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Mittwoch, 26. Februar 2014

{Review} 12 Years a Slave

Ich hatte euch ja schon davon berichtet, dass ich nun endlich in "12 Years a Slave" gehe und das habe ich nun auch mit Freunden getan. Wir waren leider nicht ganz so begeistert vom Film, wie es die Presse und die Kritiker sind - warum, dass möchte ich euch in meiner Kritik verraten.

Allgemeines:
Titel: 12 Years a Slave
Kinostart: 16.Januar 2014
Produktionsland: England, Amerika
Länge: 134 Minuten
Genre: Drama, Biografie, Historie
FSK: ab 12 Jahren freigegeben
Produzenten: Brad Pitt, Dede Gardner, Jeremy Kleiner, Bill Pholand, Steven McQueen, Arnon Milchan, Anthony Katagas
Cast: Chiwetel Ejiofor ("2012"), Michael Fassbender ("The Counselor"), Benedict Cumberbatch ("Der Hobbit"), Paul Dano ("Prisoners"), Paul Giamatti ("Planet der Affen"), Lupita Nyong'o, Sarah Paulson ("American Horror Story"), Brad Pitt ("World War Z") und Kelsey Scott ("Criminal Minds")
Sonstiges: 9 Oscar Nominierungen, 8 BAFTA Nominierungen, basierend auf einer wahren Begebenheit

Handlung: Mitte des 19.Jahrhunderts: Die Sklaverei ist ein Bestandteil des täglichen Lebens, doch der Afroamerikaner Solomon lebt als freier Mann ein glückliches und bescheidendes Leben mit seiner Frau und den Kindern. Er ist bekannt als einer der besten Geigenspieler seiner Zeit. Doch an einem Abend engagieren ihn zwei Fremde für einen Auftritt und laden ihn ihm Anschluss auf einen Drink ein. Er wird getäuscht, denn kurz darauf wacht er auf einem Sklavenschiff auf, das sich auf dem Weg nach Louisiana befindet. Angekommen wird er verkauft und lebt nun als Sklave auf einer Plantage. Um zu überleben, muss er zu außergewöhnlichen Mitteln greifen und trifft bald auf Bass, der ein Gegner der Sklaverei ist.

"Because the law states that your liberties are undeniable? Because society deems it so? Laws change. Social systems crumble. Universal truths are constant. It is a fact, it is a plain fact that what is true and right is true and right for all. White and black alike."

Kritik: Die Presse und auch die Kritiker waren wirklich begeistert von "12 Years a Slave", weshalb ich sehr hohe Erwartungen an diesen Film hatte und mich auch lange auf den Kinobesuch gefreut habe. Jedoch konnte mich der Oscar Nominierte Film nicht begeistern. Versteht mich nicht falsch, dass Thema ist wirklich ein sehr schockierendes und die Welt der Sklaven wurde auch gezeigt, wie sie wirklich war: brutal, schockierend, unmenschlich, grauenhaft und aufrüttelnd. Es gab Szenen, wo man einfach nur mit dem Kopf schütteln konnte und bei denen ich mich gefragt habe, wie Menschen zu so etwas fähig sein können? Die tägliche Realität der Schwarzen wird im Film wirklich sehr detailgenau wiedergegeben, ohne irgendetwas zu beschönigen und das spricht auf jedenfall für den Film. Auch die Brutalität und Einstellung der Weißen kam hierbei sehr gut zum Ausdruck und schockiert den Zuschauer immer wieder, wie man so unmenschlich denken und handeln kann und eine Person als sein "Eigentum" bezeichnen kann, mit dem getan werden darf, was man möchte. Auch finde ich es sehr wichtig, dass dieses doch noch etwas sensible Thema für Amerika, endlich aufgearbeitet und angegangen wird. Positiv überzeugen konnte mich zudem noch der Cast des Filmes, was nicht weiter überraschend war, denn es reiht sich ein Schauspieler aus der A-Liga Hollywoods an den nächsten. Jeder konnte seine Rolle perfekt darstellen und für den ein oder anderen intensiven, emotionalen Moment sorgen, doch das größte Problem war für mich: die unglaubliche Länge des Filmes. Der Film zieht sich regelrecht, indem manche Naturaufnahmen und Nahaufnahmen viel zu lange gezeigt wurden. Er zog sich sogar so sehr, dass er mir viel länger als 2 Stunden vorkam und ich mich während des Zusehens fragte, wann der Film endlich vorbei ist. Man hatte hier definitiv ein tolles Grundgerüst, mit vielen brutalen, aufrüttelnden und berührenden Momenten, die jedoch von zu langen Längen unterbrochen wurden und  die deshalb den Film für mich echt unerträglich machten. So ging es übrigens nicht nur mir, sondern allen meinen Freunden, die mit mir im Kino waren. Es ist gewiss kein schlechter Film, aber ich finde es reicht aus, ihn auf Dvd anzuschauen und sich das Geld zu sparen. Damit bin ich nun vielleicht die Erste, die den Film nicht wirklich toll fand, aber bei mir konnte er einfach nicht punkten. Ab und an war ich zwar geschockt, aber auch Tränen wollten sich nicht einstellen, weil ich auch mit dem Hauptcharakter nicht unbedingt warm wurde, selbst wenn Chiwetel eine tolle Leistung ablieferte. Auch das verstreichen der 12 Jahre, die er als Sklave verbrachte, wurde im Film nicht deutlich. Hier hätte ich mir gewünscht, dass es eine Abgrenzung gegeben hätte oder irgendeinen Hinweis, wie viel Zeit nun schon vergangen ist. Lediglich am Namen wird deutlich, über welchen Zeitraum der Film spielt und vielleicht anhand der letzten Szene. Man hätte hier so viele weitere emotionale Momente einbauen können, indem man vielleicht auch einmal auf die Familie von Solomon eingeht, die in ihn während der 12 Jahre wohl verzweifelt gesucht haben muss.
Fazit: "12 Years a Slave" zeigt die schonungslose Wahrheit über das Leben eines Sklaven im 19 Jahrhundert mit aufrüttelnden, schockierenden Bildern, jedoch plätschert der Film zwischenzeitlich dahin und zieht sich dadurch in die Länge, weshalb er mich am Ende nicht komplett überzeugen konnte. 2,5 von 5 Sternen. 


Wer von euch hat den Film gesehen?
Wie fandet ihr ihn?
Wer möchte ihn noch sehen?

Kommentare :

  1. Schöne Kritik ;)
    Wusste gar nicht, dass Brad Pitt auch produziert...
    An sich klingt es echt sehr positiv & interessant. Ich mag solche Filme, die zeigen, was früher alles (schief) abgelaufen ist. "Gute Geister" ist zum Beispiel auch so ein ähnlicher Film (kurzweiliger!).
    Die Länge ist halt immer schwierig...
    Ach Gott, da ging es nur um den Solomon & gar nicht wirklich um seine zurückgelassene Familie? Das finde ich auch schade. Denn so nebenbei ist das ja eine große Tragödie!

    Okay :D Vielleicht auch eher ein türkis?

    Uiiii dein bester Freund macht bei The Voice mit? Ist das so ein Vorentscheid oder wie?
    Wo ist dieser Scouting Termin denn? Dann schonmal viel Spaß beim Shoppen :P

    Im Mai gehts für mich wieder nach Berlin - dort meine Freundin besuchen! Da freu ich mich auch schon aufs Shoppen :)

    Ja, es gibt nur eine Kategorie für ausländische Filme & da ist natürlich kein deutscher Film mit dabei diesmal ;)
    Ich bin auch schon gespannt auf unsere Beiträge :D Habe leider noch nicht wirklich angefangen zu schreiben. Ui das klingt spannend mit dem "Senf danach" :P

    Danke meine Liebe! Die Hoffnung stirbt zuletzt & ich hoffe einfach, dass sich noch was auftut & hoffentlich gerade da, wo es mir gefällt!
    Ansonsten wird es sicher was anders tolles für mich geben, aber ich fände es personell echt schade & ich habe eben noch nicht wirklich Berufserfahrung, was widerum halt schlecht fürs Bewerben ist!
    Oh ja, es ist ein wirklich dummes Gefühl! Kann ich dir voll & ganz zustimmen!

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    1. Dankeschön. Ja das hatte mich auch überrascht. Ich dachte auch er spielt nur eine Rolle im Film, aber er hat da wirklich mitproduziert. Von der Thematik her war er ja auch wirklich interessant und gut war auch, dass sie da nichts beschönigt hatten,aber die Längen machen ihn dann halt stellenweise echt schwerfällig. Man hat leider alles nur aus Solomons Sicht gesehen und seine Familie nur kurz am Anfang und am Ende gesehen als er dann wieder zuhause war. Ich hätte mir da echt ein paar Sequenzen gewünscht, wo man gesehen hätte, wie es ihnen in dieser Zeit erging.

      Haha auf Türkis können wir uns gerne einigen :P.

      Jup er hat sich dieses Jahr angemeldet. Das sind jetzt erstmal nur die Scouting Termine, da singt man noch nicht vor der Jury, sondern vor sogenannten Scouts, die dann schauen, ob man Potenzial hat und singen kann. Deshalb sieht man bei The Voice dann auch nur Leute, die eine gute Stimme haben. Verrat ich dir in Facebook ;).

      Uih da wünsche ich dir schon mal viel Spaß ;). Du musst dann echt unbedingt mal in den Forever21, der ist wirklich klasse. Da kann man sich stundenlang aufhalten, weil es einfach so viele tolle Klamotten gibt. Und das Gute dabei ist, dass man an den Umkleiden und auch an der Kasse überhaupt nicht anstehen muss, die managen das alles etwas bei besser als im Primark, wo immer Chaos ist und man sich aufgrund des Andrangs Zeit nehmen muss.

      Gut in diesem Jahr wüsste ich auch keinen deutschen Film, den man da hätte nominieren sollen, aber eine Kategorie ist halt für diesen großen und wichtigen Preis sehr wenig. Würde mir auch wünschen, dass man da noch etwas internationaler wird und evtl. mehrere Kategorien einführt, wo diese Filme dann auch mit einbezogen werden.

      Ich weiß was du meinst, ich habe mich nach meiner Ausbildung und bevor ich dann im Sommer das Abitur nachgemacht habe auch erst noch einmal beworben gehabt, aber es war halt echt schwer direkt nach der Ausbildung irgendwo rein zu kommen. Aber ich wusste nun mal zum Glück auch schon, dass ich dann eh bald die Schulbank drücke und hang da nicht ganz so in der Luft wie manch andere, die das nicht machen wollten. Ich drück dir da aber dann auch die Daumen, dass du schnell was findest und vor allem dich dann auch wohlfühlst.

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  2. Ich mochte den Film, finde es aber natürlich auch legitim, dass er dir nicht so ganz gefallen hat. ;D Ich wollte noch kurz was dazu sagen, dass Solomons Familie während seiner Abwesenheit nicht gezeigt wurde... Der Film basiert ja auf Solomons Buch, das er über diese schlimmen 12 Jahre geschrieben hat und da er darin nur seine Perspektive zeigt, ist der Film dem literarischen Vorbild treu geblieben.
    Ich stimme dir übrigens zu, dass eine Einblendung der Daten o.ä. gut gewesen wäre. Es kamen mir auch nicht wie 12 Jahre vor.

    lg

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    1. Irgendwie bin ich eine Ausnahme, da den meisten der Film ja echt gut gefallen hat. Ich glaube mir hätte er zugesagt, wenn er nicht solche Längen gehabt hätte, weil ich finde sowas dann echt ermüdend und bin schnell gelangweilt. Ich brauche wirklich diesen typischen Aufbau, die Einführung, der Spannungsaufbau, der dann im Höhepunkt gipfelt mit einem Ende, das im Kopf bleibt und der hat mir auch komplett im Film gefehlt...
      Ich weiß, dass er auf seinem Buch basiert, aber für den Film hätte ich mir trotzdem gewünscht, dass man da auch mal kurz die andere Seite beleuchtet ;).

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