Zeitgeist jedoch trotzdem gut eingefangen, denn Sophia weiß nicht, was sie mit ihrer Zukunft anfangen soll. Sie hat keinen Plan oder geschweige denn ein Ziel, auf das sie hinarbeitet. Und das, obwohl ihr doch so viele Möglichkeiten offen stehen und sie mit 23 Jahren doch wissen muss, wohin es beruflich gehen soll.

Doch gerade dadurch entsteht für junge Menschen heute eine Drucksituation, durch die das Scheitern im Berufsleben, auf die eigene Person zurückgeführt wird. Wer all diese Möglichkeiten nicht nutzt, der ist doch selbst schuld an der Misere. Eine Aussage, die absolut falsch ist. In meinen Augen hat Britt Robertson aus dieser Rolle rausgeholt, was möglich war. Sie überzeugt für mich in den aufgedrehten Momenten, genauso wie in den tiefgründigeren Szenen, auch wenn sie einem nicht immer sympathisch ist. Doch gerade mit Blick in die Zukunft hat man diese Rolle sicherlich nicht falsch angelegt, denn erst kürzlich ging Sophias Unternehmen "Nasty Gal" bankrott und es häufen sich die Vorwürfe ehemaliger Mitarbeiter. Etwas, was dem Image der Serie geschadet hat, denn die wollte ja eigentlich eine Märchengeschichte erzählen. Damit hat es sich jetzt zwar erledigt, aber für die kommenden Staffeln bietet dies einiges an Potenzial, welches Produzentin Kay Cannon auch gerne nutzen würde. Es bietet aber auch die Chance, dass die Serie wächst und tiefgründiger wird und neben einem rasanten, traumhaften Ausstieg auch beleuchtet, wie schnell und tief man fallen kann. Vor allem aber kann so gezeigt werden, wie schwer es ist, eine Chefin zu sein, gerade wenn viele der eigenen Freunde im Unternehmen angestellt sind. Etwas blass bleiben hingegen die restlichen Hauptdarsteller, was wirklich Schade ist.

Hervorragend getroffen wurde in meinen Augen aber der Zeitgeist des Jahres 2006. Für mich ist Girlboss, wie eine kleine Reise in die Vergangenheit. Eine Hommage an Serien wie "Oc California", Stars wie Britney Spears, MySpace und trendige Cafes wie Starbucks. Oc California ist auch auf meinem Bildschirm geflackert und es war eine der ersten Serien, auf die ich jede Woche hingefiebert habe. Natürlich gibt es bei der Serie ein Moment, den keiner vergessen hat, und der nun in "Girlboss" thematisiert wird. Britney lief in meinem Freudeskreis hingegen rauf und runter. Sie war unser Idol. Wir alle wollten so sein, wie das scheinbar perfekte Mädchen von nebenan. Während MySpace eines der ersten sozialen Netzwerke war, das ich aktiv nutzte. Ich habe darüber viel mit amerikanischen Jugendlichen geschrieben und meine Englisch Kenntnisse nicht nur angewendet, sondern sicherlich auch aufgewertet. Dem Starbuck Hype war ich in meiner Jugend auch eine gewisse Zeit verfallen, da man den leckeren Kaffeevarianten nicht entgehen konnte. Heute sind die mir viel zu überteuert, sodass ich nur noch selten bei Starbucks vorbei schaue. Dazu kommen ein toller Soundtrack und stylishe, coole und ausgefallene Mode. Was wünscht sich eine Fashionista mehr? Schon alleine aufgrund des letzten Punktes konnte ich nicht aufhören weiterzuschauen, denn ich war gespannt, welche Kleidungsstücke uns wohl noch präsentiert werden und wie es mit Sophias Geschäft weitergeht. Gerade hier wurden Gespräche in Foren, die damals überaus beliebt waren (auch bei mir), auf eine kreative Art und Weise umgesetzt. 


Fazit: Girlboss hat zwar seine Schwächen, ist überdreht und manchmal etwas oberflächlich, aber wer ohne Erwartungshaltung rangeht, der bekommt eine unterhaltsame "Feel-Good-Comedy" mit ausgefallener Mode, einem tollen Soundtrack und vielen Anspielungen auf die 2000er. Trotzdem hätte ich mir mehr Ernsthaftigkeit gewünscht, weshalb es von mir 3 von 5 Punkten gibt!


Wer von euch hat die Biografie gelesen?
Wer hat die Serie gesehen?
Wen konnte ich neugierig machen?
 

Kommentare:

  1. Das Buch Girlboss ist mir in den vergangenen Monaten auch verdammt oft begegnet - aber ehrlich gesagt, weiß ich nicht mal, wovon es handelt... also klar, Biografie... aber warum die Autorin eine Biografie wert ist, weiß ich nicht. Sie scheint zwar erfolgreich zu sein, aber interessiert mich trotzdem kein Stück...

    Wo ich nun aber den Serien-Trailer schaue, scheint es doch gar nicht so blöd zu sein... ICH BRAUCHE DAS BUCH, denn die Serie schaue ich sicher eh wieder nicht...

    Dass du dir mehr Tiefe gewünscht hättest, kann ich gut verstehen. Gerade bei solchen Biografien ist das ja doch schön... aber manchmal reicht eben auch leichte Kost zum Entspannen. Es freut mich also, dass dir deine Zeit mit Girlboss nicht verschwendet vorkam :)

    Also dass sie den Zeitgeist der Handlung getroffen haben und die Darstellerin die Hauptrolle gut verkörpert, sind wirklich positive Faktoren :) Gerade eine Zeitepoche (Wie nennt man das bei einzelnen Jahren?) finde ich immer toll, wenn sie authentisch ist, weil man sich eben zurückversetzt fühlt. Das liebe ich ja schon dann, wenn Blogger über die Vergangenheit schreiben und da Dinge erwähnen, die ich in der Zeit ebenfalls wahrgenommen (geliebt / gehasst) habe :)

    Liebe Grüße

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    1. Durch die Serie habe ich auch Lust auf das bekommen und möchte mir mal die richtige Geschichte der Autorin durchlesen. Finde das immer sehr interesant, wenn Menschen sich ihren Erfolg selbst erarbeiten und so ein Unternehmen aufgebaut haben.

      Man hätte halt das vorhandene Potenzial noch besser nutzen können. Denn Sophia musste bestimmt auch einige Rückschläge erleiden und gerade der Weg in die Selbstständigkeit und der Aufbau eines Unternehmens sind ja nicht gerade leicht. Aber vielleicht kommt das ja noch in der zweiten Staffel, falls es eine geben sollte. Wäre aber überraschend, wenn nicht, da Netflix bisher jeder Eigenproduktion eine weitere Staffel spendiert hat.

      Ich glaube das sind einfach die 2000er xD. Ich liebe das ja auch total und lese das auch gerne bei anderen. Bei Girlboss war es jetzt halt perfekt, dass gerade die Zeit meine Jugend umfasst und ich somit sehr viele Deja Vu Momente hatte.

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  2. Mein Probemonat bei Netflix ist erstmal um, das bedeutet auch ich kann noch nicht Riverdale zu Ende schauen :(. Ich werde das aber bald nachholen. Daher habe ich von der Serie noch nichts gehört, finde sie aber sehr interessant ;) Werde ich mal auf meine Liste setzen!
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende wünsche ich Dir!

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    1. Dann wünsche ich dir viel Spaß bei den letzten Folgen Riverdale, sobald du wieder Netflix hast. Kannst dafür dann ja die letzten Folgen sofort anschauen und musst nicht immer eine Woche warten. Bin gespannt, was du dann zu Girlboss sagst. Die Serie hat man echt schnell durch, weil die Folgen ja auch nicht so lang sind.

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  3. Ich kann deiner Review nur zustimmen. Ich habe das Buch gelesen und mich auf die Serie gefreut. Allerdings finde ich die Serie hat nicht viel gemeinsam mit dem Buch, also von der Stimmung her. Das Buch finde ich sehr motivierend und inspirierend. Die Serie ist nett und unterhaltsam zu sehen, aber mehr auch nicht.

    Liebe Grüße
    Jennie

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    1. Dankeschön für deine lieben Worte ;). Das Buch habe ich ja noch gar nicht gelesen, bin aber durch die Serie definitiv neugierig geworden. Habe schon öfter gelesen ,dass das sehr inspirierend sein soll. Wundert mich aber, dass man für die Seire so abgewichen ist, weil die Autorin ja immerhin Executive Produzentin der Serie war. Somit hatte ich schon deshalb auf mehr Ernsthaftigkeit gehofft.

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  4. Ich könnte dir nicht mehr zustimmen! Was die Serie betrifft, teilen wir nämlich echt die gleiche Meinung. Ich habe jetzt noch 3 Folgen "Girlboss" vor mir, aber so richtig begeistert hat es mich bisher nicht. Die Serie ist zwar ganz unterhaltsam, jedoch viel zu aufgedreht und oberflächlich. Ich hätte mir gewünscht, dass Sophias Werdegang und Karriere etwas ernsthafter beleuchtet wird. Deswegen kann man ja trotzdem eine Portion Humor einbringen. So ist es leider too much.
    Bei einigen Sachen, die einfach typisch für die 00's sind musste ich allerdings auch ordentlich schmunzeln. Einfach göttlich, wie die Forenchats umgesetzt wurden! Ich war damals in vielen Foren aktiv und musste deswegen echt lachen, weil die Gespräche meistens genauso abliefen. :D
    Brit Robertson mag ich ebenfalls echt gerne, aber die Rolle der Sophia ist nervig. Jedenfalls möchte ich sie am liebsten an die Wand klatschen.

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    1. Freut mich aber, dass wir die gleiche Meinung haben :). Serientechnisch haben wir echt den gleichen Geschmack.

      Die letzten drei Folgen fand ich ehrlich gesagt am Besten, bin gespannt, ob dir das ähnlich geht ;). Gerade weil ja Sophia ja auch an der Serie mitgearbeitet hat, hatte ich schon erwartet, dass man einen Mix aus Humor und Ernsthaftigkeit wählt, aber vielleicht kommt das ja noch in der zweiten Staffel, sollte Netflix die Serie verlängern. Die Produzentin hatte ja in einem Interview schon angekündigt, dass sie gerne auch die Insolvenz von Nasty Gal beleuchten würde bzw. darauf eingehen möchte, wie schwer es ist eine Chefin zu sein, vor allem wenn man noch Freune eingestellt hat. Das bietet ja viele Möglichkeiten für mehr Ernsthaftigkeit und vielleicht auch eine etwas realistischere Darstellung.

      Ich muss da auch sehr schmunzeln, genau aus dem gleichen Grund. Foren waren ja bei uns noch sehr angesagt und ich war auch in unzähligen Foren unterwegs, teils welche die sich mit Mode beschäftigt haben, andere die sich um meine Lieblingsserien und Filme drehten oder halt auch welche über meine Lieblingsstars. War echt ne schöne Zeit und ich finde es sehr schade, dass der Trend nicht angehalten hat.

      Ging mir aber genauso xD.

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Ich freue mich wirklich über jedes einzelne Kommentar von euch und versuche auch immer auf euren Blogs zu antworten. Dankeschön <3

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