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{Review} Sebastian Fitzek & Michael Tsokos: Abgeschnitten

Mittwoch, 24. August 2016 / /

Bisher habe ich noch kein Buch gelesen, welches von mehr als einem Autor geschrieben wurde. Mit dem Thriller "Abgeschnitten" hat sich dies aber nun geändert und zugegeben, den wollte ich vor allem wegen Sebastian Fitzek lesen, dessen Bücher ich regelrecht vergöttere. Tsokos war mir nämlich zu vor ehrlich gesagt kein Begriff, jedoch finde ich, dass beide ihre Erfahrungen im Thriller mit einfließen haben lassen und das hat dazu geführt, dass dieses Buch wirklich sehr lesenswert ist. Im nachfolgenden gibt es nun meine ausführliche Meinung zum Roman.


Allgemeines:
Urheberrecht: Droemer Knaur
Titel: Abgeschnitten
Autoren: Sebastian Fitzek, Michael Tsokos
Verlag: Dromer Knaur
Erscheinungsdatum: 1.10.2013
Genre: Thriller
Seitenanzahl: 400 
ISBN: 978-3-426-51091-9
Preis: 9,99 €
Sonstiges: Auf der Website von Sebastian Fitzek findet ihr spannendes Bonusmaterial zum Verlag. Unbedingt mal vorbeischauen. 

Handlung:
Bei einer Obduktion einer monströs zugerichteten Leiche findet der Rechtsmediziner Paul Herzfeld die Nummer seiner Tochter im Schädel versteckt. Als er versucht diese auf ihrem Handy zu erreichen, ertönt nur eine Mailboxansage in der klar wird, dass sie entführt wurde. Auf Helgoland versucht die Comic Zeichnerin Linda, ihrem Ex-Freund zu entfliehen, der sie stalkt. Doch als sie eine Leiche findet, durch deren Handy sie direkt zu Herzfeld verbunden wird. Da die Insel gerade durch einen Sturm von der Außenwelt abgeschnitten ist, bittet Herzfeld die junge Frau um Hilfe, die daraufhin als Laie die Obduktion übernimmt...


Meine Meinung:
Der Klappentext selbst ist sehr kurz gehalten, weshalb ich zuvor gar nicht so wirklich wusste, um was es in diesem Buch überhaupt geht. Mitgenommen aus unserer Bücherei habe ich es eher deshalb, weil ich so ein großer Fan von Sebastian Fitzek bin und mir nun doch schon einige positive Aussagen in Bezug auf dieses Gemeinschaftswerk mit Tsokos begegnet sind. Bereut habe ich es nicht, dass ich "Abgeschnitten" gelesen habe, denn das Buch bietet wirklich viel mehr, als aus dem Klappentext hervor geht und persönlich finde ich es auch nicht schlimm, wenn diese vage gehalten sind. Die Erwartungshaltung ist dann nicht ganz so hoch, vielmehr wird man über den Verlauf der Geschichte überrascht und das war auch hier der Fall. Denn ich wusste nicht mal, dass es sich hier um ein Entführungsdrama handelt, gekoppelt mit einer Rachegeschichte. Ist aber auch gar nicht weiter schlimm, da ich solche Thriller immer noch gerne lese. "Abgeschnitten" profitiert hierbei definitiv von der Mitarbeit beider Autoren am Werk. Während die gekonnte Schnitzeljagd nach Hinweisen im Buch, die perfiden Wendungen und die Überraschung am Ende auf Fitzek Kontos gehen, merkt man den Einfluss Tsokos vor allem an den Szenen in der Pathologie. Gerade die Obduktionen werden in all ihren Einzelheiten geschildert und auch unsere Hauptfigur Paul Herzfeld profitiert vom Know-how des Autors. Das ist für mich ein großer Pluspunkt des Thrillers, jedoch auch einer der vielleicht nicht unbedingt für die leicht besaiteten Geschmäcker geeignet ist.

Die Handlung selbst nimmt relativ früh an Spannung auf und gipfelt, wie man es von Fitzek gewohnt ist, in einem Finale, in dem nichts so ist, wie es scheint. Zwar erfährt man schon recht früh, wer hinter der Entführung steckt und was der Auslöser für diese ist, doch das mindert die Spannung in überhaupt nicht, da bis zum Ende nicht wirklich klar ist, wie die einzelnen Figuren miteinander zusammenhängen. Klar gibt es das eine oder andere Detail, welches vorhersehbar war, aber es gibt am Ende auch einige Enthüllungen, die mich überraschten. Schön war jedoch, dass sich die Puzzleteile nach und nach zusammengefügt haben. Manche Zufälle sind vielleicht nicht unbedingt realitätsnah, aber nach der Suche ich in einem Buch auch nicht. Somit ist dies für mich kein Kritikpunkt, manch andere waren darüber aber nicht so glücklich. Ist sicherlich Geschmackssache. Für mich war die Gesellschaftskritik zwischen den Zeilen viel interessanter, in der unser Rechtssystem angeprangert wird, indem Geld scheinbar mehr Wert ist, als ein Menschleben. Jedoch möchte ich hier nicht all zu viel vorwegnehmen, da ich euch inhaltlich natürlich nicht spoilern möchte.

Zu lesen war das Buch auf jeden Fall sehr flüssig, was nicht nur an Fitzeks gewohnt angenehmen Schreibstil liegt, sondern auch daran, dass die Kapitel nicht zu lange waren und oft mit einem Cliffhanger endeten, der natürlich neugierig machte. Da man aus der Sicht von mehreren Protagonisten liest, gab es immer eine Angabe, wo der Leser sich gerade befindet. Die sorgt natürlich auf einfach Weiße dafür, dass man nicht den Überblick verliert. Generell war es ein schöner Wechsel zwischen Herzfeld und Linda, auf die anderen zwei Protagonisten möchte ich noch nicht vorwegnehmen, denn das würde erneut Einfluss auf die Handlung nehmen.

Kommen wir lieber zu den Hauptfiguren, denn die hätten unterschiedlicher nicht sein können. Während Linda durch ihre verrückte und bodenständige Art überzeugt, ist Herzfeld derjenige, der die Dinge selbst in die Hand nimmt und dabei nicht unbedingt den typischen Helden verkörpert. Beide waren für mich sehr authentisch, haben auf interessante Weiße miteinander agiert und mir sofort sympathisch. Auch bei den Nebenfiguren hat man gute Arbeit geleistet. Ender hatte ich sehr schnell in mein Herz geschlossen und auch der Sohn des Innensenators Ingolf, der zu Beginn noch etwas überheblich und oberflächlich wirkt, erhält im Verlauf mehr Tiefe. Ich fand es angenehm, dass er mehr ist als nur der reiche Sohn.

Fazit: 
Für mich gibt es bei diesem Thriller nichts zu meckern: Er ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite, bietet authentische Figuren und eine Gesellschaftskritik, die unter die Haut geht und einen nicht sofort loslässt. 5 von 5 Sternen!


Wer hat den Thriller schon gelesen?
Wie fandet ihr ihn?
Wen konnte ich neugierig machen?
Und wer ist schon Fitzek Fan?

Kommentare:

  1. Von dem Buch habe ich bisher nichts gehört. Aber Deine Review klingt wirklich ausgezeichnet. Scheint sich zu lohnen =)

    Neri

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    1. Freut mich zu hören, dass ich dich neugierig machen konnte :)

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  2. Wie funktioniert das denn, wenn zwei Leute an einem Buch schreiben? Sitzen sie dann gemeinsam rum und einer muss die Ideen von beiden niedertippen oder tauscht man da nach ein paar Kapiteln?

    Dass erwähnt wird, aus welcher Sicht gerade geschrieben wird, finde ich super. Sowas vermisse ich oft, wenn es wechselnde Perspektiven gibt und dazwischen maximal ein Trennzeilen alá "***" ist.

    Gesellschaftskritik und tolle Figuren sowie ein genialer Schreibstil - das spricht natürlich für den Thriller. Aber ich lasse trotzdem die Finger davon, weil ich sonst sicher nicht mehr gut einschlafen kann ;)

    Liebe Grüße

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    1. Puh da fragst du mich was, da habe ich ehrlich gesagt auch keine Ahnung. Denke mal das man halt gemeinsam das Grundkonzept ausarbeitet wird. Vom Schreibstil her gibt es aufjedenfall keinen harten Bruch, das ist schon durchgehend ein und der derselbe. Ist also angenehm zu lesen.

      Jap in vielen Büchern vermisse ich das auch, gab auch schon welche da wusste ich dann gar nicht mehr, aus welcher Sicht ich gerade lese. Finde das einfach einen sehr wichtigen Punkt, weshalb ich ihn auch in Krtiken generell extra erwähne.

      Ja er ist etwas blutig, somit ist er schon eher für Thrillerfans geeignet, die auch nicht all zu leicht besaitet sind.

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  3. Ich habe das Buch letztes Jahr zufällig auf dem Flohmarkt entdeckt und dachte mir: Fitzek mit einem weiteren Autor? Wieso nicht? Tsokos kannte ich bis dahin noch nicht, habe jetzt aber schon gesehen, dass er ja auch einige Bücher rausgebracht hat. Die Bücher von Sebastian Fitzek mag ich sowieso total und freu mich immer auf Neuerscheinungen. Er ist für mich einer der besten deutschen Thrillerautoren, wenn nicht sogar der Beste. Sein Schreibstil ist einfach so packend und seine Geschichten hoch interessant.
    Da ich sowieso total auf Gerichtsmedizin stehe und immer ganz begierig solche Bücher lese, war dies dann die perfekte Mischung für mich. Bei mir dürfen die ganzen Obduktionen auch gerne immer ganz detailliert beschrieben sein, finde die Anatomie des Körpers so interessant und hab als Kind oder Jugendliche schon immer gesagt, dass ich mal Pathologin werden will :D Daraus ist zwar nichts geworden, aber dafür freue ich mich dann über solche Bücher.
    Für mich auch ein sehr gelungenes Werk der beiden Autoren. Kann es auch nur weiterempfehlen.

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    1. Tsokos war mir vorher auch unbekannt, hat aber nach diesem Buch definitiv einen guten Eindruck bei mir hinterlassen, weil er wirklich Ahnung von dem hat, über das er schreibt. Bei Fitzek kann ich mich nur anschließen, für mich ist er definitiv der Beste. Ich verschlinge seine Bücher immer und freue mich da auch jedes Mal auf Neuerscheinungen.

      Die Gerichtsmedizin finde ich auch sehr interessant, übrigens kann ich dir da auch noch Tess Gerittsen und Simon Beckett empfehlen, die schildern die Obduktionen auch immer sehr detailliert und auch die Handlungen sind dort immer absolute Page Turner.

      Freut mich aber, dass wir der gleichen Meinung sind :).

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  4. Das freut mich, dass dir das Buch gut gefallen hat :) Muss ich mir mal auf mein kindle als Leseprobe ziehen und wenn es mich packt, leihe ich es vielleicht auch aus :P
    Von Fitzek habe ich eigentlich bisher nur Der Augensammler+ -jäger und Tiere gelesen, wobei ich letzteres schlecht fand :(
    Von Tsokos habe ich bisher auch noch nichts gehört, aber finde ich cool, dass die beide da kooperiert haben.

    Sehr gerne :) Entweder Jeansjacken oder Lederjacken werten alles ein wenig auf :)

    Banner usw finde ich auch nicht schlimm, denn es ist ja auch heutzutage so normal auf allen Seiten Werbung zu sehen!

    Achje okay gut zu wissen! Wie lange ist denn The Fosters noch auf amazon prime?

    Ich schaue auf youtube Klein aber Hannah und find die so cool :D

    Ists bei euch auch so heiß? Huiuiui ich sitz grad vor meinem Ventilator :D

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    1. Uih dann bin ich mal gespannt, ob es dir auch zusagt, ich fand das Buch wie gesagt wirklich toll. Tiere? Kenne ich von ihm gar nicht. Über der Augensammler und Augenjäger geht aber echt nichts. Empfehlen kann ich dir persönlich noch Der Seelenbrecher, da geht es um Hypnose was ja gerade ein sehr aktuelles Thema ist und wie man diese auch negativ nutzen kann und Die Therapie, die ist auch richtig spannend.
      Ich kannte ihn vorher ehrlich gesagt auch gar nicht, aber er hat bei mir einen positiven Eindruck hinterlassen, sodass ich mir auch mal seine Bücher genauer anschauen möchte.

      Also bei Switched at Birth weiß ich, dass sie Ende den Monat wieder ausläuft, aber bei The Fosters weiß ich das jetzt gar nicht. Du siehst das aber ganz einfach, wie lange die Serien und Filme online sind. Musst sie nur auf deine Watchlist packen und dann steht das wenn du drüber fährst in einem dicken, gelblich /orangarbenen Kasten. Wird immer vier Wochen vorher bekannt gegeben, sodass man die Sachen eigentlich noch gut zu Ende schauen kann. Bei Netflix fehlt mir die Angabe ja komplett, da sind die Sachen dann einfach weg.

      Jap leider. Ich schlaf ja direkt unter dem Dach und bin deshalb heute morgen schon mit Kopfschmerzen aufgewacht. Liege jetzt auch gerade deshalb im dunklen Zimmer und habe meinen Ventilator an. Die Hitze werde ich heute wohl eher meiden. Aber heute Abend wird dann gegrillt, da freue ich mich dann schon drauf.

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  5. Klingt gut! Ich hänge zur Zeit seit Monaten an meinem Buch, es liest sich aber auch so zäh. Noch habe ich aber den Ehrgeiz, es zu beenden.

    Übrigens, in den Suchanfragen zu meinem Blog wurde nach dir verlangt, siehe hier: http://nummerneun.de/2016/08/27/fise-musi-im-august/

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    1. Sowas kenne ich, solche Bücher finde ich auch immer unschön, aber ich bin dann auch jemand der echt versucht so lange wie möglich dran zu bleiben und nicht abzubrechen. Habe ich aber bei ein paar wenigen Werken auch schon getan, wo ich einfach dann gar keinen Ehrgeiz mehr hatte.

      Haha wie lustig ist das denn, da muss ich gleich mal schauen, was da genau gesucht wurde.

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  6. Bei mir ist es genau andersrum: Ich bin Fan von Tsokos und hab noch nie was von Fitzek gelesen :D. Gerichtsmedizin finde ich total faszinierend, da ekel ich mich erstaunlicherweise auch kaum.
    Ich war ganz überrascht, als ich gelesen habe, dass die beiden Autoren zusammen an mittlerweile sogar zwei Trillern geschrieben haben, aber wenn ich deine Rezension so lese, scheint das ja Sinn ergeben zu haben, weil Tsokos' Erfahrung das Buch realistischer macht.

    Bislang hatte ich nicht unbedingt vor, das Buch zu lesen, aber mit deiner Rezension hat sich das jetzt geändert :).

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    1. Das freut mich ja sehr zu hören, dass ich dich da neugierig auf das Buch machen konnte. Habe auch schon gesehen, dass die beiden an einem weiteren Buch zusammenarbeiten, das werde ich definitiv auch lesen, denn die Zusammenarbeit ist wirklich super geworden. Welche Bücher von Tsokos kannst du denn empfehlen? Weil von ihm würde ich mir auch gerne mal ein paar Bücher vornehmen.

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    2. Ich fand "Die Klaviatur des Todes" ziemlich gut. Ist nicht sein erstes Buch, in dem er über seine Fälle berichtet, aber sehr abwechslungsreich und informativ und zeigt auch interessante Fakten wie zB, dass die Rechtsmedizin auch Lebende untersucht und dass sie nicht nur hilft, den Täter zu finden, sondern auch das Strafmaß zu bestimmen (besondere Schwere der Schuld und so).

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    3. Ah das hört sich echt spannend an, danke für den Tipp, werde ich mir mal genauer anschauen.

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Ich freue mich wirklich über jedes einzelne Kommentar von euch und versuche auch immer auf euren Blogs zu antworten. Dankeschön <3

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